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WEINKUNDE

Vom Mysterium für Eingeweihte zur neuen Lust am Wein – Rund um Rote, Weiße und Rosés hat sich viel getan in den letzten Jahren. Immer mehr Zeitschriften veröffentlichen Weinempfehlungen, in den Städten tauchen immer öfter junge Vinotheken auf, die nichts mehr mit den dunklen, altmodischen Weinläden der 70er gemeinsam haben.
Besonders der „Spirit of California“ ist immer mehr auf dem Vormarsch: Weg mit den unumstößlichen Regeln, und einfach Spaß am Wein haben, dem Hobby für Genießer und Genießerinnen.
Wer sich für Wein begeistert, tut meist nichts lieber, als darüber zu erzählen. Das heißt allerdings nicht, dass ihr euch dem Urteil anderer anschließen müsst – letztendlich entscheidet nur euer Geschmack. Über Wein lernt ihr vor allem durch probieren, probieren und wieder probieren. Für den Einstieg reichen oft schon ein paar schlichte Grundinformationen.
Leichte Rote und herzhafte Weiße
In Kalifornien hatte das Thema Wein schon immer in erster Linie mit Spaß zu tun. Die Winzer dort hielten nichts von ehrwürdigen Traditionen und produzierten lieber Weine, die sie selbst am liebsten tranken. Und schon bald mussten internationale Experten zugeben, dass die Ergebnisse dem Vergleich mit den berühmtesten Weinen Europas standhielten. Aus Kalifornien kommen so viele verschiedene Weine, dass für jeden Geschmack und für jede Gelegenheit etwas dabei ist.
Die Kalifornier halten auch nichts von komplizierten Deklarations-Systemen auf ihren Wein- Etiketten. Während man bei einigen europäischen Weinen kaum ohne Handbuch herausfindet, was man da genau vor sich hat, steht auf kalifornischen Flaschen einfach nur, was drin ist, nämlich die Traubenart. Die gängigsten sind:
Rotwein
Cabernet Sauvignon kräftiger und langanhaltender Geschmack. Typisch ist eine Note von schwarzen Johannisbeeren.
Pinot Noir delikater und zarter als ein Cabernet.
Merlot: feinfruchtige Aromen, Geschmack von Gewürzen, Rosinen und Kirschen.
Zinfandel: eine Sorte, die es nur in Kalifornien gibt. Dunkel und kräftig mit einer holzigen Note.
Weißwein
Chardonnay: fruchtiger, würziger Geschmack.
Sauvignon Blanc frisch und säuerlich.
Die Farbe
Welche Farbe und Schattierung der Wein auch hat, er muss klar sein. Seht ihr eine Trübung oder „Wolken“, ist der Wein verdorben. Völlig in Ordnung sind kleine Kristalle, der Weinstein. Mittrinken solltet ihr den allerdings nicht. Schaut euch den Wein ausgiebig an: Das Rot im Rotwein kann von bläulich-violett bis ziegelrot aussehen, das Weiß im Weißwein von grünlich bis gold.
Der Geruch
Schnuppert am Glas. Waren da nicht Veilchen? Oder Zimt? Vielleicht sogar Teer? Lasst diese Gedanken zu, all diese Düfte kommen vor. Wenn ihr den Wein mit einer leichten Drehbewegung schwenkt, intensiviert die Luft das Bukett. Und dann kann es zum Beispiel bei einem kalifornischen Cabernet Sauvignon schon vorkommen, dass eure Assoziationen euch bis zur kretischen Wiese voll wildem Thymian führen. Aber Vorsicht: Wenn der Wein nach Essig oder Kork riecht, ist er einfach nur hinüber.
