Die meisten FC St. Pauli-Hitlisten führt Marius Ebbers an. Bei dem 32jährigen Blondschopf gilt das Motto: je oller, je doller. Bislang 12 Tore gehen in der aktuellen Saison auf Ebbes Konto. Dazu kommen neun Vorlagen, kein Mannschaftskollege hat mehr Schüsse (39) abgegeben und keiner hat eine bessere Tor-Quote (3,9), als der gebürtige Essener. Der Kiezclub blickt von der Tabellenspitze auf die Konkurrenz - und verdankt dies unter anderem dem sympathischen Torjäger, der seit Sommer 2008 unter der Piraten-Flagge kickt.
Im Kreis der recht jungen FC St. Pauli-Mannschaft nimmt der Angreifer die Rolle des erfahrenen Profis ein.
Als Aufstiegskandidat gehandelt zu werden, macht mich nicht nervös. Wir stehen zu Recht oben in der Tabelle und da wollen wir auch bleiben. Bisher geht die Mannschaft mit der Situation richtig gut um. Wenn wir so weitermachen, wird das zwangsläufig zum Aufstieg führen.
Ein Gefühl, das Ebbelix schon zwei Mal erlebt hat: Mit dem 1. FC Köln gelang ihm 2005 der Aufstieg ins Fußball-Oberhaus und zwölf Monate später auch mit Alemannia Aachen. Die erste Bundesliga-Luft durfte er allerdings schon viel früher schnuppern. Nach seinem Wechsel vom Jugendverein Schwarz-Weiß Essen zum MSV Duisburg debütierte Marius 1998 gegen den VfL Bochum. In der Folgezeit zog es den damals 20jährigen Nachwuchs-Profi zur SG Wattenscheid 09, wieder zurück zum MSV Duisburg, von dort zum 1. FC Köln, weiter zu Alemannia Aachen und schließlich in den hohen Norden zum FC St. Pauli.
Als ich den Anruf von Sportchef Helmut Schulte erhielt, wollte ich eigentlich nicht aus dem Westen weg. Aber als sich abgezeichnet hat, dass es mit Aachen nicht weitergeht, habe ich mich schnell entschieden - und das bis heute nicht bereut. (lacht)
Mit seiner kleinen Familie - Frau, Kind und ein Labrador - lebt Ebbers in Winterhude.
Die meiste Freizeit verbringe ich momentan zu Hause. Mein Sohn ist gerade ein Jahr alt und lernt laufen - davon möchte ich so viel wie möglich mitbekommen. Wenn sich die Möglichkeit bietet, geh ich Abends auch mal mit den Mannschaftskollegen Florian Bruns, Matze Lehmann und Carsten Rothenbach auf die Piste. Wir starten in der O-Feuer-Bar auf der Schanze und enden dann irgendwo auf dem Kiez. Es passiert allerdings nicht häufig, dass wir am Wochenende weggehen. Wenn für Sonntag ein Spiel ansteht, ist spätestens Mittwoch Schluss. Na gut, so als 19jähriger bin ich auch noch drei Tage vor einem Spiel rausgegangen - da war ich aber auch noch nicht im Profi-Bereich und nebenbei Sänger einer englischsprachigen Punkrock-Band namens Hunchback (lacht)
Jetzt ist das Millerntor die Bühne des blonden Knipsers, der die Fans und den Trainer mit seinem spektakulären Offensivfußball begeistert. Als alter Punk-Rocker ist sich Ebbers dennoch nicht zu schade, den Ball flach zu halten.
Abgerechnet wird erst am Ende der Saison - und bis dahin haben wir noch viel Arbeit vor uns!
Stefanie Ohl







