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JOHN MAYALL

 


 

Der Bluesbreaker aus dem Baumhaus

 

 


John Mayall ist nach Alexis Korner der Vater des britischen Blues. Bis heute mit un­gebrochenem Erfolg. Er wuchs in Maccles­field auf, im Süden der englischen Arbeiter­metro­pole Manchester, zwischen ein­tönigen Backsteinsiedlungen und stillge­leg­ten Fabrik­ge­bäuden. Mayall entzog sich der tristen Um­gebung, um sein Talent auszu­leben. Er zog bereits als Teen­ager in ein kleines Baum­­haus. Auch nach drei Jahren als britischer Soldat im Ko­rea­krieg lebte er 1953 mit seiner ersten Frau Pamela weiter in der selbst gezimmerten Hütte.

 

 

 

 

I can’t give the best unless I got room to move.“

 

 

 

 

Die musikalische Karriere des ehe­maligen Grafikdesigners kam erst mit ungefähr 30 Jahren richtig ins Rollen – May­all war ein Spätzünder, und was für einer! Geboren am 29. November 1933 spielte er schon als Kind Klavier und Gitarre, brachte sich die grundlegenden Grif­fe rasch selbst bei, jammte bis 1962 als Begleitung einiger lokaler Bluesbands. Der Turning Point war, als die fünf Jahre ältere Blues-Größe Alexis Korner Mayall 1963 dazu ermutigte, nach London zu ziehen und dort seine Musik in größeren Clubs zu spiel­en - unter dem Namen John Mayall’s Blues­breakers.

 

 

 

Mitglieder der Band kamen und gingen - bis Mayall einen Bruder im Geiste traf, der gerade seine Band The Yardbirds verlassen hatte - „Mr. Slowhand“ Eric Clap­ton. Er verpflichtete Clapton, der bei den Yardbirds nicht genügend Blues spielen „durfte“, für seine Bluesbreakers und sie tourten erfolgreich durch England. Die bei­den Genies ergänzten sich eine zeitlang sehr gut und ihrer beider Virtuosität gipfelte in dem AlbumBluesbreakers With Eric Clap­ton, das sowohl in den Staaten als auch auf der Insel hoch in den Charts landete. Zu dem Zeitpunkt war Clapton schon wieder weg - ohne sich von Mayall zu verab­schie­den ging er nach Griechenland. Angeblich, weil er die ständigen Touren satt hatte - wohl der pro­fanste aller Gründe zum Austreten aus einer Band.

 

 

 

Clapton formte mit Ginger Ba­ker und Jack Bruce die legendären Cre­am. Das Verhältnis zu Eric beschreibt einen tragikomischen We­sens­­zug in der Karriere von John Mayall: Immer wenn der Brite sehr talen­tierte und auch passende Musiker neben sich hatte, verließen sie die Band, um eine noch erfolgreichere zu gründen. Wäre Mayall ein Fußball­verein, wäre er Werder Bremen. Gute Kicker (Musiker) ausbilden, mit ihnen er­folg­reiche Spiele (Alben) leisten und dann meistens zähneknirschend ziehen lassen. Peter Green verließ die Blues­break­­ers, um mit John McVie und Mick Fleetwood Fleetwood Mac zu formieren, Mick Tay­lor ging zu den Rolling Stones und Clap­ton gründete Cream. John Mayall hat in der Tat eine unglaublich großartige Schule für Musiker betrieben,“ äußerte Clap­ton spä­ter löblich.

