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THE BOSSHOSS |
Für zwei Stunden kehrte der wilde Westen in Hamburgs Musikhalle ein - und präsentierte sich doch ganz brav: Unterstützt durch zehn Streicher vom Babelsberger Filmorchester (The Fabulous Babelsberg G-Strings) und zehn Bläser (The Tijuana Wonder Bras), lieferten The BossHoss ein grandioses Akustik-Set, und offenbarten ihre wahre musikalische Qualität. „Wir haben sehr viele organische Instrumente in unserem Line-Up - von der Mandoline über den Kontrabass bis zur Akustik-Gitarre. Von daher sind wir in gewisser Weise schon unplugged!“, lacht Sascha „Hoss Power“ Vollmer (Ges., Git.) und erklärt die Idee hinter dem neuen Album „Low Voltage“ und der dazugehörigen Tour. „Wichtig war für uns, nicht leiser oder ruhiger zu spielen. Das entspräche auch gar nicht unserer Mentalität.“
„Egal, was The BossHoss machen - es muss rocken!“
„Eigentlich hat das neue Programm ja sogar mehr Power, weil wir mit insgesamt 30 Musikern spielen, statt zu siebt.“ Neben den beiden Frontmännern komplettieren Ansgar „Frank Doe“ Freyberg (Dr.), Malcolm „Hank Williamson“ Arison (Mandoline, Banjo, Waschbrett, Mundharmonika), André „Guss Brooks“ Neumann (Kontrabass), Stefan „Russ T. Rocket“ Buehler (Git.) und Tobias „Ernesto Escobar de Tijuana“ Fischer (Percussion) das Line-Up der Berliner Anarcho-Cowboys. „Die Zusammenarbeit mit 20 anderen Musikern war anfänglich gar nicht so einfach, weil wir Autodidakten sind und auf der Bühne viel improvisieren. Mit einem ganzen Orchester hinter sich kann man nicht mehr so leicht aus der Form brechen. Die haben ihre Noten vor sich und spielen das, was da steht. Unsere erste Probe, 2008 im Berliner Admiralspalast, lief ungefähr so: „Können wir nochmal ab Takt 78?“ Wir sahen uns an, und dachten: „Where the fuck is Takt 78?!“, lacht Alec „Boss Burns“ Völkel (Ges., Waschbrett) und rückt seinen Stetson zurecht.
Im aufgewirbelten Wüstensand, quer durch die Republik, schaffen The BossHoss seit fünf Jahren und fünf Alben einen beeindruckenden Spagat aus unglaublichem Erfolg und Authentizität. Mit jährlich 180 Auftritten - alleine 2009 vor über 300.000 Menschen - gehören die Country Punks zu den bedeutendsten Live-Acts des Landes. „Über den Facettenreichtum unserer Musik freuen wir uns natürlich sehr. Alleine auf Wacken zu spielen war super sensationell - die haben uns für dieses Jahr gleich wieder gebucht! Dann die aktuelle Tournee durch die schönsten Konzerthäuser Deutschlands und unsere regulären Konzerte in abgerockten Live-Locations - fast alle davon sind ausverkauft. Wir bringen unsere Message immer glaubhaft rüber, und die Leute merken das.“
So ist „Low Voltage“ zwar 100 Prozent BossHoss, aber eben doch anders: Die Grossen Nummern (u.a. „I Say A Little Prayer“ - im Original von Aretha Franklin - oder Eigenkompositionen á la „Last Day“) bekommen in der akustischen Umsetzung noch mehr Glanz und Dynamik. Die neue Platte ist kein beschauliches Unplugged-Album. Im Gegenteil: Es geht ab, wie man es von den Jungs gewohnt ist. Allen, die keine Tickets für die kurze Akustik-Tour bekommen haben, bringt die CD mit einer Bonus-DVD den Country-Flavour direkt nach Hause. Apropos, die nach einem Song der amerikanischen Garage Rock-Helden The Sonics („Real Boss Hoss“) benannte Band ist zum Schwiegermuttertraum britischer Hausfrauen avanciert. „In England gibt es eine Fernsehshow namens „Loose Women“ (z.dt. ungebundene Frauen). Da sitzen ein paar Damen um einen Tisch herum und quatschen über Männer, Sex und ihr Dasein als Hausfrau. Wir sind live in der Sendung aufgetreten - ohne zu wissen, was für ein Format das ist! (lachen) Seit dem haben wir jede Menge Hausfrauen auf unseren Konzerten in England. Und die bringen natürlich auch ihre Töchter mit. Yee-haw!“
www.thebosshoss.com