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Das sind Rock'n'Roll-Zahlen"
(Ausgabe 03/09)

Ulrich Waller und Thomas Collien

Thomas Collien im Gespräch mit OXMOX über die neue Glanzzeit des Hansa-Theaters

Was war Ihr persönlicher Anreiz für die Neueröffnung?

Als ich im Rahmen einer Medienfeier nach langer Zeit wieder in dem Theater stand , habe mich sofort in das Haus verliebt. Mir kam die Idee einer längerfristigen Inszenierung, für die ich auch Ulrich Waller begeistern konnte. Mit der Besitzerfamilie des Hansa-Theaters stand ich eh schon länger in Kontakt, also war die Neueröffnung schnell beschlossene Sache. Tja, und inzwischen können wir schon rund 100 ausverkaufte Vorstellungen verbuchen. 
Gelingt es Ihnen, Ihre Aufmerksamkeit immer gerecht zwischen St. Pauli- und Hansa-Theater aufzuteilen?
Wir alle haben zusätzliche Zeit geopfert, um das Projekt zu verwirklichen, aber unser Stammhaus wird dadurch nicht vernachlässigt. Wenn man anfängt, Stunden zu zählen, darf man diesen  Job sowieso nicht machen. Unser ganzes Team ist motiviert, von der Presseabteilung, über die Kasse bis hin zu den Intendanten. Anders schafft man das alles nicht.
Bei der Aufbauarbeit werden Sie vom Varietéhaus Tigerpalast unterstützt. Wie genau?
Uli und ich wollten nicht das Rad neu erfinden, sondern nur die Mixtur etwas verändern. Außerdem blieb uns nicht viel Zeit für die Konzeption. Also haben uns die erfahrenen Frankfurter Kollegen Künstler vorgeschlagen, die wir dann begutachtet und zusammengestellt haben. Auch mit dem Ziel, uns von anderen Varietés zu unterscheiden. So habe ich zum Beispiel keinen „Clown Pappnase“ für die Conférence engagiert, sondern politische Kabarettisten, Schauspieler und Comedians, die allesamt als Profis auf ihrem jeweiligen Gebiet die richtige Würze reinbringen.
Dabei war das Hansa-Theater mal dafür bekannt, unbekannten Artisten zu Rang und Namen zu verhelfen!?
Schon, aber wir wollten uns lieber auf Künstler verlassen, die die Leute garantiert unterhalten, das unterstützt einfach den Kartenverkauf. Hinzu kommt, dass einige Conférenciers sonst nur vor Bildungspublikum auftreten und es merklich genießen, sich mal einen Abend lang völlig neu zu erfinden.
Was hat sich noch verändert?
So gut wie nichts. Die Gastronomie hat das Fischereihafen Restaurant neu übernommen, und  die Mädels mit ihren Hamburger Hauben wollten wir auch keinem mehr antun. Im Innenraum mit ca. 450 Plätzen wurden nur Licht- und Tonkonzept modernisiert, alles andere ist völlig historisch.
Kommen hauptsächlich Stammgäste von früher?
Zu den Nachmittagsvorstellungen und am Wochenende kommen eher die alten Hansa-Freunde, in den Abendshows mischt es sich. Manche bringen zum Beispiel ihre Enkel mit, um ihnen zu zeigen, wo sie in ihrer Jugend Spaß gehabt haben.
Erfüllt die Resonanz Ihre Erwartungen?
Sie übertrifft sie sogar. Wir haben bisher 2000-3000 Leute stichprobenartig befragt und unglaublich gute Noten bekommen. Das Konzept scheint also zu funktionieren, weswegen wir im Herbst wahrscheinlich noch mal mit einem neuen Programm durchstarten. In gleicher Machart, aber mit anderen Artisten.
Haben Sie Angst, dass der Erfolg verebbt, sobald der Reiz des Neuen verflogen ist?
Ja, deswegen halten wir die Verlängerung so begrenzt und konzentrieren uns auf die Hauptsaison Herbst/Winter.  Nach dem 5. April ist erstmal Pause bis Oktober. Ich persönlich würde einfach sehr gerne weiterspielen. Nach der laufenden Spielzeit werden ca. 45.000 Besucher die Show gesehen haben. Das ist perfekt, das sind Rock’n’Roll-Zahlen!.
Wie groß ist die Chance, dass sich nach dem Herbst noch eine Spielzeit anschließt?
Solange wir uns mit allen gut verstehen und Anklang finden, machen wir weiter. Die Entscheidung liegt also bei Hamburg selbst.
Jana Schiffers

                


 




 


 



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