Edguy- Tinnitus Sanctus
"Das Material klingt wirklich breit, extrem hymnisch, heavy und mutig" (Tobias Sammet über sein jüngstes Baby)
Kometenhafter Aufstieg.
Tobias Sammet ist wahrlich ein Ausnahmekünstler wie er im Buche steht: 1992 stampft der damals gerade 14 Jahre alte Knirps mit seinen Kollegen eine eigene Band aus dem Boden mit traditionellem Metal. Kontrastierend zum Grunge- der zur damaligen Zeit unglaublich populär ist- gehen die Freunde ihre ersten musikalischen Schritte mit Coversongs ihrer Lieblingsbands Deep Purple, KISS, AC/DC und Iron Maiden. Schon kurze Zeit später beginnen sie jedoch schon eigene Stücke zu komponieren. Den Namen Edguy haben sie - wie auch Lynyrd Skynyrd - von einem Lehrer, den sie hinter seinem Rücken immer so nannten. 1995 folgt bereits der erste Plattenvertrag, während das Debüt "Kingdom of Madness", zwar nur mäßig erfolgreich ist, gelingt mit "Vain Glory Opera" jedoch 1998 der absolute Durchbruch: Glänzende Kritiken von Fans und Medien gleichermaßen.
Auf dem Metal-Olymp.
Parallel zur Weiterentwicklung und Reifung wächst auch stetig die Anhängerschaft der Jungs, die besonders den frisch frechen Spirit der Formatierung und ihrem sympathischen Sänger Tobi- auf der Bühne ein echter Scherzkeks- lieben. Innerhalb von nur wenigen Jahren erspielen sich Edguy einen Platz ganz oben in der Gunst der Metal-Fraktion und gelten als einer der unterhaltsamsten Acts überhaupt on stage. Inzwischen können Tobias Sammet (Voc.), Jens Ludwig (Git.), Dirk Sauer (Git.), Tobias "Eggi" Exxel (bs.) und Felix Bohnke (Dr.) aus dem hessischen Fulda auf 16 Jahre Bandgeschichte, Top Charts Platzierungen international, drei Welttourneen, gigantische Festival-Auftritte wie Headliner-Shows auf Wacken und acht Alben zurück blicken.
Avantasia.
Doch die ewig rastlosen von Edguy haben noch immer verdammt viel Pfeffer im Hintern und so scheint sich Tausendassa Tobi auch nicht vor weiteren Projekten zu scheuen, wie seinem Mammut Solo Werk "Avantasia"- einer groß angelegten "Metal Oper", an der sich zahlreiche namhafte Musiker beteiligen (u. a. Kai Hansen, Eric Singer, Timo Tolkki) und Sammet als Sänger und Schreiber in Erscheinung tritt. Auch hier lässt der große Erfolg nicht lange auf sich warten: Die Geschichte um den jungen Novizen Gabriel und seine spektakulären Abenteuer in ?einer Welt jenseits der menschlichen Vorstellungskraft?, stilistisch eingebettet im melodischen Power Metal mit symphonischen Klängen, orchestralen Passagen und epischen Bombast zählt Avantasia (aus den Worten "Avalon" und "Fantasia" zusammen gesetzt) inzwischen zu einen der Vorreiter Bands, die Klassik und Metal auf harmonische Weise vereinen. Hier kann das Mastermind indes auch schon auf drei Silberlinge und drei EPs stolz zurück blicken.
Tinnitus Sanctus.
Doch nun wird es nach zwei tourreichen Jahren wieder Zeit für das nächste Edguy-Meisterwerk, das auf den ungewöhnlichen Namen "Tinnitus Sanctus" hört, produziert, aufgenommen und gemischt von Sascha Paeth in den berüchtigten Gate Studios in Wolfsburg. "Das Material klingt wirklich breit, extrem hymnisch, heavy und mutig", freut sich der Vokalist. "Wir haben unsere typischen Trademarks natürlich drin, aber es gibt auch eine Menge Elemente die sich von allem unterscheiden, was wir bislang gemacht haben. Ich weiß, dass jetzt manche Fans aufschreien werden, denn ich kann mich gut daran erinnern, was ich davon hielt, wenn meine Lieblingsbands mit solchen Statements um die Ecke kamen. Aber in unserem Fall bin ich fest davon überzeugt, dass es das Album werden wird, an dem man uns in Zukunft messen wird". Vor einigen Monaten war auf der Band-Homepage ein ungewöhnliches Statement zu lesen, dass den Jungs "der reine Speed Metal inzwischen auf die Eier geht", was die Fans schon sehr verwunderte. Tobias kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen: "Statements müssen ja nicht immer nett sein, sie müssen ehrlich sein! Viele der heutigen Speed-Metal-Sachen klingen wie am Reißbrett konstruiert. Mit Geschwindigkeit kann man eben viel übertünchen. Mangelndes Feeling und mangelnde Qualität zum Beispiel. Die Dinger schreiben sich einfach leichter, als eine gute Midtempo Nummer oder eine gute Ballade. Natürlich war meine Aussage provokativ", gesteht er ein, ?schließlich gibt es nach wie vor Bands aus dieser Ecke, die ich sehr geil finde. Was mich dagegen aber nervt, ist die immer größer werdende Gleichförmigkeit vieler Gruppen, deren Platten einfach austauschbar klingen und ich persönlich habe auch keine Lust, nur auf diese Speed-Kiste reduziert zu werden. Ich möchte mich weiter entwickeln die Art Songs schreiben, die mir zum Zeitpunkt des Schreibens gefällt!"
Jasmin Froghy
www.edguy.net
myspace.com/edguy

