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GEORGE CLOONEY

"Ich hatte einfach große Lust auf eine Komödie.“
Als netter Onkel Doktor wurde er mit der Serie „ER“ bekannt, als „Batman“ ließ er groß die Kassen klingeln. Danach begann die Kunstfilmzeit des George Clooney: „O Brother Where Art Thou?“ von den Coen-Brüdern oder „Out of Sight“ von Steven Soderbergh, der ihn auch bei der „Oceans“-Trilogie besetzte. Das „Time“-Magazine kürte den Frauenschwarm gerade per Titelbild zum „Letzten Filmstar von Hollywood“. Nach seinen politisch ambitionierten Filmen „Geständnisse“ und „Good Night, and Good Luck“ präsentiert er mit seinem dritten Regie-Streich „Ein verlockendes Spiel“ eine Screwball-Komödie um einen verliebten Football-Helden. Dazu hielt Charme-Clown Clooney Interview-Audienz in London – OXMOX-Mitarbeiter Dieter Oßwald war dabei.
Das Drehbuch lag viele Jahre in einer Schublade – warum haben Sie es gerade jetzt verfilmt?
Clooney: Nach „Good Night, and Good Luck“ und „Syriana“ bekam ich nur noch Drehbücher, bei denen es um gesellschaftspolitische Themen ging – irgendwann werden diese Themen dann größer als die Filme, die man darüber macht. Als Regisseur wünscht man sich Abwechslung. Ich hatte einfach große Lust auf eine Komödie.
Haben Sie deshalb auch gleich selber am Drehbuch mitgeschrieben?
Clooney: Ja, damit habe ich im Sommer in meinem Haus in Italien verbracht – ein ausgezeichneter Ort, um so etwas zu tun! Dort entstand zuvor auch schon das Drehbuch von „Good Night, and Good Luck“. Beim Schreiben hatte ich bereits Renée Zellweger im Kopf für diese Rolle – wodurch die Arbeit an dem Drehbuch sehr viel vergnüglicher geriet.
Worin liegt der besondere Reiz bei einer Komödie?
Clooney: Bei einer romantischen Komödie weiß man als Zuschauer ja immer vorher schon, wie das Ende aussieht. Die Frage ist also, wie legt man die Sache an? Wie macht man die Reise für das Publikum zum Vergnügen? Ich bin ein großer Fan der alten Screwball-Komödien - die wollte ich nicht nachäffen, aber ich wollte mich davon inspirieren lassen. Ich wollte das einfach einmal ausprobieren und damit spielen.
Das „Spielgeld“ bekommt ein Clooney wohl problemlos von Hollywood?
Clooney: Ich bin in der angenehmen Lage, dass ich sagen kann: „Ich möchten diesen Film machen“ – und dann kann ich ihn machen. Diesen Luxus hat man nicht sehr lange in seiner Karriere. Solange ich diesen Status noch genieße, möchte ich noch möglichst viele unterschiedliche Genre ausprobieren. Ich möchte all die schönen Spielzeuge noch benutzen, bevor man sie mir wieder wegnimmt.
Es gibt einige Anspielungen auf das Älterwerden im Film – wie groß ist Ihre eigene Angst davor?
Clooney: Ich habe keine Angst vor dem Älterwerden, die einzige Alternative dazu wäre ja der Tod. (lacht). Diese Anspielungen gibt es, weil das Projekt einfach schon ein paar Jahre alt ist. Vor zehn Jahren war ich gerade in jenem Alter, wo ich für Football zu alt gewesen wäre.
Wie steht es um Ihre eigenen Football-Erfahrungen?
Clooney: Es gab leider keine Football-Mannschaft in meiner Highschool, weil die Schule zu klein dafür war. Aber ich bin ein großer Football-Fan. Wobei mir die College-Turniere beim Basketball sehr viel besser gefallen. Dort geht es nicht um das große Geld, sondern um Spaß, Idealismus und Teamgeist.
Wie sehr macht es Ihnen Spaß, sich selbst zu inszenieren?
Clooney: Es macht mir totalen Spaß, schließlich bin ich mein Lieblingsschauspieler! (lacht). Nein, im Ernst, eigentlich ist das eher peinlich. Du kommst dir immer komisch vor, wenn du dir selbst mehr Takes gibst als den anderen. Andererseits: Es gab Szenen, wo mich meine Mitspieler umrannten, was ziemlich wehtat. Ich denke, das war gut. Dann gehe ich zum Monitor, schaue mir das an und als Regisseur muss ich leider sagen: ‚Das war nicht gut genug, das machen wir nochmals.’
Wer sagt Clooney noch die Meinung?
Clooney: Mein Produzent Grant Heslov, einer meiner ältesten Freunde. Wir gingen schon gemeinsam auf die Schauspielschule. Er hat mir damals 100 Dollar geliehen für meine ersten Portraitbilder – die ich übrigens bis heute noch verwende. (lacht) Wenn Grant mich kritisiert, dann nehme ich das verdammt ernst.
Alle lieben Clooney - wie kommen Sie mit Ihrem Star-Sein zurecht?
Clooney: Es gibt niemanden, der einen darauf vorbereitet, wie man mit Ruhm am besten umgeht. Ich hatte zum Glück meine Tante Rosemarie. Die war berühmt als Sängerin und plötzlich war es aus. Sie machte sich große Vorwürfe, obwohl sie gar nichts dafür konnte. Die Zeiten waren einfach anders. Das war eine gute Lektion für mich, wie vergänglich dieser Ruhm ist – und wie wenig er mit einem selbst zu tun hat. Ruhm ist ein Teil deiner Persönlichkeit, aber eben nur ein Teil.
Alle lieben George, Frauen ganz besonders - was macht Clooney zum Frauenhelden?
Clooney: Wie viel Zeit habe ich für die Antwort? Es liegt wirklich vor allem an den Haaren. Ich habe sehr gute Haare. Die habe ich gerade erst gekauft und die sehen doch fantastisch aus. Das wirkt völlig natürlich, oder? (lacht)
Bei aller Komik engagieren Sie sich sehr stark in der Krise um Darfur und haben sich mit dem britischen Premier Gordon Brown getroffen. Was hat Ihr Gespräch ergeben?
Clooney: Die Angelegenheit ist leider sehr kompliziert. Man kann nicht einfach in ein moslemisches Land einmarschieren, um die Probleme zu lösen – damit sind wir ja bereits anderswo schon ziemlich gescheitert. Man muss den internationalen Druck erhöhen und die verschiedenen Rebellengruppen zusammenbringen. Der britische Premier hat angeboten, dass dieses Treffen in London stattfindet.
Was tun Sie, wenn Sie mal die Nase voll haben?
Clooney: Ich habe ja mein Haus am Comer See gekauft, da kann ich mich mit italienischem Essen voll stopfen und fett werden wie Marlon Brando. Dieter Oßwald

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