Eddie Page, GF Barbarabar, Hamburger Berg 11
Wenn die Leute rausgehen, gibt es neue Probleme: Die Lautstärke auf den Straßen wird steigen und die Anwohner werden sich beschweren. Das Gesetz wird ein Schuss nach hinten. Wenn in der Bar geraucht wird, dann zahlt der Kunde oder eben der Gastronom Strafe. Wie will man das durchsetzen? Soll ich dann die Davidswache anrufen?
Patrick Filipe, GF, Bakerya, Grindelallee 26
Wir werden Heizstrahler auf der Terrasse aufstellen und lassen das Verbot erstmal auf uns zukommen. Ich habe aber meine Bedenken, dass das Gesetz überhaupt zu Stande kommt. Irgendjemand wird bestimmt klagen und das wird dann eine Verzögerung erwirken.
Helena Fayaz, Geschäftsführerin, Kostbar, Susannenstr 36
Wir werden die Leute zum Rauchen nach draussen schicken müssen, da wir hier leider keine Räumlichkeiten haben. Ich bleibe aber optimistisch und hoffe, dass es dadurch nicht zu großen Umsatzeinbußen kommen wird.
Frank Hoffmann, Geschäftsführer, Roschinskys, Hamburger Berg 19
Ich finde es total absurd Leuten, die legal Zigaretten kaufen dürfen, das Rauchen zu verbieten. Wenn rauchfreie Kneipen in der Marktwirtschaft so ein Erfolg wären, dann würde es die schon längst geben. Wir rechnen mit bis zu 40% Umsatzeinbußen, aber wir haben neue Markisen und Heizstrahler gekauft, damit die Leute draußen rauchen können.
David Siebert, Lehmitz, Reeperbahn
Sicher wird es einen Umsatzrückgang so um 1/3 geben. Einige Wirte werden dadurch Pleite gehen. Nicht alle können sich Umbauten leisten. Wenn die Gäste sich dran gewöhnt haben werden sie dann mehr trinken...weil Ihnen ohne eine Zigarette einfach etwas fehlt...glaube ich. Dann wird sich alles wieder ausgleichen.
Herr Campos, Café Bar Wien, Ballindamm Binnenalster
Ich erwarte einen Rückgang des Geschäftes um 10%. Wir müssen uns mit der Gesetzgebung arrangieren...da kommen wir nicht drum herum. Viele Wirte werden das Rauchverbot durchsetzen müssen ohne Alternativen anbieten zu können.
Sabine Clarius, Inhaberin, Kleine Pause, Wohlwillstr. 37
Mit Sicherheit werden es weniger Kunden werden aber hoffentlich nicht zu viele. Mehr als die Hälfte unserer Kunden rauchen. Ich habe da gemischte Gefühle. Klar, als Geschäftsfrau finde ich das nicht gut aber privat eigentlich schon. Für viele Eckkneipen bedeutet das Gesetz aber wahrscheinlich den Tod.
Baris Kekilli, Kaffeemeister, Cafe Chakra, Susannenstraße 11
Die Situation wird sich nach 2-3 Monaten normalisieren, denn die Menschen werden sich daran gewöhnen müssen. Persönlich bin ich zweier Meinung. Als Gastronom finde ich das Verbot natürlich schlecht, aber für die Gesundheit der Menschen ist es gut. Ich bin selbst Raucher, aber finde es eigentlich besser so, denn rauchen ist tödlich.
Maryam Cheraghi, Geschäftsführerin, Presse, Susannenstr. 42
Viele unserer Kunden rauchen und wir können uns nicht leisten einen Raucherraum einzurichten. Ich schätze, dass zu Beginn erst einmal ca. 30 Prozent wegbleiben. 2008 wird ein hartes Jahr für uns werden.
Rocco Felice Agosti, Chef für den Abend, Toastbar, Wohlwillstr. 54
Prinzipiell ist es natürlich Scheiße, das Rauchen zu verbieten aber wieso sollten die Leute nicht mehr kommen, man kann ja draußen vor der Tür rauchen. Die Arbeit an der Bar wird dadurch auch viel angenehmer. Ich kann gut drauf verzichten 8 Stunden lang vollgequalmt zu werden!
