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Der unsterbliche „King Of Pop"
Für Fans wird dieses Weihnachten ein Fest - die zahlreichen postumen Veröffentlich-
ungen sind so bunt, wie das Leben des wohl „größten Künstlers der Welt“: Das neue Album „Michael“ wird..


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ANNA DEPENBUSCH -
„Meine Songs verkleiden sich gerne - die wollen nicht immer das Gleiche anhaben“, lacht die 33jährige Anna Depenbusch. Geboren in Hamburg, hat die zierliche Brünette bereits so manches Abenteuer hinter sich. Vom Gemüselaster auf dem Deich ins schwefelgetränkte Reykjavik oder aufs einsame Märchenschloss. Die bunte Essenz aus allem ergibt die „Mathematik Der Anna Depenbusch“. Mit dieser Dame darf gerechnet werden…
„Ich war eine absolute Niete, wenn es in der Schule ums Rechnen ging“, gesteht die Sängerin beim gemeinsamen Kaffee in der Erste Liebe Bar (Michaelisbrücke 3). „Meine Mathematik erzählt von den Un-Berechenbarkeiten des Lebens.“ Der Albumtitel spielt auf ein Buch an, das Anna als Teenager gelesen hat. „Die Mathematik Der Nina Gluckstein“ von Esther Villar handelt von einer Frau, die nach der Formel für die ewige Liebe sucht. „Natürlich funktioniert das nicht und endet furchtbar tragisch.“ Die in St. Pauli beheimatete Künstlerin komponiert, textet und produziert ihre Lieder selbst. Über 12 Titel setzt sie nun die Suche nach der Formel fort und kombiniert unterschiedliche Musikstile. Disco-Beats und Polka-Rhythmen, Country-Klänge und Chansons oder Zirkuselemente und großes Orchester. „Es hat Spaß gemacht, alles so zu kombinieren, wie es mir gefällt. Das ist das Tolle daran, wenn man seine eigene Produzentin ist!“
Zwei Jahre hat Anna Depenbusch an ihrem Nachfolgealbum gearbeitet. Ein Großteil entstand im Schloss Salzau am Selenter See - auf dem in den Sommermonaten namhafte Jazz-Festivals stattfinden. In der kalten Jahreszeit fungierte sie hier als Künstlerin in Klausur, Hausmeister und Schlossgespenst. „Es gab dort wirklich nichts zu tun - außer einen Weihnachtsbaum im Schlosshof, bei dem ich die Beleuchtung an- und ausgestellt habe“, lacht Anna. „Angst hatte ich eigentlich nicht. Obwohl, es gab schon ein paar unheimliche Momente, wenn z.B. im Herrenhaus plötzlich Licht gebrannt hat...“ Zum Songschreiben zieht es die abenteuerlustige Musikerin noch weiter hinaus. „Mein Flügel stand in einer Scheune im Wald. Dort habe ich lange Winterabende verbracht. Ich lasse mich gerne mit einem Instrument irgendwo einschneien“, erklärt die Sängerin, die Weihnachten 2008 unter dem Pseudony Ella Larsson mit „Lara`s Song“ die Musik für den Werbespot einer großen Telekommunikationsfirma beisteuerte.
Vom Winterexil auf dem Schloss geht es zurück ins hochsommerliche Hafenklang Studio. „Ich habe mein Klavier ganz bewusst nicht ans Fenster mit Elbblick gestellt - sonst hätte ich nur Seemannslieder komponiert! Die Atmosphäre war allgegenwärtig. Ich habe es sehr genossen, Sonntags morgens aufzunehmen, wenn unter dem Fenster der Fischmarkt tobte. In diesem Ambiente entstand nach einer durchzechten Nacht die „Haifischbarpolka“. Im Gegensatz zum ersten Album ist die Depenbusch experimentierfreudiger geworden. Ihre Inhalte haben an Leichtigkeit gewonnen. Der Titel „Glücklich in Berlin“, ein Country-Song mit Banjo, Pedal-Steel Guitar und Western-Fiddle, oder der atmosphärische Blues „Wenn Du Nach Hause Kommst“. Hier singt die junge Songwriterin mit verführerisch zurückhaltender Stimme über große Versprechungen sich zu ändern.
Veränderung bringt auch der nächste Schritt in der Albumproduktion: Anna reist nach Polen, um die Arrangements mit dem Wroclaw Score Orchestra in Breslau einzuspielen. „Die Zusammenarbeit war fantastisch - ich hab fast geheult, so ergreifend war das!“ In dieser Stimmung entsteht die ausdrucksstarke Ballade „Astronaut“. „Ich hänge sehr an diesem Lied. Es hat eine ganz besondere Kraft und soll anregen zu erforschen, wie viel Astronaut in einem selbst steckt.“ Mit zehn Jahren steht die Depenbusch erstmals auf der Bühne - vertretungsweise in der Band ihres Bruders, weil der die Masern hatte. 2005 erscheint ihr Debütalbum „Ins Gesicht“ und 2009 wird ihr Titel „Heimat“ für den Deutschen Musikautorenpreis nominiert. Persönlichkeiten, die Anna faszinieren, sind Musiker wie Rufus Wainwright oder Edith Piaf. „Ich mag mutige Eigenwilligkeit, Leidenschaft und die Sehnsucht nach einer persönlichen Wahrheit…“
Ihre persönliche Wahrheit behält die Hamburger Künstlerin für sich - auch wenn sie sich munter auf Forschungsreisen begibt. „Was mich neben der Musik interessiert, ist ein Zweig in der Hirnforschung, genannt Synästhesie. Ich habe die letzten zwei Jahre in einem Forscherteam an der Hochschule in Hannover gearbeitet. Hier dreht sich alles um verknüpfte Sinne im Gehirn. Zum Beispiel, dass manche Menschen Zahlen farbig sehen, oder sie mit Geschlechtern und Charaktereigenschaften verbinden. Meine Lieblingsziffern sind die 7 und die 8 - wobei die 8 für mich dunkelblau und die 7 gelb ist. Außerdem habe ich einen Hang zum wissenschaftlichen Detail. Ich habe mein Gehirn sogar schon öfter mal durchleuchten lassen, weil ich Phasen hatte, in denen ich Dinge gesehen habe, die nicht da waren!“ Nachdenklich, melancholisch, lebendig, farbenfroh und mit feiner Ironie nimmt Anna Depenbusch den Hörer mit lauten und leisen Tönen auf eine Reise durch ihre emotionale Welt. Vielfältigkeit gehört für die Sängerin sowohl zur Mathematik, als auch zur Musik. „Eine Formel gibt es vermutlich für beides nicht, aber die Suche danach macht trotzdem Spaß!“
Und die führte sie bisher u.a. in den Backgroundchor von Udo Lindenberg, mit einem eigenen Soul-Programm auf die Bühne im Angie`s Nightclub, sowie als Komponistin hinter die Kulissen des Thalia Theaters. „Ich habe das Gefühl, dass die bunten Stationen die ich abgelaufen bin, jetzt zusammenfließen“, freut sich die hübsche Sängerin. Im Frühjahr möchte Anna ihre Musik live auf die Bühne bringen. „Ich werde mal ein Stück alleine am Klavier spielen, dann kommt eine ganze Band dazu, dann spielen wir im Trio… Das Ganze wird sehr bunt und collagenhaft - so wie mein Leben!“
www.annadepenbusch.de

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