Lupe
+++ Alle Festivals im neuen OXMOX +++ Leser-Report: Lebenslänglich - Das wurde aus meiner Kleinanzeige +++ HAMBURG BANDCONTEST: Das wurde aus den Siegern 2011 +++ Exklusiv-Interview mit Käthe im neuen OXMOX +++ Cartoon: Didi & Stulle im neuen OXMOX +++ Serie Club-Special: Grüner Jäger +++ Film des Monats: Marley +++ Kleinanzeigendschungel im neuen OXMOX +++ rund 7.000 Termine im neuen OXMOX +++ Alle Flohmärkte +++ Top neue CDs +++ Der Gastro-Führer ist da! +++


 

 

>>>
THE RATTLES - HISTORY

 

Shake, Rattle & Roll: The Rattles sind Deutschlands älteste Rock Band. Die Pilzköpfe von St. Pauli feiern ein halbes Jahrhundert Rock- und Bühnenerfahrung. Mit dem neuen Album „50“ und ihren „Greatest Hits“ melden sich The Rattles 2010 zurück: Herbert Hildebrandt (Ges., B.), Manne Kraski (Git., Ges.), Eggert Johannsen (Ges., Git) und Dicky Tarrach (Dr.) wagen in der OXMOX-Redaktion einen Blick zurück in die wilden Star-Club-Jahre - und einen voraus. In eine neue Zukunft mit einem neuen Sound... 

Dabei fing alles beim Fußball an – genauer gesagt: beim FC St. Pauli, der in diesem Jahr sein 100. Jubiläum feiert. Wie viele Jungs der Nachkriegsgeneration waren Herbert Hildebrandt und Joachim Reichel begeisterte Fußballer und kickten in der Schülermannschaft des  traditionellen Kiez-Clubs. Mit zunehmendem Alter verschoben sich die Interessen und so kam es, dass sich die Beiden Ende der 50er in den zahlreichen Musik-Schuppen trafen, die bei der Reeperbahn entstanden. Hamburg war britische Besatzungszone – was sich auch musikalisch bemerkbar machte. Ab 1960 spielten in Clubs wie dem Indra oder dem Kaiserkeller Bands, die noch weltweit für Schlagzeilen sorgten: Gerry & The Pacemakers, Rory Storm & The Hurricanes, The Beatles oder Tony Sheridan & The Jets. Herbert und Joachim waren schwer beeindruckt und beschlossen, selbst eine Band zu gründen. Die beiden (Kellner- und Karosseriebau-Lehrlinge) organisierten sich ihre ersten Gitarren und machten sich auf die Suche nach einem passenden Basser und Schlagzeuger. Letzterer war mit Dieter Sadlowski schnell gefunden, während die Suche nach einem Klampfer erfolglos verlief. Schließlich übernahm Herbert notgedrungen den - von Mädchen nur wenig bewunderten – Posten am Bass und man entschied sich für Volker Reinhold als Sänger und Gitarristen. Die Zusammenstellung der noch namenlosen Gruppe dauerte bis Ende 1961.

„Kopfmäßig hatten wir es als junge Band leicht – es ging eigentlich immer nur bergauf!“ 

Jetzt versuchten sich die Nachwuchs-Musiker an den Titeln ihrer amerikanischen Idole Chuck Berry, Little Richard, Elvis Presley, Buddy Holly oder Ray Charles. In den Live-Clubs hörten sich die Vier aufmerksam die Texte ihrer englischen Kollegen an, und ließen sich von den Beatles bestimmte Griffe auf der Gitarre zeigen. Die damals noch unbekannten Fab Four inspirierten die jungen Hamburger auch zu ihrem Bandnamen, den sie in Anlehnung an The Beatles einem Englischlexikon entnahmen. Man einigte sich auf The Rattles (to rattle = klappern/rasseln). „In Gestalt von Manfred Woitalla nahm das Schicksal dann seinen Lauf“, erinnert sich Herbert Hildebrandt in der Biografie „The Rattles – Die Story“. „Er nahm uns nach dem ersten Auftritt im HJB zur Seite und erzählte von einem Club in Bramfeld, an den er Bands vermittelte. Der Club war das Thäder und schon am nächsten Wochenende standen wir dort auf der Bühne.“ Als erste Gage gab es 25,- DM, eine Ochsenschwanzsuppe und drei Freigetränke für jedes Bandmitglied. Manfred Woitalla war begeistert und schon bald wurden die Rattles zu Lokalmatadoren. 

