…und zählt den Countdown runter. Wenn in 28 Tagen – am Montag den 29.6. – die ersten ungeduldigen und in Vorfreude schwelgenden Camper der ca. 25.000 Metalheads wieder den Weg an den Fuß der legendären Teufelsmauer (jaja, ich weiß: das sind “nur” die Gegensteine) antreten, verwandelt sich das Flugplatzgelände in Ballenstedt erneut in einen der wichtigsten Treffpunkte der deutschen Festivalszene. Vier Tage lang stehen Leidenschaft, Freundschaft, Inklusion und vor allem jede Menge hochkarätige Livemusik beim Rockharz im Mittelpunkt. Das Line-up für 2026 verspricht dabei eine großartige Mischung aus Legenden, Szenegrößen und spannenden Newcomern.

Ein Auftakt, der keine Gefangenen macht
Nachdem bereits am Dienstagabend wieder das Ballroom Hamburg Kollektiv die schon tausende Metalheads im sagenumwobenen Mutantenstadl mit gar köstlichen Metal Variationen versorgt haben werden, setzt der erste richtige Festivaltag ein deutliches Zeichen. Mit HELLOWEEN übernimmt eine der prägendsten deutschen Bands der Heavy-Metal-Geschichte die Spitze des Programms und läutet das Festival mit einer geballten Ladung klassischer Metal Power (oder Powermetal) ein.
BLACK LABEL SOCIETY bringen ihre unverwechselbare Mischung aus Groove und Härte auf die Bühne und Frontmann ZAKK WYLDE wird unter Garantie seine Riffs wieder auf ein neues Niveau heben. PARADISE LOST werden wie gewohnt für düstere Momente sorgen. Fans epischer Schlachten und Melodien kommen bei ENSIFERUM auf ihre Kosten, während THE HAUNTED kompromisslose Aggression abliefern. Die Schweizer HARAKIRI FOR THE SKY und die Erfinder des Melodic Industrial Metal – SOULBOUND – gesellen sich auch noch dazu, ebenso die Finnen STEVE’N’SEAGULLS. Sie werden gemeinsam mit allen anderen den ersten Tag zu einer vielseitigen Reise durch die unterschiedlichsten Facetten harter Musik machen. Den Anfang am Mittwoch werden allerdings ein paar Musiker machen, die bei sehr, sehr vielen Metalheads ganz oben auf der Wunschliste stehen, die Gitarrenlegenden des Mesozoikums schlechthin: HEAVYSAURUS.
Wenn Rock-Geschichte auf moderne Metal-Power trifft
Headliner des Festival- Donnerstag ist kein geringerer als ALICE COOPER. Mit ihm betritt eine lebende Ikone die Bühne und bringt jahrzehntelange Rock-Geschichte in den Harz.
Rund um den Schockrock-Pionier entfaltet sich den Tag über aber ein Programm, das kaum abwechslungsreicher sein könnte. AVATAR verbinden Theater und Metal zu einem einzigartigen Erlebnis, HÄMATOM sind nach dem Tod von WEST das erste Mal wieder auf dem Rockharz dabei und werden mit Sicherheit einen der wärmsten Fan Empfänge erleben, den es je gegeben hat. Death-Metal-Power kommt von DECAPITATED. Für mich einer der Höhepunkte des Donnerstag werden AGNOSTIC FRONT sein. Die Hardcore-Veteranen aus New York sind immer für absolute Eskalation der Fans bekannt und ich kann bestätigen, das Vinnie Stigma wirklich ein cooler Dude ist mit dem man über wirklich alles schnacken kann und mit dem ein Abend sehr, sehr schnell vergeht. Hui, das wird ein feiner Gig mit dazugehörigem Circle Pit werden!

Sie treffen auf deutschen Punkrock von BETONTOD, während Bands wie die Japanerinnen HAGANE oder auch WARMEN, DOMINUM, DOGMA, STAHLMANN und die Sylter senkrechtstarter des Pagan/Folk Metal SAGRNBRINGER für weitere musikalische Leckerbissen sorgen werden. MITTEL ALTA dürfen die Exoten des Festivals sein, ich bin gespannt, wie ihr Crossover aus elektronischen Beats, Mittelalter Klängen, Gossensprache und Rap Lyrics ankommen wird. Apropos Gosse: die Gossenpoeten und Freunde der Band DIE HABENICHTSE sind auch das erste Mal mit am Start und werden wieder das allseits beliebte Humpenstilzchen auf die Fans loslassen und garantieren eine ausgelassene Stimmung der Meute vor der Bühne. Und dann sind da noch FINAL CRY, die ihren Melodic Thrash/Death auf die Menge abfeuern wird. Man sieht, hier treffen unterschiedliche Generationen, Stilrichtungen und Fangruppen aufeinander – vereint durch die gemeinsame Liebe zur lauten Musik.
Volle Wucht voraus
Am Freitag wird das Tempo noch einmal deutlich angezogen. Angeführt von KREATOR erwartet die Besucher ein Tag voller Power, Intensität und mitreißender Live-Shows. Die deutsche Thrash-Metal-Institution steht seit Jahrzehnten für kompromisslose Qualität und dürfte wieder eines der Highlights des Wochenendes liefern. Doch auch abseits des Headliners bleibt keine Zeit zum Durchatmen. DIE APOKALYPTISCHEN REITER werden übers Gelände fegen wie ein Heavy Metal Sturm. Australiens Exportschlager AIRBOURNE bringen ihre legendäre Rock’n’Roll-Attacke mit, SUBWAY TO SALLY entführen das Publikum in ihre Welt zwischen Folk und Metal. P.O.D. werden das Publikum tanzen lassen und die Urgesteine BIOHAZARD werden für geballte New York Hardcore Power sorgen.

