OXMOX Reviews: Oben ohne feiern – Die schönsten Bilder des Festival-Sommers 2016

5. September 2016

AIRBEAT ONE FESTIVAL

14.-17.07., Neustadt-Glewe

Vier Tage zwischen 40.000 Feierwütigen und mehr als 120 Acts – eine beeindruckende Kombination aus Musik, Spaß und Adrenalin: Das war das von OXMOX präsentierte Airbeat One! Auf der 120 Meter breiten MainStage wurde hinter Steve Aoki, Tiesto, Afrojack und Martin Solveig eine beeindruckende Licht- und Feuershow präsentiert. Wer gerade keine Lust zu tanzen hatte, konnte zwischen Bungee Jumping, Riesen-Kettenkarussell, Wasserrutsche oder dem größten mobilen Pool Europas wählen. Trotz der kri­tisierten langen Wartezeiten am Einlass, wurde ein spektakuläres und buntes Miteinander gefeiert. J. Diercks

WACKEN OPEN AIR

04.-06.08., Wacken

Das größte Metal-Festival ist vorbei, unter Einsatz eines Hochdruckreinigers bekommt man die letzten Schlammreste unter den Fin­gernägeln weg. Auch dieses Jahr meinte es das Wetter nicht gut mit den 75.000 Besuch­ern: Dauerregen, der auf das „Holy Wacken Land“ fiel bevor auch nur der erste Ton er­klungen war, sorgte dafür, dass man ohne Gummistiefel hoffnungslos verloren war. An dieser Tatsache kann man immer wieder die Frischlinge unter den Festivalbesuchern er­kennen. Wer in Wacken mit Turnschuhen aufläuft, erntet Gelächter. Dabei wäre es möglich, bestimmte Wege auf dem Gelände zu befestigen oder dafür Sorge zu tragen, dass man die Schlammwüsten so klein wie möglich hält. Anscheinend gibt es keine Ver­anlassung seitens der Veranstalter, diese Um­stände zu ändern … Headliner waren 2016 Iron Maiden, Whitesnake, Blind Guardi­an, Twisted Sister, Triptykon und Dio Dis­ciples. Wie an diesen Namen zu erkennen ist, lag der Schwerpunkt auf dem traditionellen Hard Rock/Heavy Metal. Ein großer Kritik­punkt, der schon im Vorfeld des Festivals im­mer wieder aufkam. Da der Festivalbesucher sich das Ticket rechtzeitig kaufen muss, we­nn erst ein Bruchteil der Bands feststeht, muss man es nehmen wie es kommt. Diese Tatsache ist ein klarer Indikator für den typi­schen Wacken-Besucher: Es ist ihm völlig egal, welche Bands spielen. Das Event ist wichtig und nicht, ob ein Großteil der Lieb­lingsbands auftritt ... So durfte man sich auch dieses Jahr wieder über merkwürdige Kostü­me und absurdes Verhalten einiger Menschen auf diesem Festival wundern. Diesen Zirkus-Faktor sieht man zwar auf mittlerweile jedem Festival, in Wacken multipliziert sich diese Masse an Menschen offenbar. Zurück zur Musik, die eigentlich das Wichtigste sein sollte. Iron Maiden erwischten keinen guten Tag. Fairerweise muss man dagegenhalten, dass es das letzte Konzert einer langen Tour war, und dass die eisernen Jungfrauen kein Problem damit haben, den einen oder anderen Klassiker aus der Setlist zu kicken, um einen Song wie „Children Of The Damned“ zu spielen. Am Samstag gaben Twisted Sister eines ihrer allerletzten Konzerte – ein High­light war die Performance von „We‘re Not Gonna Take It“. Danach wartete Dio Discip­les mit einer absoluten Neuerung auf einem Musikfestival auf. Der Sänger, der 2010 ver­starb, wurde mittels eines Hologramms zurü­ck auf die Bühne geholt. Eine amerikanische Firma, die laut offiziellen Angaben ein Jahr lang an dieser Aufgabe gearbeitet hat, machte es möglich. Da die Managerin und Ehefrau von Ronnie James Dio das so toll findet, soll es 2017 gleich eine ganze Tour mit ihrem verstorbenen Ehemann geben. Am Sonntag, dem Termin der großen Abreise, gab es wie immer zahlreiche Autos, die aus dem Schla­mm gezogen werden mussten. 	        T. Gunner


SUMMERJAM
01.-03.07., Köln
Seit 20 Jahren beherbergt das Gelände am Fühlinger See zwei Bühnen, ca. 30.000 Reg­gaefans, gefühlt ebenso viele Zelte und die üblichen Merch-, Futter- und Trinkbuden. Das diesjährige Line-Up hatte neben astrei­nen Reggaeacts (Gentleman & Ky-Mani Marley u. a.) eine Reihe anderer Musikrich­tungen wie z. B. Dancehall, Soul oder Hip-Hop (SDP, Alligatoah, Parov Stelar oder Akua Naru) zu bieten. Das Festival wurde etwas durch Kälte, Regen und übermässigen Fussball-EM-Genuss beeinträchtigt.  R. Merkel


A SUMMER‘S TALE
10.-13.08., Luhmühlen
Ein Festival für die ganze Familie mitten im Sommer. Sommer? Überwiegend Regen und Kälte – nein, so geht Sommer nicht! Erstaun­licherweise beeinträchtigte dies nicht: Keiner meckerte, alle waren gut gelaunt. Keine Strei­tereien, keine Schnapsleichen, kaum Müll – so sieht ein Familienfest aus. Neben diversen Spielen, gehobenem Gastro-Angebot, Outdo­or-Aktivitäten und Workshops gab es auch Musik. Das Programm war eine gute Misch­ung aus etablierten Bands (Star des Festivals: Noel Gallagher) und Geheimtipps (z. B. The Slow Show). Besonders gelungen waren die Auftritte von 17 Hippies, Shantel & The Bucovina Club Orkestar oder Fat Freddy‘s Drop – die Musik ging direkt in die Beine. Den krönenden Abschluss gab Parov Stelar am Samstag  Überall wurde getanzt, keiner stand still – klasse! 		        R. Merkel