„Während du im Star-Club gespielt hast, gingen die Türen auf und Fascher und Konsorten fielen wieder über jemanden her.“ 

 

Am 13. April 1962 geschah etwas Entscheidendes: In der Großen Freiheit 39 eröffnete der Star-Club, in dem jede Nacht fünf bis sechs englische Gruppen auftraten – jede Stunde wechselte die Band! Knapp ein Jahr nach der Eröffnung rief Inhaber Manfred Weißleder einen Wettbewerb aus, der „Hamburgs beste Rock`n`Twist Band“ ermitteln sollte. Mit dem neuen Sänger/Gitarristen Hansjoachim „Hajo“ Kreutzfeld gingen die Rattles ins Rennen und gewannen haushoch. Unter anderem auch gegen die Gruppe ihres zukünftigen Schlagzeuger Dicky Tarrach, der mit der Mama Betty`s Band teilnahm.  „Als ich die Rattles sah und hörte, war mir sofort klar, dass nur diese Band gewinnen konnte.“ Die Sieger des Wettbewerbs durften als erste deutsche Band die „heiligen Bretter“ des Star-Clubs regelmäßig bespielen. Weißleder zeigte sich von den jungen Beat Musikern begeistert und bot ihnen an, jeden Wochentag im Star-Club zu spielen. Nur Trommler Dieter Sadlowski war nicht bereit, diesen Schritt mitzumachen. Mit Dicky Tarrach bot Manfred Weißleder den Rattles an, das Management für sie zu übernehmen und Schallplattenaufnahmen in die Wege zu leiten. Die Zuständigkeit hierfür hatte Siegfried „Siggy“ E. Loch, der den musikalischen Werdegang der Band bis 1967 begleitete. Mit den ersten Aufnahmen im Gepäck ging es auf „Package-Tour“ nach England. Zusammen mit den Everly Brothers, Little Richard und Bo Diddley bereisten die Rattles dreißig Städte auf der gesamten britischen Insel. Der große Durchbruch stand vor der Tür...

„Zu Beginn der Tour kam Mick Jagger und fragte, was wir denn hier zu tun hätten. Er war offensichtlich genervt, dass es neben den Stones noch eine Beatgruppe gab.“

 Noch im selben Jahr war der berühmte Cavern-Club in Liverpool das Ziel für ein zweiwöchiges Gastspiel der „Rattles from Germany“. „Die Mädels waren außer sich und grapschten an uns rum. Als wir auf die Bühne kamen, sahen wir dementsprechend aus: Die Haare zerzaust und die Klamotten hingen an uns runter“, erinnert sich Achim Reichel. Mit vielen guten Erinnerungen traten die Hamburger ihre Heimreise an, um Deutschland wachzurattlen! Weißleder nutzte den Aufwind, den die Erfolge in England gebracht hatten. Sein Star-Club war längst zum Mekka der deutschen Beat- und Twist-Welt geworden. Die Rattles waren für fast alle so etwas wie ein Vorbild. 1965 schaffte die Gruppe erneut etwas, dass keiner einheimischen Beat Band  gelang: Die Rattles spielten in einem abendfüllenden Kinofilm die Hauptrolle. Doch seien wir ehrlich – der Streifen „Hurra, die Rattles kommen!“ wurde ein Flop! Kurz darauf warf ein weiterer Meilenstein seine Schatten voraus. Die „Bravo Beatles Blitztournee“ stand 1966 auf dem Programm. Mit ihren alten Bekannten von den Beatles ging es für die Rattles auf Drei-Städte-Tournee durch Deutschland. Die Tickets waren innerhalb von Stunden ausverkauft. Dann kam der Schock: Frontmann Achim Reichel wurde im Juli 1966 zur Bundeswehr eingezogen! Wie ging es weiter?

„Der Lebensstil junger Bands war damals hart an der Grenze!“

Achims Ausstieg veranlasste die Rattles, sich ein neues Outfit - sowohl musikalisch, als auch optisch - zu verpassen. Nach Hermann „Rugy“ Rugenstein sollten Frank Dostal und Bernd Schulz neue Bandmitglieder werden – mit denen es schnell wieder in Richtung Charts ging. Allerdings quittierten Dicky und Frank schon nach knapp einem Jahr den Dienst. Es gibt verschiedene Auskünfte zu dem, was dann passierte. Fest steht: Dicky, Frank und Achim gründeten die Formation Wonderland. Herbert, Rugy und Bernd blieben allein zurück. Das war (fast) das Ende. Denn auch die Deutsche Club-Landschaft hatte sich radikal verändert. Das Publikum strömte in die wie Pilze aus dem Boden schiessenden Diskotheken. Das Grünspan nahm dem Star-Club sein Publikum - Silvester 1969 gab es dort die letzte Vorstellung. Währenddessen klopfte die Plattenfirma an, und bestand auf die Erfüllung der vorliegenden Verträge. Der verbliebene Rattles-Torso wurde in aller Eile mit neuen, ständig wechselnden Musikern aufgefüllt. Nach dem großen Hit mit „The Witch“ verließ Herbert entnervt die Gruppe. 1975 war vorläufig Schluss. 