FIDDLER’S GREEN liefern Irish Folk Rock und Feierlaune pur. RAUHBEIN liefert kraftvolle Hymnen und GOTHMINISTER düstere Atmosphäre. Ergänzt wird das Programm durch die Bands HIRAES um Frontfrau Britta Goertz, die nun wirklich keine unbekannte mehr in der Szene ist und letztes Jahr als Ersatzsängerin bei HEAVEN SHALL BURN einen furiosen Auftritt absolvierte. CYPECORE, MOTORJESUS, WALLS OF JERICHO, HAGGEFUGG, das SAINT CITY ORCHESTRA und RODEO 5000 runden das Paket extrem gut ab.
Der große finale Rausch
Wenn am Samstag die letzten Festival Stunden anbrechen, wartet noch einmal ein Programm, das keine Wünsche offenlässt. FEUERSCHWANZ übernehmen die Rolle des Abschluss-Headliners und verwandeln das Infield in eine einzige große Party. Mit ihrer Mischung aus mitreißenden Melodien, Humor und Festival Hymnen liefern sie den perfekten Soundtrack für einen unvergesslichen Ausklang. Doch zuvor stehen noch zahlreiche weitere Höhepunkte auf dem Plan. EMPEROR bringen Black-Metal-Geschichte auf die Bühne, DORO verkörpert wie kaum eine andere die Seele des Heavy Metal und KNORKATOR garantieren musikalischen Wahnsinn. SOEN, ARTILLERY, FINNTROLL, DANKO JONES, ANNISOKAY, MAJESTICA, CRYPTA, TUNGSTEN, NECROTTED, TAILGUNNER, DRONE und PINHEAD sorgen dafür, dass der letzte Festivaltag noch einmal die gesamte Bandbreite moderner und klassischer Harte-Musik-Kultur abbildet.
Mehr als ein Festival? Unbedingt.
Was das Rockharz jedoch wirklich herausragen lässt, findet nicht ausschließlich auf den Bühnen statt.
Seit Jahren setzt das Festival Maßstäbe, wenn es um Teilhabe und Zugänglichkeit geht. Zahlreiche Angebote ermöglichen es Menschen mit unterschiedlichsten Bedürfnissen, das Wochenende möglichst uneingeschränkt zu erleben. Dabei wird Inklusion nicht als Zusatzangebot verstanden, sondern als selbstverständlicher Bestandteil des Festival Gedankens und mit dem Pflegeteam der Lebenshilfe Braunschweig und zahlreichen Helfern und Neuerungen auf dem Gelände wird wieder versucht soviel wie Möglich für Alle zu erleichtern.

Auch die durchdachten Camping Angebote tragen dazu bei, dass sich Besucher jeden Alters wohlfühlen. Reservierbare Flächen, zusätzliche Infrastruktur, Stromanschlüsse und kurze Wege erleichtern den Aufenthalt und sorgen dafür, dass das Festival Erlebnis für viele Menschen noch entspannter wird.
Diese Mischung aus Organisation, Komfort und gelebter Gemeinschaft macht das Rockharz einzigartig. Es wirkt nie steril oder überinszeniert. Stattdessen bleibt es authentisch, nahbar und ehrlich.
Ausverkauft – und trotzdem familiär
Dass das Rockharz 2026 bereits lange vor Festivalbeginn restlos vergriffen war, überrascht kaum. Auch die Tagestickets für den Mittwoch sind inzwischen vergriffen, für alle anderen Tage sind noch Tagestickets für je 90€auf der Homepage des Rockharz zu bekommen. Jahr für Jahr beweisen die Veranstalter, dass Größe und Herzlichkeit kein Widerspruch sein müssen.
Während andere Festivals immer größer werden, hat sich das Rockharz etwas bewahrt, das unbezahlbar ist: seine Seele.
Wer über die Campingflächen läuft, merkt schnell, warum so viele Menschen immer wieder zurückkehren. Aus flüchtigen Begegnungen entstehen Erinnerungen. Gespräche dauern bis tief in die Nacht. Man hilft sich gegenseitig, teilt Geschichten und Erlebnisse.
Genau deshalb sprechen viele Besucher nicht von einem Festival.
Sie sprechen von ihrer Rockharz-Familie.
Wenn sich Anfang Juli wieder tausende Fäuste gen Himmel recken, wenn über dem Harz die ersten Riffs erklingen und sich das Infield mit Leben füllt, dann beginnt für viele Menschen die schönste Zeit des Jahres.
Dann ist es endlich wieder soweit, dann ist wieder Rockharz.
Wer nocheinmal in Erinnerungen schwelgen will: Hier ist der Festivalfilm von 2025.
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SEE YOU AT THE DEVIL’S WALL!!






