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Der unsterbliche „King Of Pop"
Für Fans wird dieses Weihnachten ein Fest - die zahlreichen postumen Veröffentlich-
ungen sind so bunt, wie das Leben des wohl „größten Künstlers der Welt“: Das neue Album „Michael“ wird..


GUANO APES (0411)
Deutschlands Rock-Export gibt dem Affen wieder Zucker!

„Wir haben nicht alle Leichen aus dem Keller gezerrt.“ Sandra Nasic (34, Ges.) und Henning Rümenapp (34, Git.) genießen die ersten Sonnenstrahlen in der Schanze. „Vielleicht muss man manche Dinge einfach so lassen, wie sie waren.“
Angespielt wird auf die öffentlich zelebrierte Trennung einer der erfolgreichsten deutschen Rockbands der 90er. Zwei Nummer-1-Alben in Folge („Don`t Give Me Names”, „Walking On A Thin Line”), sowie die Hitsingles „Open Your Eyes“ und „Lords of The Boards“ verschafften dem Crossover-Quartett aus Göttingen und Berlin einen Ausnahmestatus. Den es nun wieder zu untermauern gilt. Erstarkt und energiegeladen melden sich die Guano Apes mit dem neuen Album „Bel Air“ zurück…
Vor 5 Jahren hat sich die Band offiziell getrennt -wie habt ihr wieder zusammengefunden?
Henning: Ende 2008 rief mich unser Bassist Stefan an und sagte: „Pass auf, ich bringe die Band wieder zusammen!“ Erst habe ich ihn gefragt, ob er einen an der Waffel hat. Dann haben wir uns mit Sandra und Dennis getroffen, und angefangen Musik zu machen. Es war ein großer Spaß - wir haben Dennis dazu gebracht, sein T-Shirt nach drei Songs auszuziehen! (lacht) Wir haben gemerkt, dass unglaublich viel Energie in uns steckt, die raus muss. Nachdem in den ersten zwei Proben neue Songs entstanden waren, wollten wir weiter und ein neues Album machen…
Waren die großen Festival-Shows 2009 bei Rock am Ring und Rock im Park eine Art Testlauf?
Sandra: Ja, irgendwie schon. Es war wichtig, zu sehen, ob die Chemie noch da ist. Denn wo kein Feuer ist, kann auch kein Brand entstehen. Es war ein schönes Gefühl zu wissen, dass über alle Sachen die man erlebt hat, der Kern nicht kaputt gegangen ist. Wir haben gleich zu Beginn neue Songs geschrieben, die in eine andere Richtung gehen. Es wäre langweilig gewesen, Teil 2 des vorangegangenen Albums zu schreiben. Wir wollten wissen, ob unser Kern neue Triebe hervorbringt, die wir erblühen lassen können. (lacht)
Die Guano Apes sind melodischer geworden - du singst mehr, als du shoutest…
Sandra: Nach außen hin werden wir auf einige Eigenschaften in unserer Musik reduziert, dabei waren wir schon immer eine sehr melodische Band. „Quietly“ auf der dritten Platte ist z.B. bis heute eines meiner Lieblingslieder. Auf „Bel Air“ zeigen wir ein neues Bild von uns. Wir haben uns persönlich und musikalisch weiterentwickelt, sind erwachsener geworden. Die Energie ist dieselbe geblieben, nur eben nicht mehr so erdrückend.
Welche sind eure Lieblingstitel vom neuen Album?
Sandra: „Sunday Lover“ ist einer meiner Favoriten, und die etwas cooleren Nummern, wie zum Beispiel „Trust“ oder „Tiger“. Den Song habe ich meiner Schwester gewidmet.
Henning: Den hatte ich auch als Ohrwurm, weil das so eine witzige, untypische Nummer ist. Stefan hat Gitarre gespielt, und das klingt ganz anders als bei mir. Wir haben uns kleine Spielereien erlaubt, weil man leicht anfängt sich zu reproduzieren, wenn man schon einige Platten zusammen gemacht hat. Wir haben uns z.B. die Freiheit genommen, in unterschiedlichen Arbeitsgruppen Musik zu machen. Es ist super, dass nicht immer alle vier da sein müssen, und krampfhaft versuchen, einen Stein auf den nächsten zu setzen.
Sandra: Wir lassen viel zu - das tut der Musik gut. Neben unserem Produzenten, dem Dänen Jon Schumann (Carpark North, Mew), haben der dreifache Grammy-Gewinner Tom Lord-Alge (U2, Coldplay), Terry Date (Pantera, Soundgarden) und Randy Staub (Metallica, Nickelback) das neue Album gemischt.
Aufgenommen wurde „Bel Air“ im Hamburger Clouds Hill Studio...
Sandra: Wir sind bodenständige Menschen und brauchen unser Zuhause in greifbarer Nähe. (lacht) Ich hatte Glück und ein bisschen mehr Zeit als die anderen, weil ich in der Warteschleife stand, bis die Instrumente fertig waren. Meine Schwester hatte zu der Zeit noch eine Wohnung in Altona, ich hatte meinen Freund dabei, und wir sind viel rumgezogen. Als das Grundgerüst zum Album fertig war, bin ich zurück nach Berlin gefahren und habe in meinem Studio den Gesang aufgenommen. Das ist praktisch, weil ich gerne bis vier Uhr morgens durcharbeite. Ich bin eine Nachteule!
Am 7. Oktober geht es für ein Konzert in die Großen Freiheit 36 zurück nach Hamburg. Vorher spielen die Guano Apes in Bulgarien, Serbien, Finnland, Russland…
Henning: Wir sammeln Flugmeilen, Stempel in Pässen und Postkarten von Flughäfen. (lacht) Im Ernst, ich habe uns schon immer mehr als internationale Band gesehen. In Portugal spielen wir z.B. vor mehr als 20.000 Zuschauern. Jetzt im April freue ich mich schon sehr auf das Konzert in Sofia. Bei unserem ersten Auftritt dort hatten wir damit gerechnet, dass an die 200 Leute kommen - letztendlich haben wir vor 3.000 Menschen in einer ausverkauften Halle gespielt. Es macht Spaß, sich feiern zu lassen und selbst zu feiern!
Was macht ihr, wenn ihr wieder zu Hause seid?
Sandra: Ich gehe angeln! Die ganzen Nachbarn - so richtig alt eingesessene Ossis – haben mich schon auf dem Kieker, weil sie nichts rausbekommen. Die haben ihre speziellen Köder und machen sonst was. Ich komme auf meinen Steg, benutze einen viel zu großen Blinker und hole trotzdem die Fische raus. Dabei will ich das eigentlich gar nicht! Mein Begleiter muss die Hechte meistens wieder abmachen und zurück ins Wasser werfen, weil ich das nicht kann…
Henning: Ich habe Pferde - eine Oldenburger Stute, einen Hessen und einen Hannoveraner. Wir sind insgesamt eine sehr tierliebe, naturverbundene Band. Stefan z.B. mag Salami und hat einen Bio-Bauernhof. Nur Dennis hat es irgendwie nicht so mit Tieren…
Sandra: …das kommt, weil Dennis das Tier an sich ist! (lachen)
www.guanoapes.org
OXMOX präsentiert die Guano Apes auf dem Deichbrand Festival (22.-24. Juli, Cuxhaven/Nordholz)!

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