Der Geschmack
Lasst den Wein ein bisschen in der Mundhöhle. Und wie schon beim Geruch stellen sich fast automatisch Assoziationen ein: Früchte (von Ananas bis Pfirsich), Pflanzen (zum Beispiel Meerrettich oder Enzian), Gewürze (durchaus auch Ingwer oder Pfeffer) oder scheinbar abwegige Noten wie Butter, Stahl oder Mineralien. Dann wird geschluckt. Und wenn es ein besonders runder und ausgewogener Wein war, schmeckt ihr ihn noch einige Zeit nach.
Das Ritual im Restaurant
Wenn die Flasche an den Tisch gebracht wird, wird als erstes das Etikett gezeigt. Dadurch gibt der Kellner dem Gast die Möglichkeit, soviel wie möglich über den Wein zu erfahren, denn auf der Weinkarte ist meist kein Platz für alle Informationen. Auf den Etiketten kalifornischer Weine findet ihr euch schnell zurecht.
Die Flasche wird geöffnet, und vor dem ersten Schluck gibt man euch den Korken. Ihr sollt euch selbst davon überzeugen können, dass er in Ordnung ist: Er muss fest und ganz sein. Zerfällt der Korken in Krümel, solltet ihr den Wein zurückgehen lasssen. Er würde nur bitter und korkig schmecken. Übrigens: Wenn euer Begleiter mit Kennermiene am Korken riecht, könnt ihr ihn ruhig auslachen. Denn der Geruch des Korks gibt im Gegensatz zur landläufigen Meinung keinerlei Aufschluss auf die Qualität des Weines. Dann endlich: der Probeschluck. Lasst euch Zeit – denn jetzt sind alle eure Sinne gefordert.
10 verbreitete Irrtümer über Wein
1. Ältere Weine sind besser als jüngere!
Nicht jedem Wein tut es gut, wenn er lange gelagert wird. Grundsätzlich eignen sich Rotweine dafür besser als Weißweine. Weine müssen bereits bei der Herstellung fit gemacht werden fürs Altern. Einige reifen im Holzfass und altern deshalb hervorragend. Andere Rotweine wiederum sind sogar dafür gemacht, dass sie jung am besten schmecken. Es kommt auch sehr darauf an, wie die Weine nach der Abfüllung gelagert werden: Sie mögen es ruhig, kühl und dunkel.
2. Nur Champagner ist wirklich festlich!
Dieses Vorurteil basiert auf nichts weiter als einer Handelsbestimmung: Nur Schaumwein aus der französischen Region Champagne darf auch „Champagner“ heißen. Wenn der Sekt aus einem anderen Land kommt, darf er das nicht, selbst wenn er nach der selben ausgeklügelten Methode (Flaschengärung) hergestellt wurde.
3. Zu Fisch trinkt man Weißwein!
Das kommt, wie so oft, ganz auf den Einzelfall an. Starke Gerbstoffe (Tannine) in kräftigen Rotweinen rufen bei manchen Menschen zu Fisch einen metallischen Beigeschmack hervor. Grundsätzlich passen aber zu Fisch auch leichte Rotweine mit wenig Tannin. Manche Fischarten (vor allem Neunauge) werden sogar in Rotwein zubereitet. Und letztlich hängt die ideale Kombination zwischen Speisen und Wein immer vom persönlichen Geschmack ab.
4. Rosé und Weißwein schmecken nur jung!
Es gibt sehr wohl Weißweine und Rosés, die sich lange lagern lassen. Geeignet sind säurehaltige Weine, die bei höherer Temperatur vergoren wurden, manchmal auch in Fässern. Erst nach mindestens neun Monaten abgefüllt, können sie in der Flasche weiter reifen.
5. Im Restaurant wählt der Mann!
Heutzutage verstößt keine Frau mehr gegen die Etikette, wenn sie sich die Weinkarte geben lässt. Schließlich brechen Frauen seit Jahren massiv in die vormalige Männerdomäne Wein ein: Immer häufiger erlangen Winzerinnen und Sommelières die Anerkennung der Fachwelt. Mittlerweile ist es einfach nur unhöflich, wenn Frauen im Restaurant die Möglichkeit genommen wird, selbst ihren Wein auszusuchen.
