OXMOX – Special: Menschen in St. Georg

27. September 2017

Menschen in St. Georg

– Teil 3

 

Zwei Herzen schlagen in Hamburg-Mitte, im wahrscheinlich buntesten Viertel der Stadt: In der hippen Langen Reihe haben sich die Tre­ndsetter und Kreativen in schicken Altbauten angesiedelt, während auf dem Steindamm ein Potpourri aus Exotik und Bahnhofs-Atmos­phäre brodelt. Zwei Straßen, die unterschiedli­cher kaum sein können, und nur wenige Meter voneinander entfernt liegen – die OXMOX-Redaktion mittendrin. Diese Gegensätzlich­keit von alt und modern, hip und herunterge­kommen, weltoffen und zurückgezogen macht den Stadtteil aus. Ansichten über die Gegen­wart und Zukunft des Viertels …

Eingang der Helter Skelter Bar am Steintorplatz

 

Die Helter Skelter Bar im Generator Hostel am Steintorplatz soll ein Treffpunkt zum Wohl­fühlen sein: Freunde treffen, zusammen sein, tolle Konzerte erleben und dazu leckere Drinks von unserem Bar Chef Yonattan genießen. Hot Dogs, Burger oder Salate werden vom fabel­haften Küchenchef Chris zubereitet. Vor allem die warme und familiäre Atmosphäre sowie das grandiose Veran­stal­tungsteam machen die Bar unvergleichlich! Zum Team gehören u. a. die Tontechniker Orlando, Wolle Geier, Friedel Weizendusch und Jörg sowie die festen DJs Andre, Julian Mzuzu, ILz, Nachtfalke oder At.“, erzählt Event-Managerin Jenny (35). „Für mich ist St. Georg das wahre, echte und bunte Leben. Leider auch mit viel Elend und traurigen Geschichten verbunden … Aber das ist das schöne: Nichts wird retuschiert. Ich bin von der Nachbarschaft sehr beeindruckt: Tolle, un­terschiedliche Menschen.“.

Helter Skelter

 

Wir verzichten auf standardisierte Floskeln und sind wie wir sind: Individuelle Persönlich­keiten, charmant und professionell. Die Super­bude in der Spaldingstraße 152 lebt durch die Vielfältigkeit ihrer Mitar­beiter und Gäste. Ein harmonisches Mitein­ander, welches auf Ver­trauen basiert, steht an der Tages­ordnung.  Wie bei guten Freunden, darfst du dir als Gast deinen Platz suchen und dich am Kühlschrank bedienen und Filme oder Fußball schauen – bei uns sogar auf Leinwand. Egal, ob du eine Bude bei uns hast, oder unser Nachbar bist.“, freut sich der Teamchef Danilo (30). „St. Georg ist für mich ein wunderbar gele­gener bunter Stadtteil. Alsternähe, gute viel­seitige Gastronomie, Kindergärten, Spiel­plätze sowie nette charmante Boutiquen. Das Herz, die lange Reihe, ist mit dem bunten An­gebot von Bars, Restaurants und kleinen Läden ein Anlaufpunkt für Künstler, Hipster und „nor­male“ Angestellte. Mein Ausgehtipp für war­me Sommerabende ist die Rooftop-Bar im „The George“-Hotel mit einem grandiosen Ausblick auf die Alster.“.

von links nach rechts: Christian Ernesto Tönnes, Malte Block, Bezirksamtsleiter Falko Droßmann, Niklas Kühnemund – Credit: Annabelle Sternhagen

 

