OXMOX Review: 21.1., Einstürzende Neubauten, Elbphilharmonie

24. Januar 2017

Hamburg hat Mut bewiesen. High Heels treffen Dr Martens beim ersten der beiden Einstürzende Neubauten-Konzerte in der Elbphilharmonie. Es dauert eine Weile bis Blixas Gesang vom Mischpult hervorgehoben wird. Mit der Dauer des Konzertes wird es besser und am Ende glasklar. 90 % der Greatest Hits spielen in der Neuzeit. Die Neubauten sind erwachsen und zahmer geworden. Trotzdem brodelt es. Neu ist die Metamorphose, welche die Einstürzenden Neubauten eingeleitet haben. Von der imfernalischen Ursuppe zum Zeitalter des Dadaismus und Konstruktivismus. Ab die “Befindlichkeit des Landes“ bricht das Eis endgültig. Es klingt wie Ironie als Blixa intoniert: „Die neuen Tempel haben schon Risse, künftige Ruinen“. Überhaupt ist Blixa sehr entspannt und selbstironisch. Die Band inszeniert hypnotische, eruptive Klänge. Vieles ist hörbar geworden, aber nicht schlechter. Theatralisch geradezu, je mehr es dem Ende zugeht. Bei “How Did I Die“ dröhnt die Elbphilharmonie, wie bei einem Erdbeben. Der Klang geht durch den ganzen Körper. Standing Ovations und zwei Zugaben sind der Lohn. Die Neubauten haben bewiesen, dass es geht in der Elbphilharmonie. Mut wird belohnt.

OX 2017

Blixa Bargeld – Gesang

Alexander Hacke – Bass

N.U. Unruh – Percussion

Jochen Arbeit – Gitarre

Rudolf Moser – Percussion

Setlist:

1. The Garden

2. Haus der Lüge

3. Nagorny Karabach

4. Dead Friends

5. Unvollständigkeit

6. Youme & Meyoz

7. Die Befindlichkeit des Landes

8. Sonnenbarke

9. Sabrina

10. Susej

11. Silence Is Sexy

12. How Did I Die

13. Ein leichtes leises Säuseln

14. Die Interimsliebenden

15. Total Eclipse Of The Sun

16. Sakamandrina

17. Redukt

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