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Live-Musikclubs agieren im Grenzkostenbereich

Erstmals kann die LiveMusikKommission, als Verband der Musikspielstätten in Deut­schland, mit Hilfe der „Musikwirtschaftsstu­die“ die wirtschaftliche Situation der Live-Clubs (bis 1.000qm) wissenschaftlich fun­diert darstellen. Die Ergebnisse der Erhebung geben Rückschlüsse über die finanziell pre­käre Situation der Musikclubs in Deutschland …

Verglichen mit den Gesamterlösen der deut­schen Musikwirtschaft (11.067 Millionen Eu­ro) stellen die Live-Clubs nur einen geringen Teil des Marktes dar. Lediglich 2 Prozent (223 Millionen Euro) machen die Spielstätten vom Gesamterlös aus. Allerdings sind gerade die Kleinst-Musikclubs (mit einer Besucher­kapazität von bis zu 150 Personen und einem Eintrittspreis von bis zu 10 Euro) immens wichtig im Bereich der musikalischen Talent­entwicklung und -förderung. Durchschnittlich

finden hier bis zu 93 Konzerte pro Jahr statt.

Vielzahl an Ehrenamtlichen fängt das strukturelle Erlösdefizit auf.

Getragen wird dieses Veranstaltungsvolumen von einer Vielzahl ehrenamtlicher (ingesamt 41 Prozent) und freier Mitarbeiter (17 Pro­zent). Diese Zahlen sowie die durchschnittli­chen Personalkosten von nur 28 Prozent ma­chen sichtbar, was innerhalb der Kultur- und Kreativwirtschaft längst bekannt ist: Nur dur­ch ungenügende Bezahlung und Selbstaus­beutung kann der Betrieb von Musikclubs ge­währleistet werden. Interessante Ergebnisse liefert die Analyse auch hinsichtlich der GE­MA-Tarifdiskussion. Trotz der Erlöse aus den Ticketverkäufen, die circa ein Drittel der Gesamterlöse ausmachen, können Clubbetrei­ber nur durch Quersubventionsmodelle (z. B. Gastronomie) die anfallenden Kosten für Künstler und Urheber (Honorare, Abgaben an Verwertungsgesellschaften und KSK) deck­en. Jede weitere Kostensteigerung gefährdet die Existenz der Kulturbetriebe.

Jede Kostensteigerung führt unmittelbar in die Verlustzone.

Unterstrichen werden diese Fakten mit der Gegenüberstellung der im Clubbereich anfal­lenden Gesamtkosten. Hier ergibt sich ein Kostendeckungsgrad von 106 Prozent. Dies ist jedoch nur durch die durchschnittliche Subventionsquote von 7 Prozent möglich. Ohne Subventionen gäbe es eine negative Kostendeckungsqoute im operativen Geschä­ft. „Wenn man bedenkt“, so Karsten Schö­lermann (1. Vorsitzender der LiveKomm), „dass viele Musikclubs gar keine oder nur 1-2 Prozent Subventionen erhalten, machen die Ergebnisse der Studie deutlich, warum viele Clubs am Rande der Existenzfähigkeit steh­en.“

 

 

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