Seit der Jahrtausendwende ist der Rapper aus der Schanze solo unterwegs und vertritt Hamburg am 14. Februar bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest. Alles beim Alten und doch irgendwie neu - zumindest die gewaltige Haarpracht des 31-jährigen sticht als erstes ins Auge. "Das ist 'ne klassische Dauerwelle vom Frisör. Ich finde, wenn man in meinem Alter noch ordentlich Haare hat, dann sollte man das auch zeigen!", erklärt der HipHop-Hanseat. Zeit, die neue Lockenmähne gedeihen zu lassen, hatte Bo genug - schließlich liegt die Veröffentlichung seines ersten Soloalbums ("Best Of III ? Alleine") mittlerweile vier Jahre zurück: "Nicht ich habe die Zeit genutzt, sondern die Zeit hat mich genutzt. Die Zeit brauchte noch Zeit um sich vorzubereiten auf das was kommt";, schmunzelt der Hamburger. "´Dumm Aber Schlau` ist genau das Album, was ich selber gerne von einem Künstler aus Deutschland hören würde" Kein Wunder, dass Bo für seinen neuen Silberling auf die Unterstützung des ein oder anderen Sparten-Bruders zählen konnte. So gibt es ein Wiedersehen mit Phillip von Deichkind und den alten Kameraden von Fünf Sterne Deluxe!
Tausendsassa Jan Delay zollte seinem alten Weggefährten im vergangenen Jahr auf ganz andere Weise Tribut und coverte Bo`s 2000er-Hit "Türlich, Türlich"; für sein "Mercedes Dance";-Livealbum. "Es ist natürlich eine Ehre wenn man gecovert wird, denn das bedeutet, dass jemand für diesen Moment deinen Gedanken durch seine Stimme Ausdruck verleiht", erklärt Bo. Für die erste Singleauskopplung ("Ohne Bo") des neuen Albums griffen der HipHopper und sein Produzent Petone ebenfalls in die Cover-Kiste und rangen dem Münchener-Freiheit-Klassiker "Ohne Dich" eine Party-Hookline ab. Auf die Eingebung, den 1986er-Hit nach mehr als zwei Dekaden wieder zu beleben, war Bo selbst gekommen. "Petone und ich haben ziemlich lange rumprobieren müssen, bis es hingehauen hat. Das war nicht so einfach, denn der Song ist ja stilistisch etwas ,grenzwertig?'" Dennoch oder gerade deshalb hält das ehemalige Mitglied der Mongo Clikke jenen Titel für den richtigen, um seine Heimatstadt beim Bundesvision Song Contest in Hannover zu vertreten: "Es ist der richtige Song, so sehe ich das! Ich habe mir mal angeschaut, wer da so mitmacht, aber im Endeffekt interessiert mich das nicht. Konkurrenz gibt es eh nicht, denn es gibt nur einen Bo. Ich glaube, dass es möglich ist zu gewinnen!"
Nicht unbegründet, schließlich fanden Bo`s Veröffentlichungen bereits in der Vergangenheit ihren Weg in den Lieblings-Deutschrap-Plattenschrank. Um seinen Platz im aktuellen HipHop-Geschehen macht sich der Genre-Veteran keine Sorgen: "Eigentlich ist HipHop heute nichts anderes als das, was Tobi und ich damals gemacht haben. Wir haben im Partykeller gesessen, Bong geraucht, Bier getrunken und Scheiße gelabert. Die Jungs heute machen dasselbe, und ziehen ab und zu noch ne Line..."
Zwar engagiert sich der gebürtige Hamburger dafür, sein Bundesland gebührend beim Bundesvision Song Contest zu vertreten - anlässlich der am 24. Februar anstehenden Bürgerschaftswahl gibt sich der Rapper jedoch unentschlossen: "Ich bin zu wenig in den politischen Kampagnen drin und sehe zur Zeit eigentlich nur einen Haufen von Politikern, die selber nicht wissen was in ihrem eigenem Land los ist. Da sind viele Rapper dichter dran an der Realität." Seine langfristige Strategie gibt Bo jedenfalls ohne Umschweife preis: "Ich werde die Leute abhängig von mir machen und dann können sie nicht mehr ohne mich!" Stefanie Ohl

 
 
 






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