David Guetta König der verrückten Nächte

David Guetta König der verrückten Nächte

23. April 2012

Vom Kinderzimmer auf die größten Bühnen der Welt: 30 Jahre ist es her, als sich Pierre David Guetta nach der Schule verkriecht, und stundenlang in seinem Zimmer Songs zusammen mixt.

Bei seinen Mitschülern wird der Amateur mit seinen  Kellerparties schnell zum Star – und zum  Geschäftsmann. 10 Franc dürfen seine jungen Fans für den Eintritt berappen Nicht schlecht für einen  Teenager. Davids heutige Gagen lassen diese Summe allerdings wie einen Witz erscheinen: Zwischen 30.000 und 80.000 Euro verlangt der Großmeister heute für eine Stunde seiner Turntable-Künste…

David Guetta treibt eine Mission voran: Er will die  Welt  zum  Tanzen  bringen.  Mit  seinem 2009 erschienenen Multiplatinalbum „One Love“ konnte der 44Jährige der die beiden Rollen eines Dance-DJs und Pop—Produzenten verschweißt hat, seinen Status als genre übergreifender Hit fabrikant zementieren Seine Fusionen aus Pop und Dance, Electro und HipHop, House und Techno sorgen in Europa ebenso für Furore wie in den USA.

Guetta vereint viele Rollen:  Besitzer des  französischen  Nobel-Striptease-Clubs  Pink  Paradise, Vater, Ehemann und Dj. Ein Haufen nackter Frauen, die sich zu wabernden Elektrobeats räkeln und  Familienvater? Wie geht das zusammen? Ganz einfach, der Mann ist ein Tausendsassa und hält seine Augen ständig nach neuen Herausforderungen offen. Bereits  im Alter von  17 Jahren fängt er an in Pariser Diskotheken als Mixer und Dj zu arbeiten. Es folgen Sendungen auf Radio 7, Radio Nova und später auf RauteMusic.FM, eigene Diskotheken, das Le Palace und Les Bains Douches in Paris und sein  igenes Musiklabel Gum Records, das er zusammen mit Kumpel Joachim Garraud (43) betreibt. Dieser feierte als Produzent schon Erfolge mit Größen wie Kylie  Minogue (43) oder David Bowie (65). Mit 25 Jahren heiratet Guetta seine Lebensgefahrtin Cathy (44) mit der er heute zwei Kinder (Tim Elvis,  7 und Angie, 4) hat.  Die dunkelhäutige Blondine aus dem Senegal unterstützt ihn bei seinen Ibiza-Parties und arbeitete am 2002 erschienenen „Fuck Me I ‘m Famous“ mit. Das erste von inzwischen zehn Kompilation-Alben der  legendären Insel-Sause.

Der Erfolg des 2006er Mix’s aus seinem Song „Love Don’t Let Ga und The  Eggs „Walking Away“ ebnete dem Elektro-Guru den Weg zu einer weltweiten Karriere. Schon zwei Jahre später bracher den französischen Zuschauerrekord fiir Djs: Vor 40.000 Fans legte Guetta im Stadion „Stade de France auf. Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, verlegte Guetta sein Kultevent kurzerhand in die Lüfte: Im Juni 2009 lud er zum Disco-Flug von Paris nach  Ibiza ein.  Eng gedrängt feierte die  Menge  mit  Trillerpfeifen  zu  den  lockeren Beats  des  „Königs  der verrückten Nächte“.  Als Sahnehäubchen  ergänzte  Kelly  Rowland  (31), mit  der  er  „When  Love  Takes  Over”  für  sein Chartstürmer-Album  „One Love” (2009)  aufgenommen hatte, die einzigartige Flugreise

Das  fünfte  Album  des  zweifachen  Grammy-Gewinners  „Nothing  But  The  Beat“  steht  seit August 2011  in den Plattenläden.  Das vor Stars wie Ludacris   Snoop   Dogg,   Usher   und Chris   Brown  strotzende  Kraftpaket,  punktet mit Pop,  R’n’B und Elektro.  Fünf Wochen nach Veröffentlichung  stürmt  es  an  die  Spitze  der deutschen  Charts.  Der  rasante  Erfolg  des  im Vorfeld erschienenen Hits „ Where Them Girls At” (featuring Flo Rida & US-Rapperin Nicki Minaj) spricht Bände. „Als Nicki und ich uns trafen, wollte sie eigentlich ihre Solokarriere starten. Ich meinte.‘ „Okay,  kein Problem,  kann  ich dir nur die eine Platte vorspielen?“. Das Teil ist einfach unwiderstehlich. Danach meinte sie: „Also gut, diese eine mach ich noch.   freut sich der Star der Stars.

Insgesamt 17 Gastmusiker holte das DJ- und ProduzentenTalent um seine Vision eines neuen Sounds zu realisieren. Die Wende kam nach dem Erfolg von „One Love”. Auf einmal klang für Guetta jeder Song im Radio wie „Sexy Bitch” , das er mit Akon aufgenommen hatte: „Ich muss mich jetzt verändern, weil mein  Sound zum  Standard geworden ist.“

Bei  Davids  Drang  nach  Perfektion  ist  es  kein Wunder, dass jeder namhafte Künstler gern Teil seiner Projekte sein möchte. Was das DJ—Wunder anpackt, gelingt. Allein für „Nothing But The Beat” produzierte Guetta 40 Songs um an die ersten 12 Aufnahmen des Albums zu kommen. Dabei schaut der Musiker auch über den Tellerrand. „Ich mache Dance-Musik, aber das heißt nicht, dass ich mich nicht auch von Bands wie Kings of Leon oder Coldplay inspirieren lasse. Ich bin ein großer Fan der Kings.

Man  könnte meinen, dass  Guetta einer dieser typischen DJs ist, der bei allem Ruhm sofort  seine Wurzeln vergisst. Dem ist nicht so. „Ich mag es, mit beiden Welten zu spielen“.  Für die zehn Tracks umfassende zweite CD seines aktuellen Albums kehrt er zurück zu seinem elektronischen Uhrsprung, der ihn mit den Fans der ersten Stunde verbindet. “Ich möchte nicht, dass sich leute, die mir schon jahrelang folgen, ausgeschlossen fühlen. Ich glaube, wenn ich diese Fans verliere, ist es vorbei. Ohne diese Leute, die mich inspirieren, bin ich eigentlich nur ein ganz normaler Pop-produzent von vielen.”

Seine Karriere als DJ setzt Guetta aktuell mit dem Dance-Event “Fuck me I´m Famous” fort, sowohl als Resident auf Ibiza als auch bei Regelmäßigen Gastspielen in Miami, New York und Las Vegas. Oder am 19.5. in der Hamburger 02-World. Nur wenige verstehen es derart konsequent das Wort Party mit Leben zu füllen, David Guetta!

 

 

[KS]
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