 

 

 

1969 nahm Mayall sein Album The Turning Pointauf. Für das ohne Schlagzeug und nur mit Akustik-Instru­men­ten eingespielte Live-Al­bum bekam er Gold. Viele Musikliebhaber sehen in diesem Meil­en­stein der Blues-Rock-Geschichte den Vor­reiter zur „Unplug­ged“- Bewegung, der spä­ter zahlreiche Bands mit Hilfe von MTV  folg­ten. Mayall’s Fans in den USA wurden mehr, und auch er selbst siedelte über in den Golden State, nach Laurel Canyon in Los Angeles. Zwei weitere „Turning Points“ ereigneten sich 1979: May­all heiratete die Lie­dermacherin Maggie Parker aus Chicago. Kurz darauf brannte sein von Hand gebautes Haus in Los An­geles ab - all sein persön­liches Gut (unter anderem nie wieder ersetz­ba­re Tagebücher Mayalls’ und die seines Vaters) war inner­halb weniger Momente ver­bran­nt. Darüber hinaus erlebte der Blues zu dieser Zeit eine mu­si­kalische Rezession und war nicht mehr angesagt. Schwierige Zeiten für den traurigen Mayall, um diesen Verlust zu verarbeiten.

 

 

 

Der Bluesman überwand den Schmerz und stürzte sich in seine Passion - mit „gleich tickenden“ und begabten Musik­ern neue Songs und Projekte zu erarbeiten. 1982 initiierte Mayall ein Revival seiner Blues­band und scharte neben damal­i­gen Kom­­pag­nons wie Taylor und McVie noch Albert King, Buddy Guy und Junior Wells um sich - gemeinsam nahmen sie den Konzertfilm „Blues Alive“ auf. Mayall’s feines Gespür erwies sich erneut als ver­läss­lich und die Reinkarnation des Blues be­gann. Kurz darauf ging McVie wieder zu  Fleet­wo­od Mac und Mick Taylor wählte erneut Solo­pfade. Heutzutage wirken Band-Revivals oft inflationär und bleiben ohne Erfolg - die Zusammenkunft der Bluesbreak­ers in Form eines Konzertfilms traf den Puls der Zeit und gewann neue, jüngere Anhänger, die sich dem Blues zuwandten.

 

 

 

Mit seiner selbstgebauten Gitarre und phantasievollem Songwriting schenkte Mayall den Leuten den Blues zurück - ohne auf seine experimentellen Abwand­lung­en zu verzichten. Hilfreich war dafür der Beitritt von Drummer Joe Yuele zu den Blues­breakers, der bis heute Mayall’s wich­tigster Taktstock ist. John fand seinen un­ver­gleichlichen Blues-Sound aus den 60ern wie­der. Auch wenn der Stellenwert des Blues da­mals von der 80er Pop-Welle weggespült wur­de, vereint Mayall bis heute die Jazz-, Rock-, und Boogie-Elemente individuell. Die Blues­Harp (Mundharmonika) spielt er so ein­gängig und drangsaliert sie so sehr, dass sie einen melancholischen Ton be­kom­mt. All diese aufwändigen Facetten ergeben die un­ver­gleichlichen Komposition­en, die in der Blues-Welt zur Ikonisierung Mayalls’ führ­ten.

 

 

 

 

There's so much beauty around here
I'm bound to find me one.”

 

 

 

In den 90er Jahren veröffentlichte John Mayall mit den Bluesbreakers ins­ge­samt sieben Studio-Alben. Die ständig wech­selnden Gastmusiker wirkten sich auf die „Breakers“ immer innovativ und positiv aus - im Besonderen Gitarrist Buddy Whitting­ton, der 1993 zur Band kam, brachte spe­ziel­len Input. Mit der 2001 verstorbenen Blues-Legende John Lee Hooker nahm Mayall den Klassiker „Padlock On The Blues” auf und verpasste seinem Stil wieder ein neues Gewand. 2003 feierte der British Blues Man seinen 70. Geburtstag und scharte seine liebsten, alten Weggefährten um sich. Eric ClaptonMick Taylor, Trompeten-Iko­ne Chris Barber und Mayall’s Blues­breakers gaben ein unvergessenes Konzert in Mayall’s Heimat England, im King’s Dock in Liverpool. Heraus kam ein begeisternder Konzertfilm, auf dem die nach 38 Jahren wie­der­vereinten Clapton und Mayall ihre per­fek­te, musikalische Symbiose zeigen. Kurz darauf schockte Mayall seine Fans, indem er die Bluesbreakers auflöste - besänftigte sie aber sehr schnell, da er sich Mark Hum­mel`s Harmonica Blowout anschloss und auf Europatournee ging. In England tourte er gar mit B.B. King, was einen Hochgenuss für Blues-Fans darstellte. Mit der Besetzung Rocky Athas (Gitarre), Greg Rzab (Bass), Jay Davenport (Schlagzeug) und Tom Canning (Keyboards) nahmen sie im letzten Jahr das Album „Tough“ auf, mit dem der Blues-Vater beweist, dass er erneut talentierte und flexible Musiker um sich geschart hat.

