Review: WACKEN OPEN AIR

16. August 2017

03.-05.08., Wacken

Zum 28. Mal versammelten sich 80.000 Men­schen aus über 80 Ländern in einem kleinen Dorf in Schleswig-Holstein, um gemeinsam auf dem weltweit größten Metal-Festival zu Feiern. Obwohl sich die Sonne nach vielen Regen-Tagen pünktlich zum Auftakt blicken ließ, waren Gummistiefel unabdingbar. Wacken und Matsch gehören zusammen. Nachdem die Wa­cken Firefighters standesgemäß eröffneten, folgte ab Donnerstag ein Musik-Programm der Extraklasse.

Für ausgezeichnete Stimmung sorgten u. a. Europe („Final Countdown“), Status Quo („Rockin‘ All Over The World“) oder Accept („Balls To The Wall“), die ein umfangreiches Set inkl. Orchester auf die Büh­ne brachten. Anschließend versammelte sich ein Großteil vor der Harder-Stage, um den dän­ischen Export-Schlager Volbeat in Empfang zu nehmen. Es folgte ein Gig der Extraklasse, was für astreine Stimmung sorgte. Kracher wie „For Evigt“, „Fallen“ oder „Still Coun­ting“ kamen nicht zu kurz.

Der Freitag-Nach­mittag war bunt gemischt: So wechselte sich Power-Metal (Sonata Arctica, „Don’t Say A Word“) mit Mittelalter-Rock (Saltatio Mortis, „Wo Sind Die Clowns?“) ab, ehe astreiner Me­tal mit u. a. Trivium („Strife“) dominierte. Als es dunkel war und der große Wacken-Schädel in Flammen stand, wurde es trashig: Megadeth brachten derben Gitarren-Sound mit u. a. „Trust“ auf die Bühne. Daraufhin folgte die wohl größte Enttäuschung – Marilyn Manson. Der Schock-Rocker ließ ewig auf sich warten, verzog sich immer wieder von der Bühne, konnte keinen Song anständig per­formen und beendete den „Auftritt“ nach nur 45 Minuten.

Der Samstag sah wieder rosiger aus: Power­wolf zelebrierten unter tosendem Applaus die Metal-Messe inkl. „We Drink Your Blood“, Ali­ce Cooper feierte mit seiner beliebten Bühnen-Show die neue Platte „Paranormal“ und die Wikinger von Amon Amarth brachten auch Fans in den letzten Reihen mit u. a. „Raise Your Horns“ zum Headbangen. Daraufhin stand das Metal-Opera-Projekt Avantasia mit u. a. Mastermind und Frontmann Tobias Sammet, Bob Catley (Magnum) und Eric Martin (Mr. Big) in den Startlöchern, um die letzte Show der Ghostlights-Tour zu zelebrieren. Zwei Stunden und etliche Kra­cher („Avantasia“, „Dying For An Angel“, „The Scarecrow“) später endete der Super-Gig mit einem großen Feuerwerk und Regen­tropfen. „Der Himmel weint, wiel es nun zu Ende ist“, hörte man einige Fans sagen. Ganz Zu Ende war es noch nicht: Während Kreator auf der Faster-Bühne Hasspredigen inkl. „Sa­tan Is Real“ performten, machten die Spaß-Metaller von J.B.O. auf der Louder-Stage ab­schließend deutlich: „Scheiß drauf, Wacken ist nur einmal im Jahr.“.

Justine Stock

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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