Das KIDS (Kinder In Der Szene) ist ein Angebot der Jugendsozialarbeit von basis & woge e. V.. Es richtet sich an Mädchen und Jungen bis 18 Jahren rund um den Haupt­bahnhof und das schon seit 1993. Die Türen des KIDS sind rund ums Jahr geöffnet. Wir bieten niedrigschwellige Hilfe für junge Men­schen, die durch alle Netze gefallen sind und sich hier in einem Schutzraum mit Grundver­sorgung von professionellen Ansprechpart­nern beraten lassen können. Unser Team freut sich, nach Monaten in Containern am Holzdamm, nun bald wieder einen festen Ort in der Langen Reihe beziehen zu können. Hier ziehen Kinder­rechte ein!“, erklärt der Diplompädagoge Mal­te Block (44). „Wenn Hamburg bunt ist, dann ist St Georg ein Regenbogen! Hier kommen Men­schen aus der ganzen Welt zusammen. Be­sonders der HBF ist ein „melting pot“ für arm und reich von nah und fern. Unser soziales Netzwerk im Stadtteil ist eine gewachsene Str­uktur und schafft Lösungen, wo die Not Men­schen zueinander führt. Der sommerliche Son­nenuntergang über der Kunsthalle ist ein Spek­takel und eine Belohnung nach getaner Ar­beit.“.

Leiter des Bahnhofsmanagement: Michael Dominidiato

 

Mit meinem Team kümmere ich mich täglich um die Belange der Reisenden, Besucher und Mieter im Hamburger Hauptbahnhof. Dabei geht es um die Verfügbarkeit der technischen Anlagen, wie zum Beispiel Fahrtreppen und Aufzüge. Ein weiterer Schwerpunkt ist der bauliche Erhalt des Hauptbahnhofs. Ganz besonders steht natürlich im Fokus Sauber­keit, Sicherheit und Service. Wir wollen den Hauptbahnhof zu einer modernen Mobili­tätsdrehscheibe weiterentwickeln. Gemein­sam mit Vertretern der Stadt, der Bahnhofs­mission und den Eisenbahnverkehrsunter­nehmen arbeiten wir daran, den Komfort, die Aufenthaltsqualität im Hauptbahnhof und die Mobilitätsangebote weiter zu verbes­sern.“, erklärt Michael Dominidiato, Leiter des Bahnhofmanagements.

 

Täglich habe ich mit Menschen vieler Kul­turen, Religionen, Nationalitäten und aller Generationen zu tun. Ich arbeite mit Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren und bewege mich im kirchlichen und städt­ischen Umfeld gleichermaßen. Interkultu­reller Konfirmandenunterricht mit unseren afrikanischen Partnern gehört ebenso zu meinen Aufgaben wie Seelsorge, Gottes­dien­s­te, sozialdiakonische Arbeit, Zusam­men­arbeit mit den muslimischen Partnern, die Organisation diverser Projekte, Veran­stal­tungen und Reisen u. v. m. Alles zusam­men macht meine Arbeit bunt und vielfältig. Und es bleibt eine lebendige Heraus­for­der­ung für mich, im globalen Getümmel dieser Welt von dem zu erzählen, was mich trägt und woran ich glaube.“, verrät Elisabeth Kühn (51), Pastorin der Kirchengemeinde St. Georg-Bo­rgfelde. „Als Zugereiste wohne ich seit zwei Jahren in St. Georg, fühle mich hier rundum wohl und will derzeit nirgendwo anders sein! Was für manche abschreckend wirken mag, bedeutet für mich Leben: In St. Georg begeg­ne ich u. a. Wohnungslosen, Hamburg-Tour­isten, Flüchtlingen und Alsterwanderern. Ich genieße es, mitten im Zentrum zu leben, im Sommer im Café an der Straße zu sitzen und spät abends um die Alster joggen zu kön­nen.“.

Elisabeth Kühn

 

Daniel Martens

 

Das Centermanagement der Wandelhalle im Hamburger Hauptbahnhof ist die zentrale Anlaufstelle für alle Themen rund um die Wandelhalle. Unsere Aufgaben umfassen alle klassischenTätigkeitsbereiche, wie Immobilienverwaltung, das Vermietungs- und Flächen­manage­ment, das Marketing, die Aktions­planung und das Ver­tragsmanagement, dabei stehen die Sauberkeit, Ordnung und technische Belange in der Wandelhalle stets für uns im Fokus. Besonders am Herzen liegt uns die Zufriedenheit der Kunden und die Zusam­menarbeit mit den Mietern der Wandelhalle im Hamburger Hauptbahnhof, für die wir als Centermanagement jederzeit zur Verfügung stehen.“, so Daniel Martens, der Geschäfts­führer des Centermanagements. „St. Georg ist ein besonders quirliger Stadtteil. Was ihn so besonders macht: Hier lebt und arbeitet eine bunte und tolerante Gemeinschaft. Mit den lebendigen Straßen, Einkaufsmöglichen und kulinarischer Vielfalt bietet der Stadtteil ein abwechslungsreiches Angebot für alle Be­sucher und Bewohner.“.

