Lupe
+++ Alle Festivals im neuen OXMOX +++ Leser-Report: Lebenslänglich - Das wurde aus meiner Kleinanzeige +++ HAMBURG BANDCONTEST: Das wurde aus den Siegern 2011 +++ Exklusiv-Interview mit Käthe im neuen OXMOX +++ Cartoon: Didi & Stulle im neuen OXMOX +++ Serie Club-Special: Grüner Jäger +++ Film des Monats: Marley +++ Kleinanzeigendschungel im neuen OXMOX +++ rund 7.000 Termine im neuen OXMOX +++ Alle Flohmärkte +++ Top neue CDs +++ Der Gastro-Führer ist da! +++


 

 

>>>
ROGER WATERS

 



Der Mann, der die Mauer baute

 

Die Show der Pink Floyd zur aktuellen Tour „The Wall“ ist eine der ehrgeizigsten und komplexesten die es je gab. Cole Moreton, der als einziger Journalist Backstage durfte, sprach für OXMOX in Toronto mit Roger Waters über die verrückte Produktion und darüber, wie ihn der tragische Tod seines Vaters inspirierte. Wie sein Sohn erzählt, ist Eric Waters während einer Schlacht in Anzio (Italien) am 18. Februar 1944 ums Leben gekommen.

 

 

 

„Es war kurz vor der Morgendämmerung an einem miserablen Morgen in den schwarzen 44ern“ , singt Roger Waters, ehemaliges Mitglied von Pink Floyd, in „The Tigers broke free“, dem Song den er über diesen Tag geschrieben hat. „Und der Stützpunkt von Anzio wurde gehalten für den Tod von ein paar hundert einfachen Leben.“ Eric Fletcher Waters war der Sohn eines Bergmanns in der Grafschaft Durham und Labour Party Aktivist. Er bekam ein Stipendium der Durham Universität und wurde Lehrer. 1939 war er Kommunist und Pazifist.und lehnte den Dienst mit der Waffe ab. So machte er stattdessen sozialen Dienst als fahrender Sanitäter im 2. Weltkrieg.

 

 

 

Später wurde Eric Waters 2. Leutnant im 8. Bataillon der „Royal Fusiliers“ und landete im Februar 1944 am Strand von Anzio.

 

Der Name des 31-jährigen Mannes ist einer der 4.000, die auf einem Denkmal festgehalten sind, im Kampf getötet ohne dass ihre Körper gefunden wurden. Sein jüngster Sohn Roger war vier Monate alt, als es geschah: gerade alt genug, um ein Familienfoto mit dem Vater als Erinnerung zu haben, gemacht, bevor sein Vater zu dem Einsatz in Italien gerufen wurde. Feldmarschall Albert Kesselring kommandierte die Nazi-Trupps in Italien. Er errichtete drei defensive Grenzen, die bekannt wurden als die Winter-Grenzen, welche die Alliierten im Dezember 1943 frustrierten. Um die Schutzwälle der Deutschen zu durchbrechen, mussten die Allierten-Trupps im Norden landen. Sie kamen mit 40.000 Truppen und 5.000 Fahrzeugen am 22. Februar 1944.

 

Als sie den Stützpunkt eingenommen hatten, entschied der britische General Lucas die Position zu halten, was sich als taktischer Fehler herausstellte.

 

In den späten 40ern , in seiner Schule in Cambridge, realisierte Roger den Schmerz des Verlustes: „Wenn Männer in Uniformen kamen, um ihre Kinder abzuholen, dann merkte ich, dass ich keinen Vater mehr hatte. Ich brauchte Jahre, um damit klarzukommen und hatte noch lang die Hoffnung, dass er zurückkehren würde. Das Opfer seines Lebens war ein großes Geschenk und eine große Bürde für mich.“ 

 

 

Der Tod seines Vaters inspirierte Waters zu vielen Liedern. Der heute 67-jährige schrieb für das 1979er Pink Floyd-Album „The Wall“.

 

 

 

2010: Waters steht alleine auf einer unbeleuchteten Bühne in einem leeren Stadion in Toronto. In wenigen Stunden will er versuchen, alle bisherigen Konzerte der Pink Floyd's zu übertreffen. Es wird eine spektakuläre, atemberaubende Version von „The Wall“ mit außergewöhnlichen 3D Animationen, Explosionen und einem Stuka Bomber der einen Sturzflug auf die Bühne macht. Außerdem wird  natürlich eine gewaltige Mauer errichtet. Schwarz gekleidete Bühnenarbeiter bauen sie Stein auf Stein während der Show und errichten eine riesige Grenze – 11 m hoch und 73 m breit - zwischen den Zuhören und Musikern.

 

Es ist die erste Nacht einer Welttournee, deren Verwirklichung 60 Millionen Dollar kostet.

 

„Ich kann das nicht tun“, sagte Waters, als das Projekt bekannt gegeben wurde, doch nun ist er hier und die 20.000 Plätze werden bald gefüllt sein.

 

Ich bin in der privilegierten Position, der einzige Journalist zu sein, der Backstage erlaubt ist. Als die Show herannaht, nimmt sich der Star einen Moment Zeit, alleine in dem großen Saal: eine zierliche Person in Bomber-Jacke und Jeans. Er ist erschrocken, Mark Fisher den Show Designer, zu sehen. Er erscheint mit einem Journalisten im Schlepptau und verschwindet schnell wieder. Waters mag die Presse nicht und hat den Ruf, schwierig zu sein.