 

 

 

In seinem Musikerleben hat es der Brite stets geschafft, durch seinen experimen­tellen Blues-Sound auch Fans anderer Mu­sik­richtungen zu gewinnen, indem er sich mutig und  innovativ an die Grenzen seines Genres wagt. John Mayall hat sein Leben genom­men wie es kam - viele Nackenschläge über­lebt und (musikalisch) verarbeitet. Der Vater von sechs Kindern und Großvater von sechs Enkeln be­weist bis heute, dass er mit 76 Jahren längst nicht zum alten Eisen gehört. Sein Baumhaus in Macclesfield mag morsch sein, das Haus in Los Angeles ab­gebrannt. Für John Mayall ist jedes Konzert ein Neubeginn - in diesem Sinne: „Let the good times roll!“                            

 

 

 

 

 

                www.johnmayall.com

 

                                                         

 

 

 

 

OXMOX verlost 5 CDs John MayallTough” und 5 DVDs John Mayall & The Bluesbreakers70th Birthday Concert”. Klebe­schnipp: John Mayall

 

 

 

 

 

 

 

Diskographie

 

 

 

1965 John Mayall Plays John Mayall

 

1966 Blues Breakers with Eric Clapton

 

1967 A Hard Road

 

1967 Bluesbreakers with Paul Butterfield

 

1967 Crusade

 

1967 Blues Alone

 

1968 Diary of a Band Volume 1

 

1968 Diary of a Band Volume 2

 

1968 Bare Wires

 

1968 Blues from Laurel Canyon

 

1969 Looking Back

 

1969 Thru The Years

 

1969 Primal Solos

 

1969 The Turning Point

 

1970 Empty Rooms

 

1970 USA Union

 

1971 Back to the Roots

 

1971 Memories

 

1972 Jazz Blues Fusion

 

1973 Moving On

 

1973 Ten Years Are Gone

 

1974 The Latest Edition

 

1975 New Year,New Band,New Company

 

1975 Notice to Appear

 

1976 Banquet in Blues

 

1977 Lots of People

 

1977 A Hard Core Package

 

1978 Last of the British Blues

 

1979 The Bottom Line

 

1980 No More Interviews

 

1982 Road Show Blues

 

1982 Return of the Bluesbreakers

 

1985 Behind the Iron Curtain

 

1987 Chicago Line

 

1988 The Power of the Blues

 

1988 Archives to Eighties

 

1990 A Sense of Place

 

1992 1982 Reunion Concert

 

1992 Cross Country Blues

 

1993 Wake Up Call

 

1995 Spinning Coin

 

1997 Blues for the Lost Days

 

1999 Padlock on the Blues

 

1999 Rock the Blues Tonight

 

1999 Live at the Marquee 1969

 

2000 Time Capsule

 

2001 UK Tour 2K

 

2001 Boogie Woogie Man

 

2001 Along For The Ride

 

2002 STORIES

 

2003 No Days Off

 

2003 Rolling With The Blues 

 

 

2003 70th Birthday Concert CD & DVD

 

2004 Cookin' Down Under DVD

 

2004 The Godfather of British Blues/Turning Point DVD 

 

 

2004 The Turning Point Soundtrack

 

2005 Road Dogs

 

2007 In The Palace Of The King

2009 Tough



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