Night Demon Rockhard Festival

ROCKHARD FESTIVAL 02.-04.06., Amphitheater Gelsenkirchen

31. Juli 2017

ROCKHARD FESTIVAL 02.-04.06., Amphitheater Gelsenkirchen

Nachdem das Rock Hard Festival in den 90er Jahren an verschieden Locations stattgefunden hat, wird es seit 2003 im wunderschönen Amphitheater in Gelsenkirchen veranstaltet.

Sollte es erst nur eine einmalige Jubiläumsfeier zum 20 jährigen Geburtstag des Rock Hard sein, hat es sich mittlerweile zu einem regelmäßigen Treffpunkt für ca. 7000 Metallern aus ganz Deutschland und dem Ausland gemausert.

Am ersten Tag verpassten wir den Abriss der Wahl-Hamburger Mantar, da der Einlass am Eingang leider sehr schleppend vor sich ging, und so war das erste Highlight die All-Star Band The Dead Daisies, die sich u.a. aus Ex-Mitgliedern von Mötley Crüe, Whitesnake & Thin Lizzy zusammensetzt und die mit ihrem Gute-Laune-Hard Rock die Anwesenden prächtig unterhielten.

Geboten wurde ein Querschnitt aus eigenem Material und auch diverse Cover-Versionen, absolutes Highlight:„Helter Skelter“.

Übrigens: sollten Mötley Crüe doch noch mal eine Reunion starten, wäre John Corabi sicher die bessere Wahl am Mikro!

Auf Candlemass war ich sehr gespannt und es wurde auch eine solide Show geboten, die allerdings trotz diverser Klassiker in der Setlist keine Akzente setzten konnte.

Frontmann Mats Levén ist gesanglich eine sichere Bank, kam aber charismatisch keine Sekunde an seine beiden Vorgänger Messiah Marcolin und Robert Low heran und die Abwesenheit des Bassisten und Bandgründers Leif Edling tat ihr übriges. Schade!

Am Tag zwei zeigten dann die „älteren“ Herren von Asphyx und Exodus, dass man auch mit 50 noch eine mächtig brutale Metal-Keule schwingen kann.

Highlights die Ansagen von Martin van Drunen im besten Holland-Deutsch, die so gar nicht zu einer brutalen Death Metal Band passen wollen, die Band aber absolut sympathisch machen, sowie wie Exodus, die zur Zugabe des Klassikers „Strike Of The Beast“ eine kleinen Jungen auf die Bühne holten und ihm eine Gitarre umhängten.

Der Kleine war natürlich aufgeregt, aber professionell und früh übt sich bekanntlich.

Mit dem Auftritt haben Exodus wieder mal bewiesen, dass sie immer noch eine der besten Thrash-Bands aller Zeiten sind und sicher eher zu den “Big Four“ gehören als Anthrax!

Als Kontrastprogramm gab es dann gute Laune Rock mit den lustigen Dänen von DAD, die zur Sicherheit erst mal ihr Riesen-Sofa hinter dem Schlagzeug aufgebaut hatten und die mit Stig Pedersen wahrscheinlich den extravagantesten Bassisten in ihren Reihen haben.

Mal abgesehen von seinem Bühnen Outfit inklusive Sturzhelm, spielte er fast bei jedem Song einen anderen abgefahren Bass, so z.B. das Modell „Roter Baron“ in Form eines Kampfflugzeuges aus dem ersten Weltkrieg.

Das Partyhighlight des Festivals!

Der letzte Tag des Festivals wurde dann von der zur Zeit wohl heißesten und sehr sympatischen Metal Newcomer Band Night Demon eingeleitet, die wie immer, von Anfang bis Ende Gas gaben.

Was für ein perfektes Power Trio, die ihre Spielzeit ohne lange Ansagen nutzen und ihr Set mit der klasse Coverversion des Iron Maiden Klassiker Wasted Years fulminant beendeten.

Wenn sie weiter so hart touren und es in Zukunft schaffen ihre Live Power auch auf Platte zu bannen, werden sie noch ganz groß.

Wie auch schon bei Behemoth am Tag zuvor, funktionierten der avantgardistische Black Metal von Secrets Of The Moon bei Tageslicht und unter freien Himmel irgendwie nicht so gut und so war das nächste Highlight erst wieder Ex-Manowar Ross The Boss, der mit den alten Manowar Hymnen natürlich überhaupt nichts verkehrt machen konnte und so das Publikum sicher im Griff hatte.

Vielleicht sollte Ross mal Eric Adams fragen, dann kann das mehr und mehr zur Comedy verkommene „Original“ einpacken.

Dirkschneider waren dann ein weiteres Highlight.

Geboten wurde die mega erfolgreiche „Farewell To Accept“ Show, die inzwischen überzeugender und authentischer wirkt, als die seiner nicht minder erfolgreichen Ex-Arbeitgeber.

Wer noch nie beim Rock Hard Festival war, sollte es schnell nachholen, es erwartet einen eins der nettesten Festivals, die es in Deutschland gibt in einer absolut stimmungsvollen Location.

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