Inzwischen kann die Combo auf acht Alben und fast 20 Jahre Bandgeschichte zurück blicken. Nach unerwartetem LabelWechsel schufen Hansen (Ges., Git.), Henjo Richter (Git.), Daniel Zimmermann (Dr.) und Dirk Schlächter (B.) ihr neuestes Werk: "Land Of The Free II". Zwar wurde die aktuelle Scheibe ganz bewusst in einen Kontext zu dem `95er Klassiker gesetzt, präsentiert sich dennoch modern, frisch, temporeich und hymnisch melodisch mit jeder Menge positiver Energie.
Eine logische Entwicklung, findet Mastermind Kai: "Nach "Majestic" waren wir uns einig, dass wir beim Songwriting für die kommende CD eine klare und eindeutige Richtung vorgeben sollten. Der Vorgänger war eher dunkler und aggressiver ? wir haben uns einfach ausgekotzt und das war auch verdammt wichtig, um uns selbst zu befreien. Diesmal wollten wir wieder verstärkt Augenmerk auf jene Seite der Band richten, die von Beginn an ihre größte Stärke ausmachte, positive Power! Wo könnte es also anders hingehen? Wir fühlten diese Aufbruchstimmung und nachdem bei internen Besprechungen als grobe Wegrichtung immer wieder der Klassiker genannt wurde, fiel relativ schnell die Entscheidung, auch gleich Part II zu schreiben". Trotzdem engten sich die Hanseaten nicht ein, hielten sich alle Türen offen, "und hätte die Idee, die Vorstellung oder die Umsetzung nicht gepasst, wären wir auch jederzeit in eine andere Richtung gegangen", erzählt der sympathische Frontmann. Inhaltlich greifen die Nordlichter den roten Faden des Namenvetters wieder auf.
"Es gibt zwar keine Geschichte von A ? Z aber alle Lieder sind unmittelbar mit dem Begriff der Freiheit verknüpft. Die Songs greifen so zwar ineinander über, bauen aber nicht direkt aufeinander auf. Ich beschäftige mich immer sehr intensiv mit den Texten, versuche verschiedene Perspektiven zu beleuchten und will auch, dass die Anderen das Bild hinter der Lyrik begreifen", erklärt Kai, der mittlerweile auch als Urvater des deutschen Power Metals gilt. Eine Auszeichnung, die Hansen mit viel Humor nimmt: "Ich hätte zwar nicht gedacht, dass ich irgendwann als Gallionsfigur auf einem Schiff ende aber natürlich bin ich sehr beeindruckt und glücklich darüber. So ein Erbe zu hinterlassen ist toll, gerade als Musiker", lacht der Künstler und fügt hinzu: "Wir versuchen uns auch immer neu zu erfinden, brechen stetig aus dem Melodic Metal Raster aus und behalten uns allen kreativen Freiraum. Dabei ist uns der kommerzielle Erfolg jedoch ziemlich egal".
"Da ich nur schwer zufrieden zu stellen bin, setze ich mich sehr oft selbst unter Druck. Aber bei "Land Of The Free II" lief alles wie geschmiert und wenn drei aus der Band ihr Go! geben, akzeptiere ich das. Meistens?", schmunzelt Kai. Erzählt der Elbstädter von der typischen Gamma Ray Songwriting Session leuchten seine Augen. "Einer kommt mit der Idee und spielt sie den Anderen vor. Dann wird einfach ein bisschen gejammt und ausprobiert. Songs entstehen spontan. Aber diese Zeit im Studio gehört zu meinen Sternstunden. Man komponiert, kommuniziert und kreiert etwas zusammen, das ist für mich Band!"
Ab Dezember kann man die Metaller mit ihren Kollegen von Helloween live erleben. Ein Mega Event, dem jetzt schon heiß entgegen gefiebert wird: "Die Idee zu einer gemeinsamen Tour reifte während der letzten zwei Jahre, als wir auf diversen Festivals zusammen spielten. Die Zeitpläne passten, also haben wir uns für eine Doppel-Show entschieden. Die Tour wird der Hammer! Wir werden unsere Fans rocken und eine geniale Zeit zusammen verbringen".
Jasmin Froghy
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