Meine Damen und Herren, der nächste Künstler ist zum 22. Mal dabei, das heißt bitte nicht wieder wählen. Hier ist er mit seinem neuen Hit “Risen Symbol”. Ladies and Gentlemen, hier ist der AXEL ,der RUDI, der PELL.
Äh…ja. Warum mir ausgerechnet Dieter Thomas Heck durch den Kopf wabert, während ich das neue Album in Händen halte, kann wohl nur ein Psychologe beantworten. Anyway, die Fakten stimmen zumindest. Mit ‘Risen Symbol’ liegt das 22. Album des Bochumer Gitarren Hexers AXEL RUDI PELL und seiner mittlerweile seit 11 Jahren unberührten Bandbesetzung vor. Mit dem Wuslon auf Speed – Johnny Gioeli – am Mikro, Volker Krawczak am Bass, Ferdy Doernberg an den Keyboards, Klöppel Genie Bobby Rondinelli an den Drums und natürlich Axel Rudi Pell an der Gitarre hat sich da eine Einheit zusammengefunden, die seit Jahren ein gelungenes Album nach dem anderen raus haut. Große Innovationssprünge, Neuausrichtungen, Stilwechsel etc. sucht man hier vergebens. Warum auch? Das was der ehemalige STEELER Gitarrist mit seinen Kollegen hier immer wieder auf den Plattenteller legt, ist nicht mehr und nicht weniger als großartige Rock- und Metal Mucke für Herz und Nacken.
Aber man muß auch ehrlich sein und sagen, wenn etwas auffällig ist. Und das sind die leichten gefühlten Ausbremser, die sich auf dem letzten Album und auch hier bemerkbar machen. Stücke wie ‘Hells On Fire’, Darkest Hour’ oder ‘Forever Strong’ sind typisch großartige Heavyrock Nummern, die über jeden Zweifel erhaben sind und sofort ins Blut und in die Beine gehen. Mit ‘Immigrant Song’ gibt es wie so oft auch eine Covernummer zu hören. Hier hat man sich allerdings ein bißchen zu weit aus dem Fenster gelehnt. Das Arrangement klingt zwar frisch und hält einen auch bei der Stange – vor allem Johnnys Stimme kommt hier mal wieder exzellent zur Geltung- , die songeigene Energie und die Einzigartigkeit des LED ZEPPELIN Aushängeschild konnten aber leider nicht eingefangen und transportiert werden.
Die erste ausgekoppelte Single – ‘Guardian Angel’ – wäre als reine PELL typische Powerballade besser gewesen. So, wie der Song vorliegt, fehlt irgendwas, es wirkt so als würden alle etwas auf der Bremse stehen, sich – aus welchen Gründen auch immer – zurücknehmen . Ähnlich ist es mit dem längsten Stück des Albums, ‘Ankhaia’. Das eingebaute Gitarrensolo haut dermaßen rein, daß gerade daran gemessen der Rest des Songs wirkt, als wolle man die aufbauende Stimmung nicht zu einem abgerundeten Ende bringen wollen, als würde man Ravels ‘Bolero’ kurz vorm Höhepunkt einfach ein fade Out verpassen. Schade, denn die DIO Attitüde aus BLACK SABBATH Zeiten, die man definitiv raus hört, hat mehr Platz verdient.
Der Opener ‘Forever Strong’ incl. des Intro ‘Ressurection’ sind da schon ne ganz andere Hausnummer, wollen quasi den Muskelkater direkt in die Nackenmuskulatur injizieren. Mit ‘Taken By Storm‘ und ‘Crying In Pain’ sind wiederum zwei ARP Balladen an Bord, die man so erwarten durfte und sollte. Großartig!!
Der Aufbau des Albums, also gemeint ist die Reihenfolge der Songs nach dem Opener, erschließt sich mir dieses mal nicht wirklich und sorgt dafür , das insgesamt kein Gefühl des “Aus einem Guss” entstehen will. Etwas, das mir tatsächlich bei keinem der 21 Alben zuvor so untergekommen ist. Verstehen wir uns nicht falsch: ‘Risen Symbol’ ist immernoch ganz klar ein AXEL RUDI PELL Album, das die Fans nicht vor den Kopf stößt und in jede ARP Sammlung gehört. Was der Bochumer hier an der Gitarre zelebriert und der Rest der Band an Können zeigt, ist in den kritischen Punkten immernoch besser als manch gehypter Act in dem Genre auch nur ansatzweise darbietet.
Das Coverartwork stammt von Herrn Pell höchstpersönlich und soll nach eigenen Aussagen an das ‘96er Meisterwerk “Black Moon Pyramid’ anknüpfen und erinnern, was sich auch in einzelnen orientalisch angehauchten musikalischen Elementen des Albums widerspiegelt.
Die Produktion braucht man nicht weiter beleuchten: hier passt wie immer alles. Jedenfalls in der CD Version gibt es hier keine offen gebliebenen Wünsche. Hoffen wir, das auch die Vinylversionen entsprechend gute Pressungen bereithalten.
Im Vorfeld weckte der Pressetext mit Aussagen wie “….wohl stärkste Scheibe der gesamten ARP-Karriere…” entsprechende Erwartungen. Kommen wir da wirklich hin?
Hier gibt es ein klares NEIN. An Alben wie ‘Black Moon Pyramid’ , ‘Magic‘ oder auch ‘Into The Storm’ kommt man mit ‘Risen Symbol’ nicht ran. Das Album ist durchweg klar ein ARP Album und es ist auch im großen und ganzen ein tolles, kurzweiliges Album, das sich in die Gehörgänge buddelt und Stücke bereithält die live für ordentlich Bewegung und Schweiß im Publikum sorgen dürften. Superlativen sind hier zwar nicht anzusetzen aber – um zum Anfang des Textes zurück zu kommen – ‚wählen‘ dürft ihr diese Scheibe trotzdem mit gutem Gewissen.
Dennoch gibt es von mir hier 8 von 10 Punkten.
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