„Ein Glück sehen wir noch nicht so aus, wie unsere englischen Kollegen!“  

Bis Anfang der 80er Dicky Tarrach, der als Tournee- und Studiomusiker gut im Geschäft war, versuchte die Rattles wiederzubeleben. Herbert Hildebrandt stand zu dieser Zeit häufig im Chicago auf der Bühne, und Achim Reichel war als Solist gut im Geschäft – und sah zunächst keine Notwendigkeit, die alte Truppe wieder zu vereinen. Trotz des guten Willens gab es im Vorfeld der Reunion immer wieder Eitelkeiten, die aus dem Weg geräumt werden mussten. Schließlich ging die Gruppe mit Herbert, Dicky, Achim sowie Siggy Loch und Henner Hier ins Studio und produzierte „Hot Wheels“. Die darauf folgende Tournee  - veranstaltet von dem mit Suzi Quatro verheirateten Rainer Haas – verlief erfolgreicher, als viele erwartet hatten. Das nächste Album „Painted Warrior“ wurde in Angriff genommen und – für alle überraschend – verkündete Achim Reichel seinen Ausstieg! Die Plattenfirma, bei der er als Solist unter Vertrag stand, hatte ihn widerwillig für ein Jahr freigestellt. Dieser Zeitraum war längst überschritten. Die Rattles mussten auf ihn verzichten. Zwei neue Mitglieder, Manfred „Manne“ Kraski (Git.) und Frank „Piggy“ Jarnach (Key.) vervollständigten die Gruppe und erarbeiteten durch ihr großes Können ein neues Publikum. Als 1994 Henner Hoier ausstieg, holten sich die Rattles als neuen Sänger und Gitarristen Eggert Johannsen. Kurz nach Henner stieg auch Piggy aus – für ihn kam der junge Frank Seidel
„Heutzutage müssen viele Bands schauspielern und ihre Ware verkaufen...“   

Die Rattles setzten einen neuen Meilenstein: Ein Musical wurde auf die Beine gestellt. Es sollte eine Story über den legendären Star-Club werden und es gab nur einen Ort und nur eine Band, die für die Produktion in Frage kamen – die Rattles aus Hamburg! „Star-Club – Die Story“ lief bis 1999 über 300 Mal mit großem Erfolg. Auch danach ging es für die wiedervereinigte Gruppe nahtlos weiter. Mit Konzertreisen (ca. 70 im Jahr), TV-Auftritten und neuen Alben. Quer durch Deutschland, Österreich und die Schweiz geht die Reise von Deutschlands erfolgreichster und beliebtester Beat Band bis heute. Dabei sind sich die vier Musiker nicht zu schade, ihren charakteristischen Sound immer wieder neu zu erfinden. „Wir haben dieses Mal versucht, alle aktuellen musikalischen Einflüsse der einzelnen Bandmitglieder einfließen zu lassen“, erklärt Herbert die Entstehung von „50“. „Das klingt neu, frisch und für ältere Fans sicherlich gewöhnungsbedürftig. Ich denke, wenn man von seinem Geschmack aus produziert, ist das am Ehrlichsten. Wenn eine Oldie-Band bis heute Sachen trommelt, die sie in den 60ern schon gespielt hat, ist das eine Intoleranz der Entwicklung der Musikgeschichte gegenüber.“ Die Rattles müssen es wissen – sie waren ja schließlich hautnah dabei und sind bis heute viel mehr, als eine Oldie-Band!                             www.rattles.de

Diskografie

Twist im Star-Club (1963)

Twist im Star-Club Hamburg (1964)

Live im Star-Club Hamburg (1964)

The Searchers meet the Rattles (1964)

Johnny Hallyday Meets The Rattles (1965)

Star Club Show 1 (1966)

Liverpool Beat (1966)

Hurra, die Rattles kommen (Soundtrack, 1966)

The Witch (1971)

Hot Wheels (1988)

Painted Warrior (1990)

New Wonderland (1993)

„Live“ − live (1997)

Say Yeah! (2007)

Greatest Hits (2010)

50 (2010)

„Damals musste man nur eine dreiviertel Stunde spielen und hat sich eingebildet, das übersteht man nur mit drei Captagon (eine Art Red Bull ;) Heute spielen wir zweieinhalb Stunden in Saudi Arabien bei 48 Grad Hitze – ohne irgendein Hilfsmittel.“

„Man darf nicht vergessen, dass Hamburg eine Hafenstadt ist. Früher hieß es, wenn die Engländer kommen, dann geht`s wieder ab. Das waren teilweise Schlachten, das kann man gar nicht erzählen!“

  „Bei einem Konzert sind während der Zugabe die ganzen Frauen auf die Bühne gesprungen. Wir haben uns nicht mehr gesehen – den Song haben wir aber trotzdem zu Ende gekriegt!“

 



DAS NEUE OXMOX IST DA!!!


HAMBURG GEHT US! 
DER GROßE GASTRO-GUIDE. NEU!!!


UPDTAE - DEUTSCHLANS EINZIGES
KULTUR-MAGAZIN MIT SATIRE-TEIL



UNI-EXTRA: HAMBURGS STUDI-MAG
IN KOOP MIT DEM ASTA




HAMBURG BANDCONTEST 2012
JETZT BEWERBEN!!!