6. Guter Wein kommt nur aus Frankreich!
Das ist lange her. Selbst die Bibel des Weines, der „Grosse Johnson“ sagt, es sei heute „selbstverständlich, den Namen Kalifornien in der kurzen Liste der Spitzenweinhändler der Welt zu erblicken“. Und es war Kalifornien, wo in den 60er Jahren der neue grosse Boom des Weinbaus begann, dessen Funke zehn Jahre später nach Europa übersprang. Schon 1876 bewies eine Blindverkostung, dass die bestenkalifornischen Weine es mit den besten aus Frankreich aufnehmen können. Diese Tests wurden übrigens 1976 und 1996 wiederholt – mit demselben Ergebnis wie hundert Jahre zuvor. Und auch einheimische Weine aus dem deutschsprachigen Raum können den Gourmet überzeugen.
7. Finger weg von Kunststoffkorken!
An diesem Vorurteil könnte eine gute Idee scheitern. Die Weinproduktion stieg mit dem weltweiten Interesse an Wein, und guter Kork wurde rar. Die Weinindustrie behalf sich mit minderwertigem Kork – die Klagen über verdorbenen Wein häuften sich. Daher begann man, mit künstlichem Kork zu experimentieren. Ein französisches Weingut hat Versuche angestellt, bei denen die mit Plastik verschlossenen Flaschen in Blindproben regelmäßig am besten abschnitten. Wenn der Verbraucher also davon abkommt, bei Kunststoffverschlüssen sofort an billigen Tafelwein zu denken, wäre der Plastikkork nach Kennermeinung eine wirklich revolutionäre Erfindung.
8. Guter Wein ist subjektiver Geschmack!
Dann müsste man sich wundern, dass sich Weinkenner bei Verkostungen ziemlich einig darin sind, welcher ein großer Wein ist. Sicher habt ihr Geschichten von der Blindverkostung gehört, in denen angeblich Kenner einen preiswerten Wein aus dem Supemarkt ebenso hoch einschätzten wie einen sehr viel teureren edlen Tropfen. Sehr unwahrscheinlich: Bei solchen Proben werden immer nur Weine derselben Kategorie verglichen, nie der 3-Euro-Wein mit einem anerkannten Spitzengewächs. Dennoch lautet natürlich der Grundsatz: Nicht jeder muss jeden Wein mögen. Und manchmal ist durchaus auch ein billigerer ein guter Tropfen.
9. Geöffneter Wein verliert sein Aroma!
Handelt es sich um Rotwein, ist das ganz falsch. Er braucht Sauerstoff, um sein Aroma erst zu entfalten. Probiert einfach mal einen Rotwein direkt nach dem Öffnen der Flasche, dann nach einer Stunde, dann vielleicht nach einer weiteren Stunde: Aggressivität und Säure mildern merklich ab und die Aromen treten deutlicher hervor. Weißwein wiederum verändert sein Aroma durch Sauerstoffzufuhr kaum. Eine angebrochene Flasche kann man also ruhig wieder verschließen, bevor man sie in den Kühlschrank zurückstellt.
10. Rotwein muss Zimmertemperatur haben!
In den letzten Jahren weichen Experten gängige Regeln immer weiter auf. Das gilt auch für die Trinktemperatur von Rotweinen. Mittlerweile wird auch bei schweren Roten mit niedrigen Temperaturen experimentiert. Junge Rotweine, die nicht im Holzfass gereift sind, schmecken ohnehin leicht gekühlt besser. Und gerade in beheizten Räumen sollte Zimmertemperatur auf keinen Fall wörtlich genommen werden: Viel mehr als 16 Grad bekommen keinem Wein.

UPDTAE - DEUTSCHLANS EINZIGES
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UNI-EXTRA: HAMBURGS STUDI-MAG
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