Review: Helen Schneider Benefizkonzert für „LICHT IM SCHATTEN“ e. V. und das COME IN!

26. April 2017

 

MOV’IN ON, so war es tatsächlich ein Benefizkonzert am 28.03.17 in der Fabrik zum Aufrütteln – 16 Frauen von LICHT IM SCHATTEN mit HELEN SCHNEIDER – emotional bewegend, sagenhaft, rockig, mit Seeleneinblicken. Das Konzert war gut besucht, voll mit vielfältigen Höhen, Witz, aber auch tiefsinnige selbstkritische Gedanken, eine tolle Stimmung! 16 Frauen, die sich für das COME IN!, die Fachklinik für suchtkranke Kinder und Jugendliche in Hamburg der Therapiehilfe e. V., engagieren. Sie sammeln Spenden und erfüllen Wünsche, die aus den Pflegesätzen sonst nicht möglich wären, um denen eine Zukunft zu geben, die auf der Schattenseite des Lebens stehen, Drogenabhängige.
Helen Schneider, eine emotional und textlich reichhaltig glänzende Rockröhre, begeisterte mit der vielfältigen Stimme den vollen Saal. Das Publikum, das zwar nicht mehr das Jüngste war, aber dafür aktiv mit Lachen wie Tränen beteiligt war und sehr schnell die Reise in den verschiedensten Problemfeldern unser Gesellschaft mitgegangen ist, spendete nachher großzügig, nicht nur Beifall und Bravorufe.

Die Eröffnung des Abends erfolgte durch Frau Dr. Inge Volk, die erste Vorsitzende vom Verein „LICHT IM SCHATTEN“. Ihr folgte eine Begrüßung durch die Schirmherrin des Abends, die Zweite Bürgermeisterin der Freien und Hansestadt Hamburg, Frau Katherina Fegebank.

Lieder, die es auch poetisch in sich hatten, wurden jeweils durch persönliche Lebenserfahrungen in Prosa angekündigt. Allgemein menschliche Szenen, die oft zum Schmunzeln waren, aber auch mal die Tränen uns Zuhörern in die Augen trieben. Helen Schneider ist fast ein Weihnachtskind, sie wurde am 23.12. letzten Jahres 64 und hadert schon lange mit ihrem Alter. Doch statt Tragödie, erlebten wir alle mit ihr zusammen eine fabelhafte Selbstironie, aber vor allem viele kritische wie lustvolle Reflektion ihre verschiedenen Lebensabschnitte, zu denen immer auch der Song textlich, wie melodisch passte. Songs, die wie in alten Zeiten bei „Onkel PÖ“ nach Rock‘ n‘ Roll Gypsy-Manier in allen Oktaven erklangen und mit ihrer Stimme, den Blues voll auskosteten brachten das Publikum zum Standig Ovation.

Helen Schneider, ihr Komponist bzw. Gitarrist Jo Ambros sowie Olli Potratz am Kontrabass, nahmen uns mit, mal auf eine Reise in die Vergangenheit, mal in die aktuelle Politik oder einfach nur auf dem Wege ins eigene ICH, um mit alltäglichen menschlichen Schwächen, wie Krankheiten fertig zu werden. Dies kennen auch die Jugendlichen im COME IN!, Fragen nach zu gehen, „Wer bin ich? Wie bin ich so geworden wie ich bin? Was brauche ich, um einfach glücklich zu sein? Was kann ich? Wo sind meine Perspektiven?”… Die “Damen” vom LICHT IM SCHATTEN, fragen nicht, wie in der Therapie nach der Vergangenheit, sondern “Wie kann ich Dir helfen?“. Sie bieten Unterstützung für den Schulabschluss, für die berufliche Ausbildung, für Freizeitunternehmungen ohne Sucht und Konsum, für ein Leben miteinander und füreinander.
Als Gründer des COME IN! durfte ich Anteil am Benefizkonzert nehmen und fühlte mich geborgen wie es die Jugendlichen dort erleben, die ihr Leben verändern wollen.

laszlo a. pota

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