Petra Kayser, Inhaberin, Sorgenbrecher, Hamburger Berg 23
Das Gesetz ist völliger Quatsch, aber wir können da nichts machen. Auf jeden Fall werden weniger Leute kommen, aber meine Hoffnung ist, dass sich das irgendwann stabilisiert, weil das Verbot in allen Bars gilt und alle Gäste irgendwann ausgehen wollen.
Münir Gürsay, Inhaber, Cafe 43, Schulterblatt 43
So pessimistisch bin ich nicht, man kann immer noch vor der Tür rauchen, wenn die Behörden das erlauben. Es ging zu schnell. Man wurde von heute auf morgen ins kalte Wasser geschmissen. Man sollte den Rauchern längerfristig helfen. Ich werde mir jedenfalls Sprüche einfallen lassen und an die Scheibe kleben um meinen Unmut mitzuteilen.
Raja Budwig, Hörsaal, Spielbudenplatz 7
Klar wird es anfangs Einbrüche geben, aber das wird sich schnell einpendeln. Die Leute wollen immer feiern gehen und immer Spaß haben! Statt vor der Tür zu stehen, werden sie den Weg von einem Club in den nächsten zum Rauchen nutzen. Aber ich finde es schade, dass man uns durch ein Gesetz die freie Entscheidung nimmt. Das fängt jetzt beim Rauchen an und ich will nicht wissen, wo es irgendwann aufhört.
Gerrit Lerch, Inhaber, Bar Projekt Nummer Eins (BP1), Schulterblatt 74
Es gibt einen klaren Wettbewerbsvorteil für Gastronomen, die groß genug sind einen Raucherraum einrichten zu können und das macht die Regelung komplett unfair. Das BP1 ist ein kleiner Laden und die Leute kommen um Alkohol zu trinken und sich dadurch körperlich zu schädigen. Warum muss man da das Rauchen verbieten? Das kapier? ich nicht. Das wird dem Laden ganz klar wehtun.
Martin Strecker, Haus73, Schulterblatt 73
Wir erwarten keinen Rückgang, denn ich glaube, die Leute stellen sich einfach nur um. Das Gesetz lässt einem ja keine Wahl: Egal, wo man hingeht, man darf nicht rauchen. Für uns heißt das konkret, dass im Hauptteil nicht geraucht werden darf. Naja, und im Notfall müssen halt die Hinterräume als Raucherlounge herhalten.?
Ibrahim Cinar, Kafe X, Schulterblatt 88
Wir haben das Glück einen Raucherraum einrichten zu können, daher rechne ich nicht mit großen Verlusten. Aber ich finde es nicht gut die Leute mit Gesetzen erziehen zu wollen. Das ist der falsche Weg. Verbote sind nie eine Lösung gewesen und führen zu nichts. Man sollte das Problem an der Wurzel packen und mehr in Prävention investieren.
Herr Faruk, Dönerspezialist, Pamukkale, Susannenstraße 35
Das nächste Jahr wird schwer, denn wir haben eh keinen stabilen Markt und jetzt kommt auch noch das Rauchverbot hinzu: Kneipen Bars und Cafes werden ca. 25 % weniger Umsatz machen. Die Menschen werden sich zwar daran gewöhnen, die Gastronomie wird sich aber nur langsam erholen.
Anna Berberyan, Inhaberin, Wildwechsel, Beim Grünen Jäger 24
Bei uns wird nicht geraucht werden, aber die Wege sind kurz und die Leute können schnell raus gehen. Das könnte vielleicht sogar ganz kommunikativ werden. Ich selbst rauche nicht mehr, aber früher hätte ich mich wahnsinnig darüber aufgeregt. Jetzt darf man auf dem Kiez bald auch kein Alkohol mehr trinken und das ist mir zu viel Druck von oben herab.
Kay Rosenbach, Chef, Ponybar, Allende Platz 1
Ich glaube nicht, dass wir weniger Zulauf haben werden, weil das Rauchen ja schließlich überall verboten ist. Wir werden jedenfalls nichts verändern und unsere gewohnte intime Atmosphäre beibehalten. Außerdem kommen dann ja auch Gäste, die vorher wegen des Qualms nicht gekommen sind. Das wird sich also aufheben.

