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HASENSCHAUKEL

Veröffentlicht von Administrator (admin) am 13.01.2012
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Vor fünfeinhalb Jahren eröffnet, geschaffen und seitdem von Anja Lupou­pou und Tan Le Racoon mit Liebe ge­führt, ist die Hasenschaukel ein Refugium mitten auf St. Pauli. Komplett in altrosa und lindgrün ge­hal­ten, wirkt die Einrichtung wie eine Misch­ung aus Tim BurtonsAlice Im Wunder­land“ und den Bildern des amerika­nisch­en Künstlers Mark Ryden. „Die Ha­sen­­schaukel war wie das Dornröschen­schlo­ss versteckt unter einer Dor­­nenhecke“, er­klärt das Betreiber-Duo die wundersame Wand­lung von der Backstube zur Live-Bar. „Ur­sprüng­lich waren dies die Räume der St. Pauli Bäckerei, die Anfang der 90er schließ­en musste, weil die Tochter des Familien­be­triebs eine Mehlstaub-Allergie hatte. An­schließ­­end waren hier über kurze Zeit ein türkischer Dönerladen, ein korea­nisch­es Res­tau­­rant und eine russische Ab­sinth-Bar. Am Ende mischten sich Korea­nische Trenn­wände mit russischen Wand­ma­l­ereien und alten Bäckerei-Fliesen…

„Ein Raum, wo man das machen kann, was man möchte!“

Die Inneneinrichtung der Hasen­schau­­kel ist zum Großteil selbstgebaut und - psst! - fast alles hier ist von ebay“, verrät die ehemalige OXMOX-Praktikantin und Mo­de­­­de­signerin Anja. „Die Sitzgele­gen­heiten stam­men zum Beispiel teilweise aus einem Bayerischen Landgasthaus und der Tre­sen ist noch aus dem alten Torten-Schau­fenster der Bäck­er­ei.“ Tatsächlich steckt die Liebe zum Detail hier in allem - vom original Portwein­glas bis zu den Toilettentapeten! In einer klein­en Vitrine gibt es gestrickte und gehä­kel­te Häschen-Accessoires von Anjas Mut­ter zu bewundern und zu kaufen. Die süße Home­page lockte neben Infos und dem aktuellen Programm mit einer Anleitung für den Bastelhasen und das Äffchenspiel. „Wir wollten eine Bar, die die Leute zum Schmun­zeln bringt und glücklich macht.

 

„Wir bieten Live-Musik zusätzlich zu den Getränken an.“

Die winzige rosa Bühne vor dem Kaminfeuer ist eine Heimat für Singer und Song­writer aus aller Welt, die hier akustische Konzerte geben und gerne den Hut wandern lassen, statt Eintritt zu verlangen. „Wir zahl­en keine Gagen. Die Bands ver­an­stalten sich selbst und wir geben ihnen den Raum dafür“, erklärt Tanju, der als Booker und Tour­be­gleit­er aktiv ist. „In der Hasen­schau­kel legen wir Wert darauf, dass das Programm nicht zu tra­ditionell ist - wir mögen Musik mit Ecken und Kanten. Das ist unser Indie-Be­griff, und das kann alles sein. Es haben sogar schon Punk-Bands eigene Akustik-Sets ausgearbeit­et, um hier spielen zu können.“ Die bisheri­g­en Live-Highlights, u.a. Gisbert Zu Knyp­hau­sen, Whip, The Wave Pic­tur­es oder Frontier Ruckus gibt es mit insgesamt 20 Tracks auf dem Sampler „Who Dropped The Needle - Live At Hasen­schau­kel”, der zum 5jährigen Club-Jubiläum ver­öf­fentlicht wur­de.

„Jeder Hamburger sollte unseren St. Pauli Sprizz probieren!“

Das zu wohltemperierter Bar-Unter­­­haltung die passende Getränkeauswahl gehört, weiß die Hasenschaukel und ist gut, günstig und für jede Gelegenheit ausgestattet: Neben den üblichen Standarts überraschen Anja und Tanju ihre Gäste mit leckeren Eigenkre­a­tion­en! Hier reicht die Palette vom Jet Boy Rocket Fuel (Traube-Gin) über Ma­li­bu Mara­cu­ja bis zum Bunny Royal (Sekt-Hibis­kus­blüte). „Jeder Hamburger sollte un­ser­en St. Pauli Sprizz (Astra und Aperol) probieren. Das ist ein ganz spezieller Ge­schmack!“ Neben Störtebeker Pils, das aus einer kleinen Brauerei in Stralsund kom­mt, gibt es hier außer di­ver­sen Kurzen (den „wohl besten Mexikaner vom Kiez“) auch Tee- und Kaffee-Spezi­a­li­täten, die u.a. vom ehemalig­en Ruben Cos­sa­ni-Drummer Leo Lazar serviert werden. Einen Raum weiter, im gold­enen Rauch­sa­lon, können Tabak­freun­de stil­voll ihrer Sucht frönen. Auch wenn das „Nicht-Raucher-Schu­tz-Gesetz“ der ge­schma­ck­vollen Hasen­schau­­kel-Küche seit Anfang des Jahres leider den Garaus gemacht hat. Wo Essen gereicht wird, ist nun auch das Rauchen in gesonderten Räumen verboten. Dies zwang den kleinen Club, der bei 100 Besuchern bereits aus allen Nähten platzt, eine Entscheidung zu treffen - die be­sonders Anja schwer fiel.  Über 3 ½ Jahre ser­vierte die lustige Rothaarige den Be­such­ern bis spät in die Nacht gesunde Köst­lich­keiten, wie Rotwein-Gorgonzola-Ca­ra­melle, frittierte Kicher­erb­sen-Schnitten mit grünem Spargel oder Spinat-Reis-Kroketten mit Jogh­urt-Minz-Dip. „Die Küche war eine echte Herz­ensangelegenheit - nicht nur für uns. Einige Gäste sind sehr enttäuscht und werfen uns vor, dass wir uns für das Rauch­en ent­schieden haben. Im Endeffekt kann man als Wirt allerdings mehr Raucher als Esser in die Kalkulation einplanen. Trotzdem haben wir die Hoffnung für unsere Küche noch nicht ganz aufgegeben.

 

„Die Hasenschaukel ist ein eigener kleiner Kosmos.“

An vier Tagen in der Woche (Mitt­­­woch - Samstag jeweils ab 19 Uhr) treffen sich unter dem niedlichen Häschen-Logo (entworfen von Tanjus Freundin Kati Krüger) Nach­barn, Musik­lieb­haber und Kiez­ianer. „Dass unsere Bar in St. Pauli sein sollte, stand von Anfang an fest. Hier fühlen wir uns dazu­gehörig. Die Schan­ze wäre die einzige Alternative gewesen. Allerdings ist es dort schon nicht mehr möglich, unsere Prin­zi­pien - günstige Preise, ein Programm für viele verschiedene Men­schen und keine Eli­tär­ität  - umzusetzen.“ Besser, als die ander­en möchte die Hasenschaukel auch gar nicht sein - dafür ist sie eh schon viel zu besonders. Ein kleiner Zufluchtsort im grel­len Neon-Gewitter der Reeperbahn. Mit ein­em ausge­zeich­neten Musikgeschmack und dem einzig wahren St. Pauli Sprizz!

 Silbersackstr. 17, 20359 Hamburg, www.hasenschaukel.de

 


 

Zuletzt geändert am: 13.01.2012 um 09:27:59

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