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Klassisches Glückspiel verliert an Bedeutung – Online floriert das Geschäft

Das klassische Glücksspiel verliert in Deutschland an Beliebtheit. Spielten vor zehn Jahren noch 55 Prozent aller Menschen in Spielhallen oder den staatlichen Lotterien, waren es 2015 nur noch 37,3 Prozent. Allein innerhalb der letzten 12 Monate ist der Anteil der Glücksspieler um fast 4 Prozent zurückgegangen – das ergab eine Befragung von 11.500 Deutschen im Alter von 16 bis 70 Jahren. Besonders stark ist der Rückgang bei den regionalen Lotterien – steigende Zahlen verzeichnen hingegen Anbieter von Online-Sportwetten. Die Anzahl der Spieler hat sich in diesem Bereich innerhalb von 2 Jahren fast verdoppelt und erreicht mittlerweile bei Männern zwischen 18 und 20 Jahren einen Anteil von 14 Prozent.

Spielen und wetten in der Grauzone

Glücksspiel ist in Deutschland eigentlich streng reguliert. Anbieter von Lotto-Spielen sowie Spielhallen benötigen eine gültige Lizenz, um auf dem hiesigen Markt aktiv werden zu können. Anders ist es allerdings beim online stattfindenden Glücksspiel – hier tut sich der Staat schwer. Zwar sind per Glücksspielstaatsvertrag die Online-Sportwetten oder Online-Casinos grundsätzlich verboten, trotzdem findet kaum eine Strafverfolgung entsprechender Betreiber statt. Grund dafür sind die unterschiedlichen Rechtsauffassungen in der europäischen und deutschen Gesetzgebung. Denn während hierzulande das Anbieten von Online-Glücksspiele verboten ist, ist es in vielen EU-Staaten völlig legal. Liegt der Unternehmenssitz der Online-Anbieter im Ausland, lässt sich ihr Treiben somit nur schwer unterbinden.

Glücksspielverordnungen bedürfen der Reform

Mithilfe maltesischer Glücksspiellizenzen können Bet365 oder das Leo Vegas Casino über Portale wie Casinoshark ihren Service hierzulande anbieten. Auf solchen Portalen gibt es mittlerweile ein breites Angebot an Sportwetten und Casinos, die sich in einer rechtlichen Grauzone bewegen, da sie weder vollständig verboten, noch komplett erlaub sind. Seit Jahren versuchen die Bund und Länder den veralteten Glücksspielstaatsvertrag neu aufzulegen und an die Gegebenheiten der heutigen Zeit anzupassen – immer scheiterten sie dabei spätestens vor Gericht.

Ein Wachstumsmarkt

Trotz Verbote ist die Online-Glücksspiel-Branche in Deutschland sehr erfolgreich. Bei der letzten offiziellen Statistik betrug das hiesige Marktvolumen knapp 11 Milliarden Euro – dieser Wert dürfte aufgrund der steigenden Nutzerzahlen in den letzten Jahren noch weiter gestiegen sein. Bund und Länder hätten durch eine Regulierung des Online-Glücksspiels viel zu gewinnen und nur wenig zu verlieren. Schließlich operieren entsprechende Anbieter in einer rechtlichen Grauzone und zahlen daher momentan weder Steuern noch müssen sie sich an die hiesigen Suchtpräventions- oder Jugendschutzbestimmungen halten. Durch eine staatliche Regulierung könnte dieser Umstand geändert werden.

Bildrechte: Flickr All in Zdenko Zivkovic CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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