30 seconds to mars

Review: Thirty Seconds To Mars 02.05., Barclaycard Arena

28. Mai 2018

Während eine Stunde lang verzerrte Elektro-Musik aus den Boxen schallte und ein Werbe­film in Dauerschleife auf den Leinwänden lief, zog der große schwarze Block im vorderen Teil der Halle, die visuelle Aufmerksamkeit auf sich. Als „Monolith“ ertönte, öffnete sich der Deckel der riesigen „Schachtel“ – darunter ver­borgen: Shannon Leto (48) an den Drums sowie Frontmann Jared Leto (46) im Niko­lausmantel am Mikrofon – Gitarrist Tomo (38) war aus persönlichen Gründen nicht dabei. Und trotzdem wurde der fast ausverkauften Halle die instrumentale Vollpower geboten – ohne Band, dafür von Band. Im Bühnengraben ver­steckt, zupfte ein Gitarrist einsam an seiner Kl­am­pfe – gebracht hat es nichts. Dem Sänger schien es egal zu sein, ob seine Playback­insze­nierung aufflog – er war überwiegend darauf konzentriert, sich wie ein Messias von der kreischenden Menge feiern zu lassen und seine Anhängerschaft mit „Jump Jump Jump“ und „Scream for my Instagram-Followers“ bei Laune zu halten – dass bei „City Of Angels“ selbst der Gesang von Band kam, war dem Pu­b­likum ebenfalls egal. Nach knapp über einer Stun­de fand die Miniplayback-Show feat. Jared Messias mit „Closer To The Edge“ ihr rasches Ende.

J. Stock

[KS]
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