Lupe
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REVIEWS September 2011

 

PHILLIP POISEL

01.09.11 Stadtpark

Jojo Cumbana, Boy, Andreas Bourani und die Alin Coen Band stehen als Support auf der Bühne. Dann kommt ein unscheinbar aussehender Junge, und die gefühlten 3.800 Mädchen beginnen zu kreischen - Phillip gibt zwei Stunden Audienz. "Ich Und Du", "All Die Jahre", "Bis Nach Touslouse" - ob man diese Titel auch in 5 Jahren noch hört? Was den Abend allerdings tadelte: Herbert Grönemeyer weilte im Zuschauerraum.  RaiMerne

 

OMD 

02.09.11 Stadtpark

Die Finnen Zebra And Snake versuchten das Publikum warm zu spielen - was ihnen nur mäßig gelang. Dann gingen OMD auf die Bühne - zwei Keyboarder, ein Schlagzeuger und ein hyperaktiver Bass-/Frontmann Andy MCCuskey. Es gab Synthie-Pop zum Abwinken - "Messages", "Tesla Girls", "Enola Gay" und Co. Nach 1 1/2 Stunden war's vorbei. RaiMer

 

WIR SIND HELDEN

26.08. & 05.09.11

Nachdem das erste Konzert wegen Unwetters nach 30 Minuten abgebrochen werden musste, schaffte es die Gruppe kurzfristig Ersatz anzubieten. Bei passablem Wetter standen die Helden zum vorläufig letzten Mal auf der Bühne. Eine angekündigte kreative Pause, verbunden mit einem vollen Haus, ergab ein besonderes Konzert. Zwei Stunden Wohlfühlmusik in lockerer Atmosphäre. RaiMer

 

 

 

LABRASSBANDA
14.09.11 Stadtpark

LaBrassBanda füllen mit ihrer Mischung aus Blasmusik, Reggae und Funk die
Freilichtbühne. Zuschauer jeden Alters feiern und tanzen zu den flotten Nummern
der Band vom Chiemsee, die als Extraeinlage selbst einmal durchs Publikum
läuft. Sänger Stefan Dettl lockert das Konzert mit lustigen Sprüchen ("Wisst’s ihr,
wos da Unterschied is zwischa am boarischen und am normaln Techno? - Die Tuba!")
auf und bringt die Zuschauer durch Mitmach- und Kennenlernspiele näher zusammen.
Trotz des bayerischen Akzents singen die Fans lautstark mit. ps,
Fotos: Manfred Steger

 

LORD OF THE LOST, JESUS ON EXTASY
15.09.11 Headcrash

Die Hamburger Lord Of The Lost starten ihre Deutschlandtour. Im Vorprogramm
spielen Jesus On Extasy aus Essen, die mit Sängerin und neuem Album unterwegs
sind und ausschließlich Songs ihres kommenden Werkes spielen. Manja überzeugt mit
ihrer kraftvollen und melodischen Stimme. Die Messlatte für Lord Of The Lost liegt hoch,
aber schon mit den ersten Tönen des Intros kommt Partystimmung auf, die Fans im vollen
Club jubeln bereits, als die Band die Bühne betritt. Der Dark Metal der Formation ist
tanzbar und hat eine ordentliche Industrial-Schlagseite. Die Musiker sind gestylt, als
würden sie gerade aus dem Grab kommen. Der gute Sound und die Lichtshow machen
Lieder wie 'Prison' und 'We Are The Lost' zum Augen- und Ohrenschmaus. ps

 

ENTER SHIKARI

16.09.11 Gruenspan

Im ausverkauften Club heitzen die britischen Trancecorer wortwörtlich ein: Nach den Supports von Your Demise und Letlive versagte hitzebedingt für kurze Zeit die Technik. Sänger Roughton "Rou" Reynolds und Co nahmen's mit Humor, und schaukelten die Temperaturen mit Hits wie "Sorry You're Not A Winner" oder "Quelle Surprise" weiter hoch. dabei hatte die Band mindestens soviel Spaß, wie das völlig verschwitzt tanzende Publikum. Nach anderthalb Stunden holten sich die Fans erschöpft und restlos glücklich Autogramme und Fotos am Tourbus ab... MS