 

Die Band verließ er 1985 Pink Floyd nach einem Streit mit Dave Gilmour und kämpfte in einem Gerichtsverfahren viele Jahre um die Namensrechte der Band. Er verlor den Kampf und so tourten Gilmour, Schlagzeuger Nick Mason und Keyborder Rick Wright weiter als Pink Floyd durch die Welt.

 

„Die wahren Helden der Show sind die Crew-Mitglieder“, sagt Fisher. „Sie sind diejenigen, die morgens sehr früh aufstehen müssen, alles einsammeln, die Show machen, alles abbauen, in den Bus verladen, ein Bier trinken, schlafen gehen, wieder aufstehen und alles geht wieder von vorne los.“ Weil es die erste Nacht der Tour ist, hat die Crew einen zusätzlichen Tag zum Aufbauen. Das Air Canada Centre muss von einem Eis-Hockey Stadion in ein Rock-Tempel umfunktioniert werden.  Es muss zum Beispiel Platz für den lebensgroßen Sturzbomber sein, der während des ersten Songs über die Zuschauermenge fliegt und auf der Bühne explodiert. Außerdem werden werden visuelle Inspirationen der Arbeit von Gerald Scarfe auf die fertige Mauer projiziert.

 

„Das ist die Natur dieser kreativen Anstrengungen: Du siehst, was in diesem Moment genau das Richtige ist. Der Perfektionismus, mit dem Roger arbeitet, unterscheidet Menschen, die erfolgreich sind von denen, die nie eine Show wie diese machen werden. Menschen wie Roger, Bono, Mick Jagger, Lady Gaga, Madonna... sie sind besessene Perfektionisten in dem, was sie tun.“ Natürlich hat Waters auch die Verantwortung, dass alles funktioniert.“

 

Fisher will sich gerade zu einem späten Lunch setzen, als zwei Männer aus unterschiedlichen Richtungen auf ihn zugerannt kommen.  „Roger..“, sagt der eine atemlos, „...will dich.“ Nun ist es an Fisher, einen Seufzer auszustoßen. Er sieht traurig zu seinen Füßen hinunter. „Jetzt!“, sagt der zweite Läufer. Dafür gibt es keine Entschuldigung. Der Star will es so. Also steht der Designer auf und lässt Reis und Erbsen in den Mülleimer fallen. Dann geht er los, um Waters zu finden.

 

Der Mann, der später am Abend singen wird hat im letzten Jahr auch seine Mutter verloren. Sie wurde 96.

 

„Ich will nicht darüber jammern, wie miserabel ich war, als ich ein junger Mann war“, sagt Waters. „Meine Geschichte ist im Wesentlichen die Geschichte eines jungen Mannes, der verschlossen war und Angst vor Menschen und Freundschaften hatte. Ich denke, es kann als eine Allegorie für das gesehen werden, was in der Weltpolitik geschieht.  Nationen werden von ihren Staatschefs ermutigt, anderen Ländern ängstlich zu begegnen. So wurden wir von Bush und Blair dazu animiert, die „Bösen Geister“ zu fürchten und uns selbst zu erlauben, dass wir uns in unseren eigenen Ideologien einzäunen zu lassen und nicht zuzuhören, was auf der anderen Seite passiert.“

 

Die Halle ist berstend voll, die Pyrotechniken sind so blendend, dass die meisten sich Schutzbrillen wünschen, Sturzbomber rasen über unseren Köpfen hin und her und lösen sich in einem Ball aus Flammen auf. Ein 9,144 m hohes Helium-Schwein segelt durch die Halle.

 

Die Show ist überwältigend. Es werden3.000 Ampere gebraucht,  dazu 20 Meilen an Kabel. Es gibt 82 Scheinwerfer, mobile und Suchscheinwerfer.

 

Es braucht drei Festplatten und zwei Terabyte Speicherplatz um die Show zu realisieren. Der Controller benötigt 23 Projektoren, um hochauflösende 3D Bilder auf eine gigantische runde Leinwand  auf der Bühne und die halb-gebaute Mauer zu projizieren. 

 

 

Ein Dutzend Bühnenarbeiter bauen die 242 Bauklötze in 45 Minuten auf. Jedes Baustück ist eine rechteckige Box, wie es sie auch bei IKEA zu kaufen gibt. Die Crew wird 30 ft hoch in die Luft gehoben, um sie zu platzieren.

 

 

Das große Gerücht ist, dass der ehemalige Floyd Gitarrist Dave Gilmour sich für ein Konzert mit Waters zusammenschließen möchte. Die alten Feinde haben sich 2005 versöhnt, als Bob Geldof Waters zu einem Konzert mit den Pink Floyds beim „Live 8 concert“ im Hyde Park überredete. Später in diesem Jahr spielten die beiden ein weiteres Mal auf einem Wohlfahrtskonzert in Oxford zusammen.



DAS NEUE OXMOX IST DA!!!


HAMBURG GEHT US! 
DER GROßE GASTRO-GUIDE. NEU!!!


UPDTAE - DEUTSCHLANS EINZIGES
KULTUR-MAGAZIN MIT SATIRE-TEIL



UNI-EXTRA: HAMBURGS STUDI-MAG
IN KOOP MIT DEM ASTA




HAMBURG BANDCONTEST 2012
JETZT BEWERBEN!!!