OXMOX Reviews

10. Juli 2016

UDO LINDENBERG

11.06., Volksparkstadion

OXMOX präsentierte die „Panik-Party“ der Superlative: Rund 45.000 Lindianer waren gekommen, um den „heissen Greis“ (70) zu feiern. Dieser schwebte zum Auftakt über die Köpfe des Publikums in Richtung der stim­mungsvoll illuminierten Bühne samt Panik­orchester. Es folgte eine fast 3-stündige Ro­ck-Show, begleitet von diversen Künstlern und Star-Gästen wie Otto Waalkes (mit dem AC/DC-Cover „Auf Dem Heimweg Wird’s Hell/Highway To Hell“), Daniel Wirtz („Cello“), Helge Schneider am Saxophon (Das Kann Man Ja Auch So Sehen“) und Stefan Raab an den Drums („Johnny Con­trolletti“). Als Udo im Raumanzug von der Bühne schwebte, gab’s ein krachendes Feuer­werk, Konfettiregen und auf den LED-Scre­ens die Ansage des Abends: „Keine Panik!“ SO

LEROY JÖNSSON

28.05., Haus 73

Der junge Hamburger sang sich mit seinem neuen Album „You“ in die Herzen der rund 200 erschienenen Fans. Die Show startete ruhig mit dem Titelsong, das Publikum klat­schte bereits beim zweiten Track fröhlich mit. Auch das be­kannte „In Her Eyes“ brach­te fast den gesamten Saal zum Singen. Zwi­schendurch wurden stimmungsvolle Bilder vom Mond und Wellen an die Wand gewor­fen, und machten die intime Atmosphäre per­fekt. J. Kiecksee

HERZOG & AURICH

29.05., Hessentag/Herborn

Das Hamburger Musikprojekt aus dem H1 Club setzt einen neuen Trend: Clubsounds von den Turntables, untermalt von Rockse­quenzen live gespielter Instrumente wie z. B. E-Gitarre und E-Cello. Bei ihrem ersten Op­en Air Gig bewiesen Herzog & Aurich, dass sie würdig sind vor tausenden Zuschauern als Vorband der Hollywood Vampires, deren Mitglieder u. a. aus Alice Cooper (68, Ges.), Johnny Depp (54, Git., Ges.) und Joe Perry (65, Aerosmith, Git.) bestehen, aufzutreten. Text: A. Arndt, Foto: D. Gold

AC/DC

26.05., Volksparkstadion

Da
Original-Sänger Brian Johnson
(68)
aus gesundheitlichen Gründen (Taubheit droht) nicht
auftreten durfte, stand die Frage: Tour absagen oder Ersatz suchen?
So wurde Kolle­ge Axl Rose (54, Ges., Guns’n’Roses)
her­angeholt – u. a. auch wegen seiner ähnlichen Stimme zum
ehemaligen, bereits verstorben­en Sänger Bon Scott.
Gutgelaunt pilgerten Fans aller Altersklassen bei bestem Wetter zur
Arena. Drinnen bewaffneten sie sich mit blinkenden roten
Teufelshörnern für happige 10,- € Euro. Dann raste auf der großen
Büh­nenleinwand der AC/DC Meteorit zur Erde, um in
pyronalem Feuer aufzugehen. Als sich der Qualm lichtete, stand der
kleine Angus Young (61, Git.) in bekannter Schuluniform da und
die Show begann. Axl überzeugte so­fort mit seiner Stimme
- auch wenn er zur textlichen Unterstützung Teleprompter auf der
Bühne hatte. Nach wenigen Minuten hat­ten Angus und Axl
die 46.000 Fans im Griff! Für den
angeschlagenen GnR-Sänger
gab´s einen Gehgips, mit dem er sehr agil über die Bühne
stiefelte. Sowohl Angus als auch Axl gaben sich
ausreichend Raum auf der Bühne. Der Gitarrist sprang wie ein junger
Hund, sei­ne klassischen Moves im Gepäck, ohne auch nur einen
Ton auf der Gitarre zu vergeigen. Auf einer kleinen Hebebühne wurde
er für ein langes Solo in den Himmel gehoben - und mit Konfetti
belohnt. Etwas Bühnendeko war auch da: Bei „Hells Bells“
läutete eine riesige Glocke, später hockte eine große Aufblasda­me
in einem Hauch von Nichts lasziv am hin­teren Bühnenrand.
Klassiker wie „TNT“ oder „Highway To Hell“
durften neben Songs der aktuellen Scheibe „Rock Or Bust“
nicht feh­len. Nach mehr als zwei Stunden war mit dem Song „For
Those About To Rock“ und dem Abfeuern der AC/DC Kanonen
Schluss. So ziemlich alle Besucher waren sich einig: Das Experiment
mit Axl/DC hat funktioniert!
			
         T. Gunner

ROCKAVARIA
27.-29.05.,
Olympiastadion/München
Mit
J.B.O fiel der Startschuss zur zweiten Auflage des Festivals.
Weitere Highlights des Tages gab´s mit Powerwolf und In
Extremo. Mit Nightwish betraten die ersten Headliner die
Bühne und starteten druckvoll mit „Shud­der Before The
Beautiful“. Der zweite Tag startete sonnig mit u. a. Beyond
The Black. Für gute Laune sorgten u. a. Garbage („Only
Happy When It Rains“), der grandiose Gig von Gotthard
(„Sister Moon“) und Mando Diao, die mit „Dance
With Somebody“ zum Tanzen aufforderten. Laut und voll wurde es,
als Iggy Pop die Bühne betrat, blank zog und wie ein
Jungspund „The Passenger“ perform­te. Der dritte Tag
brachte dunkle Wolken und eine Unwetterwarnung mit sich. Tagsüber,
während der Gigs von u. a. Ghost und Slayer war davon
nichts zu spühren. Erst als Saba­ton die Bühne betraten,
ging das Gewitter los, was viele Fans auf die Tribüne verban­nte.
Am späten Abend verzog sich das Un­wetter und machte Platz für
die Metal-Helden Iron Maiden. Besonderen Beifall gab es, als
Maskottchen „Eddie“ über die Bühne lief. Das grandiose Ende
eines tollen Festivals gab's mit „Fear Of The Dark“, „The
Number Of The Beast“ und „Wasted Years“.       J.
Stock