 

ACKERFESTIVAL

16. & 17.9., Kummerfeld / Pinneberg

Kein Regentropfen, bombastische Stimmung und eine Premiere: Zum ersten Mal mit OXMOX als Präsentator ausverkauft! 2.000 Besucher genossen bei strahlendem Sonnenschein die entspannte Atmosphäre und das bunt gemischte Line-Up (Findus, Say Okay, Eskimo Callboy u.a.). Spontankonzerte auf dem Campingplatz und tausende Kehlen, die bei Casper ("XOXO", OXMOX 07/11) mitsangen - die sechste Auflage des Ackerfestivals hatte viele tolle Momente zu bieten! So

 

 

POTHEAD

17.09.11 Markthalle

Brad and Jeff Dope, sowie Schlagwerker Sebastian Meyer, betraten die Bühne im edlen Zwirn. Die wohl emotionsloseste Live-Band des Planeten began ihr ausgiebiges Set mit "Wild Weed". Pothead-Kracher wie "I'm A Sinner Too", "Black War" oder Titel aus dem neuen Album "Pottersville" fehlten in dem fast 3-stündigen Konzertmarathon nicht. Warum diese geniale Band in den Medien kaum Würdigung findet, bleibt ein unerklärliches Mysterium! BZ

 

REEPERBAHN FESTIVAL

22.-24.9, Docks, Gruenspan, Molotow, Location 1+2+3 etc.

Öffentliche Gelder im hohen 6-stelligen Bereich (geheim???), ein riesen Aufwand, aber trotzdem wieder ein zum großen Teil schwer enttäuschendes Line-Up aus mittelmäßig bis schlechten Anfängerbands. Langweilig und unerträglich hielten sich hier die Waage. Selbst die normalerweise immer überzeugenden Fotos gingen unter, als die vor nicht mal 15 Zuschauern und mindestens ebenso vielen Secus zur Top-Zeit von 20:00 Uhr im Docks spielten. Absolutes Highlight des Festivals: Jennifer Rostock, die gewohnt genial - aber außer der Reihe beim Showcase des Multi-Konzerns Warner - das Grünspan rockte. Allerdings kamen viele trotz rechtzeitig gekauftem, überteuertem 3-Tage-Ticket (€ 59,90) nicht mehr rein, und die Schlange aus traurigen Fangesichtern zog sich bis zur Großen Freiheit 36. Im Kukuun überzeugten die Kanadier Jonas & The Massive Attraction, die unter Insidern bereits als die neuen Nickelback gehandelt werden. Ein weiterer Lichtblick waren die gekonnt ausgewählten internationalen Bands, die in der Location 1 + 2 und 3 ihre Showcases präsentierten. So z.B. die Australier Sunpoint Rocket oder Painting Picasso, die bereits zum Geheimtipp avanciert sind. Diese Perlen unter den Bands gehörten allerdings gerade nicht zum Programm des Reeperbahnfestivals und erhielten leider keine öffentlichen Gelder. So auch die mit Abstand beste Band der 3 Tage: Das Duo Guaia Guaia, die vor dem Moondoo auf der Straße die Massen mit ihrem fetten Elektrobeats mit Live-Gesang, Posaunen und E-Gitarren begeisterten. Die Neu-Berliner Luis und Elias reisen mit ihren großen Boxen auf dem Fahrrad quer durchs Land. Sänger Luis erinnert nicht nur optisch an den jungen Rio Reiser und nahm mit Texten wie "Heute kann man guten Gewissees Terrorist sein" sofort die jubelnde Menge für sich ein. Zwie absolute Ausnahmetalente, denen man die Freude am Spielen von weitem ansah. Auch die Hamburger Jungs von Denmantau unterhielten ihr Publikum einfach auf der Straße und zogen mit witzigen Texten a la Fettes Brot die Aufmerksamkeit der Leute vom missratenen Beatles-Denkmal auf sich selbst. Eine aufstrebende Lokalband, die wir im Auge behalten werden.



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