Stadtteil-Polizist Jochen Kalina

 

Zu meinen Aufgaben als Stadtteil-Polizist für St. Georg gehört das Gewährleistung sicht­barer bürger­naher Präsenz, insbesondere an örtlichen Brennpunkten, das Herstellen und Pflegen von Kontakten zu örtlichen ansässigen Personen und Institution (z. B. Wohn­bevölkerung, Un­ternehmen, Schulen, Kinder­gärten, Senioren­heimen und den 14 Moschee­gemeinden), die Beratung und Auskunftser­teilung in polizei­lichen Angelegenheiten sowie Aufklärung und Information zur Verhinderung von Straftaten und Verkehrsunfällen, insbe­sondere bei Senior­en, das Treffen von Maß­nahmen bei polizeilich relevanten Vorkomm­nissen (z. B. Straftaten, Ordnungswidrigkeiten, Versammlungen, Lat­ernenumzügen, Stadtteil­festen) sowie die Tätigkeit als Cop4U (Schul­polizist) an drei Schulen.“, erklärt Jochen Kalina (56). „St. Georg ist ein sehr vielfältiger, interessanter, lebendiger und offener Stadtteil, in dem viele Szenen in unmittelbarer Nach­barschaft gut zu­sammen leben. Mir gefällt die bunte Mischung aus Wohnbevölkerung, Schul­en, Kindergärten, Moscheen, Touristen, Men­schen aus allen Ländern der Erde, orienta­lischen Geschäften und Restaurants.

Die Bahnhofsmission ist als niedrigschwelle soziale Notfallambulanz in Hamburg einzig­artig. Wir bieten durchgängig 24 Std. am Tag den Menschen Hilfe an, die sich am Bahnhof aufhalten, die ankommen, abreisen oder zur­ückbleiben. Unsere Hilfe umfasst sowohl Un­terstützungen im Reiseverkehr sowie akute Hilfe für Menschen, die sich an diesem Ort auf­halten und sich in konkreten Notlagen befinden. Wir informieren und vermitteln zu Fachein­richtungen und Beratungsstellen, wir unter­stützen und überbrücken mit konkreten Hilfen. Wir spenden Trost, hören zu und geben Hoff­nung.“, verrät der Leiter der Bahnhofsmission Axel Mangat (41). „Der Stadtteil St. Georg, an den der Hauptbahnhof angrenzt, ist für mich besonders durch die unterschiedlichen Men­schen so faszinierend. Wohn-, Kultur-und Partybevölkerung, Wohlhabende und Arme, Christen und Muslime – sie alle leben hier, begegnen einander und haben ihre jeweiligen Vorstellungen und Erwartungen.

Axel Mangat

   Mario Regensburg

Als Küchenchef des Reichshof Hotels bin ich im Restaurant nicht nur für das Konzept der Küche, die Menü-Auswahl und die Qualität der Gerichte zuständig, sondern auch verant­wortlich für 20 Mitarbeiter der Küche.“, so Mario Regensburg (34). „St. Georg ist ein­malig in Hamburg mit seiner Vielfalt, Atmos­phäre und den Bewohnern. Nicht nur die Nähe zur Alster und Hauptbahnhof kennzeich­nen diesen Stadtteil, sondern vor allem die unter­schiedlichen Straßen mit den jeweiligen Ge­schäften und Stilen. Von der Langen Reihe mit den guten Restaurants bis zum Steindamm, wo man sämtliche exotische Gewürze und Lebens­mittel kaufen kann. Und natürlich die Kultur­institutionen vom Deutschen Schau­spielhaus, dem Ohnsorg Theater oder das Savoy-Kino, in dem ausschließlich Filme im Original gezeigt werden.

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