MUSE
06.06.,
Barclaycard Arena
Knapp ein Jahr nach Veröffentlichung der ak­tuellen Platte „Drones“ gaben Matthew
Bel­lamy (39, Ges., Git.), Dominic
Howard (38, Dr.) und Christopher Wolstenholme
(37, B.) in der fast ausverkauften Halle neue und alte Songs zum
Besten. Die Briten standen dabei nicht auf einer klassischen Bühne,
son­dern inmitten der Fans auf einem sich dre­henden Kreis.
Die etwa zweistündige Show startete bei erstklassiger Stimmung mit
„Psy­cho“, während ein Schwarm leuchtender Drohnen durch die Luft flog. Weitere
High­lights gab's mit „Supermassive Black Hole“, „Prelude“ und „Madness“.
Das spektakuläre Ende wurde mit Konfetti und „Knights
Of Cydonia“ eingeläutet. 	           J. Stock

ARTHUR BEATRICE

30.05., Nochtspeicher

Gemütliche Atmosphäre im kleinen Club: Vi­vie Ann wärmt auf und schließlich kommen die vier Londoner von Arthur Beatrice auf die Bühne. Im Gepäck haben sie ihr neues Album „Keeping The Peace“. Indie-Rock mit Einflüssen diverser Musiksparten, wie z. B. Electroclash, R’n’B oder Trip Hop. Es dau­ert nicht lange, bis das Publikum in Bewe­gung kommt. Zu den neuen Hits „Who Retur­ned“ und „Real Lifetanzt der gesamte Spei­cher! F. Steinfatt

NIGHTTRACK

15.06., BaRRock

Die Hamburger Band hat sich alten Rock-Hits verschrieben und covert diese mit un­übersehbarer Spielfreude. So dauerte es keine zehn Minuten, bis sich der Spaß auch auf´s Publikum übertrug! Henning Winter (Git.), Katrin Ebert (B.), Alf Sommerfeld (Dr.) und Klaus Rosenthal (Git., Ges.) rockten anderthalb Stunden. Allen voran Sängerin Berrit Schöne zeigte mit ihrer kräftigen Stimme, wieviel Power in den alten Klassik­ern steckt. O-Ton aus dem Publikum: „Boah, das war geil!“ F. Steinfatt

KIDDO KAT

02.06., Stage Club

Das mediale Interesse war groß: Drei Kame­ra-Teams, mehrere Journalisten – recht weni­ge Zuschauer (ca. 100). Dabei wurde viel für den moderaten Eintrittspreis geboten. Vivie Ann als Support zeigte der Smartphonegene­ration, dass eine Schreibmaschine auch heute noch zu gebrauchen ist, z. B. als Rhythmus­instrument. Gefällige Songs, sympathischer Auftritt, prima! Kiddo (bzw. Anna Guder) übernahm anschließend mit ihrer Band die Bühne. Einige Coversongs, viel eigenes Ma­terial – mal funky, meist groovend, locker, leicht und nett. Nach 1 ½ Stunden war Schluss. Richtig Stimmung kam auf, als sie ihren YouTube-Hit „Kiss“ von Prince in ei­ner Langfassung zum Besten gab. R. Merkel

CHRIS BROWN

07.06., Barclaycard Arena

6.000 Fans, mehrere Supportacts, 1 ½ Stun­den Tanzshow mit Playback und peinlichen Einlagen sowie kaum Kontakt zu den Fans.

R. Merkel

SHINEDOWN

07.06., Markthalle

Die Truppe aus Florida sorgte zum parallel in Nord/Ost-Hamburg
tobenden Sturm für ähn­lich wilde Stimmung in der ausverkauften
Halle. Manche Fans waren 600 km weit an­gereist und zeigten in
der ersten Reihe Flag­ge. Brent Smith (38, Ges.) und
Frauen­schwarm Zach Myers (32, Git.) umgarnten die Mädels
und rockten Threat To Survi­val“, gemischt mit alten Klassikern und „Sound of Madness“
als Zugabe. Auch nett war die Dreadmaschine an den Drums! 

DISTURBED
15.06., Docks
Nach sechs Jahren veröffentlichten David Draiman (43, Ges.), Dan
Donegan (47, Git.), John Moyer (42, B.) und Mike
Wen­gren (44, Dr.) ihre aktuelle Platte „Immor­talized“.
Diese sollte nun auf die Bühne ge­bracht werden: Der Club war so
voll, dass die Menge bei geringer Bewegung richtig ins Schwitzen kam
– an Moshpits war nicht zu denken. Gutgelaunt startete man mit „Ten
Thousand Fists“ ehe es mit den Superhits „Land Of
Confusion“ (Genesis), „Stupify“ und dem sehr emotionalen „Sound Of Silen­ce“ (Simon &
Garfunkel) weiterging. Noch mehr Highlights gab's mit „Stricken“,
„The Light“ und „Indestructible“. Mit einem „Oh Wah Ah Ah Ah“ und 
„Down With The Sick­ness“ wurden die glücklichen Fans nach 1 ½ Stunden in die Nacht 
entlassen.      
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