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Der unsterbliche „King Of Pop"
Für Fans wird dieses Weihnachten ein Fest - die zahlreichen postumen Veröffentlich-
ungen sind so bunt, wie das Leben des wohl „größten Künstlers der Welt“: Das neue Album „Michael“ wird..


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HAFENBAHHOF
Konzerte, Kunst und guter Kuchen !

"Wir betreiben hier unser kleines gallisches Dorf“, lacht Michael Beckmann, der Inhaber des 2006 als Café, Bar und Live-Club eröffneten Hafenbahnhofs. Am Ende der Großen Elbstraße ist der fast 100 Jahre alte eingeschossige Ziegelbau zwischen den gigantischen Büroneubauten ein echtes Hamburger Original. Direkt hinter dem Gebäude, das Anfang des 19. Jahrhunderts als Aufenthaltsraum für die Bahnwärter genutzt wurde, liegt das alte Gleisbett der Hafenbahn Altona. Wo früher Züge ratterten, gibt es heute rollende Bässe und groovende Beats...
Bunte Fähnchen flattern im Wind, einige Stufen weiter unten sind grüne Fensterläden mit Programmflyern beklebt und drinnen tobt das typisch hanseatische Leben: Ein altes importiertes Hafenkrokodil (damit ist nicht der Barkeeper gemeint!) bewacht den Tresen, urige Tapeten, kleine Kunstwerke und eine Bühne mitten auf der Tanzfläche. Ilse Mänz (46) kümmert sich um das Programm, das an sieben Tagen in der Woche Konzerte, Lesungen, Bar- & Cafébetrieb, Ausstellungen sowie ein Oldtimer- Treffen bietet. „Generell sind wir für alles offen - wir möchten einen Ort schaffen, an dem sich jeder wohlfühlen kann.“ Als Michael das kleine Häuschen - damals noch mit Elbblick - 2003 entdeckt, gleicht es einer Ruine. „Der Hafenbahnhof war Schrott - das muss man ehrlich sagen“, lacht der 48jährige, der hauptberuflich Oldtimer Motorräder restauriert (Single & Twin, Rambachstr. 3) und so wahrscheinlich schon die eine oder andere Perle entdeckt hat. „Zwei Jahre habe ich mich bei der Liegenschaft Altona um einen Mietvertrag bemüht, bis es endlich geklappt hat. Dann haben wir ein Jahr lang saniert - neues Dach, neue Heizung, neue Toiletten. Die Stadt hat hier nichts reingesteckt, das machen wir alles selbst, aber damit können wir leben.“
Der gebürtige Hamburger hat sich mit dem Hafenbahnhof einen Lebenstraum erfüllt. „Ich hatte vorher nie etwas mit Gastronomie zu tun - aber ich konnte das Gebäude nicht weiter verfallen lassen.“ Genauso Ilse, die seit 2007 dabei ist und ursprünglich als Fotografin und Grafikerin arbeitet. Sie entwickelte den Hafenbahnhof-Schriftzug und übernahm u.a. die Programmgestaltung: Musikalisch ist hier für jeden Geschmack etwas dabei - Rock, Pop, Jazz, Hip Hop, Soul und neuerdings auch Rockabilly. Neben den ständig wechselnden Künstlern der beliebten Jazzraum- Veranstaltungsreihe (jeden Montag), stehen Künstler wie Gisbert zu Knyphausen, Nils Koppruch, Helldriver, Duncan Townsend, Johannes Strate (Revolverheld), Pixie Paris, Estuar, R.J. Schlagseite, Chatharina Boutari u.a. auf der Bühne. „Die zu erzielende Besucheranzahl spielt für uns erstmal nicht so eine große Rolle - mal haben wir 12 Leute da, mal platzt der Laden aus allen Nähten. In erster Linie muss uns die Band gefallen. Viele haben hier klein angefangen…“
Klein sind auch die Eintrittspreise, die bei Konzerten normalerweise zwischen 4,- bis 6,- € liegen. (Bei ausländischen Bands können es 10,- bis 12,- € werden.) Zu trinken gibt es Bier ab 2,- € oder einen leckeren Pisco Sour (chilenisch/ peruanischer Weinbrand mit Limetten-, Zitronenund Orangensaft). Zu empfehlen ist auch der selbstgemachte Hausmexikaner als Shot für 1,50 €. Ein Highlight sind die Sonntage im Hafenbahnhof. Dann gibt es duftenden Kaffee, köstlichen Kuchen (ab 2,- €) und coole Benzingespräche: Der Motorclub lockt bei schönem Wetter nachmittags knapp 40 - 60 glänzende Oldtimer und ihre stolzen Besitzer an. Stolz ist auch DJ Rolf Scheimeister auf seine „Magic Soul Box“, die er freitags auspackt. Mit über 70 Jahren gehört er zu den ältesten aktiven Plattendrehern der Stadt und besitzt eine umfangreiche Vinylsammlung. Rolf hat sich auf den amerikanischen Soul der 60er & 70er spezialisiert - besonders die Sängerinnen haben es ihm angetan. Er hat zu jedem Song die passende Geschichte parat, und eine treue Fangemeinde!
Einmal im Monat gibt es Literatur: Unter dem Motto Phase Zwo sorgen zwei Autoren (u.a. der Hamburger Tino Hanekamp „So Was Von Da“) und ein Musiker für spannende Unterhaltung (7,- €). Auch dienstags und mittwochs während des regulären Barbetriebs gibt es einiges zu entdecken: Der kleine Zooladen zum Beispiel - eine Dauerausstellung des Hamburger Künstlers Thomas Tannenberg, der so genannte Cheap Art zum kleinen Preis (ab 10,- €) anbietet. Hier gibt es 1A Elbfisch in der Dose, Drahtfische oder witzige Krähen-Zeichnungen. Kunst gibt es auch an der Mauer hinter den Außentischen. „Die Gestaltung der Betonwand hat die Stadt organisiert“, erklärt Ilse. „Das ist Teil eines Projekts. Die Künstlerin Grunhild Schuster hat entlang der Elbstraße Häuserwände nach Themen bemalt. Bei uns gibt es „Frauen in der Hafenarbeit“. Wir haben uns gewünscht, dass sie den Ausblick, den wir früher hatten einfließen lässt. Das hat sie an einer kleinen Stelle getan. Aber wenn es nach uns ginge, hätten wir die Wand anders gestaltet…“
Ein bisschen Wehmut ist da, wenn sich Ilse und Michael an den fantastischen Elbblick erinnern, den sie damals aus dem Hafenbahnhof hatten. Im Zuge der Neubauten wurde die Straße hochgelegt, erneuert und der kleine Club bekam eine Betonwand vor die Nase gesetzt. „Zwar gilt das Gebäude als flutgefährdet, dennoch hatte die Maßnahme wohl eher kosmetische Gründe, damit die Touristen während der Autofahrt auf die Elbe schauen können“, erklärt Michael. „Mittlerweile ist unser kleines Reich hier unten fast schon Kult und auch die Stammgäste haben sich daran gewöhnt.“ Eine Überflutung gab es aber tatsächlich: „Wir hatten eine Privatparty (der Hafenbahnhof steht samstags zur Vermietung), als die Mauer bereits stand, die Straßendecke aber noch nicht asphaltiert war und die Gullys zentimeterhoch aus dem Boden ragten“, erinnert sich Ilse. „In der Nacht hat es geregnet wie verrückt, und plötzlich ist das Wasser morgens um 1 Uhr von der Straße in unseren Laden gerauscht! Wir haben den Strom abgestellt und barfuß geschippt - aber die Party ging weiter. Die Gäste waren cool!“


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