Jeder Zweite braucht Sehhilfe

Deutschland sieht schlecht: Jeder Zweite braucht Sehhilfe

4. Januar 2017

Siehst du ohne Brille noch ganz hervorragend? Dann bist du in Deutschland in der Minderheit. Einer Studie zufolge benötigt mehr als jeder zweite Bürger im Land eine Sehhilfe. Besonders bei den Jüngeren steigt die Zahl der Brillenträger.

Zahl der jungen Brillenträger hat sich verdoppelt

Das Kuratorium Gutes Sehen führt alle drei Jahre eine Bevölkerungsumfrage zum Thema Gutes Sehen durch. Die letzte Brillenstudie ergab dabei wenig Gutes: Insgesamt 63,5 % der Deutschen über 16 Jahren sind auf eine Sehhilfe angewiesen. Frauen übrigens häufiger als Männer (67 % zu 59 %). Allerdings könnte die Dunkelziffer noch höher liegen, denn lediglich 42 % der Nicht-Brillenträger haben in den letzten Jahren einen Sehtest beim Optiker oder beim Augenarzt gemacht.

Erschreckend dabei: Vor allem unter Jüngeren nimmt die Kurzsichtigkeit stark zu. Die European Eye Epidemiology Consortium stellte fest, dass rund 47 % der 25-29-jährigen Europäer mittlerweile kurzsichtig sind, während es bei den 55-59-jährigen trotz höheren Alters “nur” 28 % sind. Die Schuld ist schnell gefunden: Computerbildschirme und Smartphone-Displays, vor denen junge Leute den größten Teil des Tages verbringen.

Was tun bei Fehlsichtigkeit?

Umfangreiche Internetportale wie Blickcheck haben sich ganz dem Thema Fehlsichtigkeit gewidmet und bieten einen einfachen Online-Sehtest an. Dieser sollte jedoch nur als Anhaltspunkt dienen. Wenn du den letzten Sehtest zur Führerscheinprüfung vor 15 Jahren gemacht hast, solltest du den nächsten Augenarzt oder Optiker aufsuchen und einen umfassenden Sehtest machen lassen.

Wird eine Fehlsichtigkeit festgestellt, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Die einfachste und mit Abstand am weitesten verbreitete Sehhilfe ist die Brille. Die Krankenkassen geben heute meist wieder einen Zuschuss zur Brille, doch auch ohne Zuschuss sind günstige und dennoch attraktive Brillen schon für etwa 100-200 Euro zu haben. Eine Alternative sind Kontaktlinsen, die in Deutschland von ungefähr 5 % der Fehlsichtigen getragen werden. Portale wie Cleverlens halten umfangreiche Informationen zu diesem Thema bereit. Kontaktlinsen sind vor allem für sportliche Aktive eine gute Wahl, die z. B. beim Laufen im Gelände oder beim Wassersport von der Brille gestört werden. Die teuerste Variante ist eine Korrektur der Fehlsichtigkeit per Laser: Da die Krankenkassen die Kosten nicht übernehmen, müssen Patienten mit etwa 800 Euro rechnen – pro Auge.

Lässt sich Fehlsichtigkeit vorbeugen?

Die enorm gestiegene Kurzsichtigkeit unter Jüngeren wird nicht nur den Bildschirmen zugeschrieben, sondern auch einem Mangel an Tageslicht und frischer Luft. Öfter mal kurze Spaziergänge unternehmen oder während der Arbeitszeit Pausen am offenen Fenster einlegen, könnte also einen Teil dazu beitragen, die Augen zu entlasten und die Kurzsichtigkeit zumindest etwas hinauszuzögern.

Bild: © istock.com/PeopleImages

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