NATURE ONE
05.-07.08., Hasselbach
Mit 65.000 Besuchern war das größte deut­sche Festival für elektronische Musik zum dritten Mal in Folge ausverkauft. Die Stadt Kastellaun hieß alle Nature One-Fans liebe­voll willkommen: Zum Entspannen gab es extra eingerichtete Ruhezonen. Ein Infopoint auf dem Marktplatz versorgte die Gäste mit Stadtplänen. Auch das Hallenbad wurde von vielen Ravern bevölkert – selbst hier legten DJs auf. In den beiden Festivalnächten legten Stars wie Robin Schulz, Paul van Dyk, Sander van Doorn, Sven Väth, Chris Lie­bing, Adam Beyer sowie Gestört aber Geil auf, und brachten das Publikum zum Tanzen. Mehr als 300 DJs bespielten 23 Bühnen!

M‘ERA LUNA
13.-14.08., Hildesheim
Seit 2000 fungiert die kleine Stadt in Nieder­sachsen einmal im Jahr als Pilgerstätte für tausende Gothic-Fans – hier beeindrucken neben der Musik besonders die kreativen Kostüme ... Am Samstag begeisterten u. a. Oomph!, die astrein „Gott Ist Ein Popstar“ und „Augen Auf“ performten, sowie die He­adliner The Sisters Of Mercy, die anfangs etwas lustlos wirkten, beim Klassiker „Temp­le Of Love“ aber auftauten. Der Sonntag hatte musikalisch viel zu bieten: So traten Eisbre­cher als Vertreter der Neuen Deutschen Här­te auf und versetzten das Publikum mit Songs wie „Himmel, Arsch Und Zwirn“ oder „This Is Deutsch“ in Ekstase. Weiter ging´s mit den Mittelalter-Rockern In Extremo, die mit „Vollmond“, „Küss Mich“ und „Spielmanns­fluch“ überzeugten. Als Headliner des zwei­ten Abends betraten Within Temptation bei Sonnenuntergang die Bühne. Mit Songs wie „Faster“ oder „Sinéad“ zeigte das ausver­kaufte Festival nochmals, was in ihm steckt. Laut wurde es, als plötzlich Tarja Turunen auf der Bühne stand, um mit Sharon den AdelParadise“ zu performen. Mit „Cover­ed By Roses“ ging das großartige Event zu Ende.			           J. Stock
HIGHFIELD
19.-21.08., Störmthaler See
Das Musikprogramm startete mit The Front Bottoms und den Sunset Sons, die jeweils eine halbe Stunde spielen durften. Skunk Anansie, die dank Skin auf ganzer Linie überzeugten, und Olli Schulz durften eine Stunde ran. Zur blauen Stunde kam der feuri­ge Auftritt von Heaven Shall Burn magisch zur Geltung, auch Limp Bizkit lieferten eine ordentliche Show ab. Dann folgten Scooter - ein Teil des Publikums ging ab, während der andere sich fragte: „Was wollen die hier?“ Am Samstag legten u. a. die HAMBURG-BANDCONTEST Finalisten I Come From The Sun einen Kurzauftritt hin. Dann durften Caliban, die Orsons und Eagles Of Death Metal jeweils 45 Minuten auf die Bühne. Es folgten die einstündigen Gigs: Royal Repub­lic, Airbourne oder AnnenMayKantereit – sie lieferten tolle Konzerte ab. Bei Ramm­stein ging´s richtig zur Sache: Gedrängel und Geschubse vor der Bühne. Die bekannt kraft­vollen Songs, die bombastische Show mit no­ch bombastischerer Pyrotechnik und einsetz­ender Regen – was für eine Mischung! Der Sonntag begann mit Sonne und Wind - prima zum Kiten und Segeln. Ab 13 Uhr gabs volles Musikprogramm nach bekanntem Muster: Kurzauftritte von sehr guten Bands der zwei­ten Reihe. Der Abschluss mit Madsen, Wolf­mother und Deichkind war großes Kino. Die Besucher: sehr entspannt, sehr kommunika­tiv, einfach nett. 		        R. Merkel 

ELBRIOT
19.+20.08., Hamburg
Zum vierten Mal fand das Mini-Festival am Großmarkt statt: Etwa 15.000 Fans machten sich auf den Weg, um das Event am Freitag mit Testament und Steel Panther einzuläu­ten. Mit Powerwolf betrat das erste Highlight die Bühne. Die Saarländer begeisterten u. a. mit „Army Of The Night“ und „We Drink Your Blood“. Dann wurde es Zeit für Saba­ton, die einen grandiosen Auftritt hinlegten: Mit „Ghost Division“ und Feuerwerk ging‘s bombastisch los. Die Setlist aus z. B. „Caro­lus Rex“, dem neuen „Shiroyama“ und „Pri­mo Victoria“ regte zum Headbangen, Pogen und Springen an. Tag zwei hatte mit At The Gates, Asking Alexandria oder Mastodon weitere tolle Künstler in petto. Abschließend versorgten Slayer die Fans mit einer ordent­lichen Portion Trash-Metal – Hits wie „Raini­ng Blood“, „You Against You“ und „Angel Of Death“ wurden enthusiastisch gefeiert. J. Stock
 
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