Review: Mike Shinoda, 08.03., Sporthalle

Review: Mike Shinoda, 08.03., Sporthalle

11. März 2019

Wenn es darum geht, eine perfekte Symbiose mit dem Publikum zu schaffen, ist Mike Shinoda einer der Vorreiter.

Der Co-Front­mann von Linkin Park fing kurz nach Chesters Tod an, seine Trauer mit der Musik zu verarbeiten. Sehr zur Freude seiner Fans ließ er diese mit „Post Traumatic“ an dem Prozess teilhaben. Oft wendet er sich direkt an seinen verstorbenen Kollegen. Die Freude wurde noch größer als bekannt wurde, dass Shinoda mit den Songs auf Tour geht.

Währ­end seine Hauptgruppe bis zuletzt die großen Hallen füllte, fand das Spektakel an diesem Abend mit ca. 3.000 Zuschauern in einem weitaus intimeren Rahmen statt. Beim Laut­stärke-Pegel war jedoch kaum ein Unter­schied zu vernehmen. Begleitet von einem Kreisch-Konzert, betrat der 42-Jährige mit „Petrified“ (Fort Minor) die Bühne. Die Stimmung war ausgezeichnet, musikalisch überzeugte ein toller Mix aus Neu („Ghosts“) und Alt („Castle Of Glass“, „Sorry For Now“).

Die Taschentücher mussten gezückt werden, als MikeWhere‘d You Go“ (Fort Minor), und anschließend „Waiting For The End“ performte – und den Fans das Singen überließ. Kurz darauf holte er Yvonne Cat­terfeld auf die Bühne, die „Burn It Down“ in eine Ballade verwandelte. Zum krönenden Gänsehaut-Abschluss wurde „In The End“ am Klavier angestimmt, mit der Bitte, dass das Publikum Chesters Parts übernimmt – beim Refrain hat sich dieses dann selbst über­troffen. Vielen Menschen war der Kloß im Hals anzusehen und Melancholie machte sich breit.

Doch mit Klassikern wie „Papercut“ oder „Bleed It Out“ konnte die Stimmung wieder nach oben getrieben werden. Zum Abschluss ließen sich die Supporter Don Broco noch einmal blicken, um den denk­würdigen Gig mit „A Place For My Head“ zu beenden.

J. Stock

[KS]
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