Doro Pesch – „Ich bin im Gefängnis gestorben …“

Doro Pesch – „Ich bin im Gefängnis gestorben …“

15. Oktober 2018

Zwei Jahre nach dem Release von Strong & Proud, veröffentlichte die Queen of Metal Doro Pesch im August ihr 20. Studioalbum Forever Warriors//Forever UnitedOX­MOX sprach mit der Metal-Legende und kon­nte unter anderem auch etwas über ihre Zu­sammenarbeit mit Gene Simmons, ihrer Be­geisterung für Hamburg und ihrer Erlebnisse mit Rückführungen erfahren…

 

Doros erste Rückführung fand im Jahr 2013 statt – mit einem Kamerateam von RTL im Gepäck. Auf unsere Frage, wie es zu der Zusammenarbeit mit dem RTL kam und was sie bei der Rückführung erlebt hat, konnte uns die gebürtige Düsseldorferin so einiges er­zähl­en … „Ich war schon seit jeher interessiert an diesem Thema; was passiert nach dem Tod? Das sind menschliche Fragen, die wohl jeden interessieren. Vor ein paar Jahren, bekam ich einen Anruf und dann hat jemand gefragt, ob ich Lust hätte mitzu­machen. Die wollten eine Serie über spirituelle Phänomene und Rück­führungen machen.“ So wurde ein Termin ausgemacht und Doro kon­nte bei Ursula Demarmels ihre erste Rü­ck­führung erleben. „Das ging richtig höllisch ab. Es fühlt sich an, wie ein Traum, nur deut­licher – du kannst dich immer noch dabei un­terhalten. Ursula fragte: „Wo bist du gerade?“. Und dann sagte ich: „Ich bin ein kleiner Junge, ich gucke mit meinem Vater aufs Meer, bin ungefähr drei, vier Jahre alt.“. Und dann fragt sie: „Wo?“. Und dann sag ich: „Dubrovnik.“. Und ich war noch nie vorher dort. Auf jeden Fall meinte sie dann: „Ok, dann geh doch mal ein bisschen weiter“. Und auf einmal habe ich mich auf dem Meer gesehen, bin in so einem kleinen Bötchen gefahren und hab Todesangst gehabt, weil die Wellen so hoch waren. Ich bin auf dem Weg nach Dubrovnik gewesen. Da habe ich mich sehr wohlgefühlt. Ich war ein Mann und es war 1648. Ich war un­sterb­lich verliebt in eine Pros­tituierte. Und hatte Frau und zwei Kinder zu­hause. Der Ort hieß Met­kovic. RTL war von der ganzen Sache etwas einge­schüchtert und er­klärte Doro, man könne das so nicht aus­strahlen, schließlich würde ihnen niemand gl­au­ben, dass eine so kleine Frau ein­mal ein so großer Mann gewesen sein soll. Als sie ein Jahr später erneut einen Anruf bekam und man sie fragte, ob sie denn an einer zweit­en Rück­führung interessiert sei, stimmte sie freu­dig zu und durfte ein weiteres Mal (wieder mit Ursula Demarmels) eine spannende Er­fahr­ung mach­en. „Dann wollten die aber auch den Tod sehen. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich ab­gelehnt. Ich war dann wieder in diesem Leben drin und war ein egoistischer Mann, der viel gesoffen hat … Und dann habe ich den Tod gesehen und das war ätzend … super ätzend! Ich bin im Gefängnis gestorben. Ich habe auch gesehen, wie die mich ver­donnert haben. Ich war mit einer Kette an einem Brunnen gefesselt. Von Ursula Demar­mels angeleitet, besuchte sie, obwohl ihr der Gedanke ziemlich miss­fiel, ihren letzten Tag im Leben als „Tor­ben“. „Ich bin mit dem Rücken an einer Wand runter­gerutscht, ins Wasser. Dann habe ich mich hin­gesetzt und dann gingen die ganzen Leb­ensgeister raus. Und die Seele kam aus den Schultern und aus dem Kopf raus – wie ein kleiner Komet. Das war wie ein weißes Licht, eine Kugel und die war an der Decke. Und dann war das ganze Be­wusst­sein in dieser Kugel und ich hab auf den leblosen Körper geguckt und war todtraurig, dass ich mich so schlecht benommen hab. Auch gegenüber meinen Kindern, meiner Frau … Die waren mir zu langweilig.“ Neben diesen außer­ge­wöhnlichen Erfahrungen aus früheren Le­ben, gab es ein Er­eignis, das Doro besonders ger­ne in Erin­nerung behält. Denn im Zuge einer Rück­führung war es ihr möglich, ihren vor Jahren verstorbenen Vater noch einmal zu sehen … „Seitdem war es auch irgendwie mehr ok. Ich habe das Gefühl man sieht sich wieder – es ist nicht alles vorbei. Und dass die verstorbenen einen immer begleiten.“.

 

Natürlich beschäftigt sich die Metal-Queen weiterhin mit der Musik.  So stand sie im Juli mit Gene Sim­mons auf der Bühne und rockte das Masters-Of-Rock-Festival in Tsch­echien. Gene Simmons hatte mich kon­taktiert, weil er nach Deutschland kom­men wollte, um den Vault den Fans per­sönlich zu überreichen. Der Vault, ist ein Safe, in dem die ganzen Demos drin sind, die Gene jemals gemacht hat und aufgenommen hat. Und er hat 1990 eine Platte von uns produziert, viele der Songs sind nun eben­falls im Safe. Und dann hat er mich kon­taktiert und gefragt: „Na hast du nicht Lust, Gast zu sein, wenn ich den Vault über­gebe?“ Und dann habe ich zugesagt.“.

 

Doro spielte schon auf Bühnen auf der ganzen Welt – doch Hamburg, sagt sie, ist „wirklich die schönste Stadt der Welt. Andreas Bruhn kommt auch aus Hamburg. Mit dem arbeite ich schon seit 1996 zusam­men. Ich habe die schönsten Songs mit An­dreas geschrieben, auch den Song für den Lemmy, der mir ganz wichtig war.“

 

Die „Queen Of Metal“ rockt am 17.11 die ausverkaufte Große Freiheit!

[KS]
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