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Suzi Quatro: „Trouble“ ist mein zweiter Name

Du wohnst seit du 43 bist zeitweise in Hamburg, sprichst du auch deutsch?

Wenn in dem Alter ist, dann ist es sehr schwer, eine neue Sprache in seinen Kopf zu bekommen. Ich habe es versucht und online Unterricht genommen, aber dann habe ich aufgegeben.

Dein Sohn Richard Tuckey spielt sehr viel Gitarre auf dem neuen Album?

Ja, wir haben das Album auch gemeinsam geschrieben und produziert. Wir haben bereits für „No Control“ als Team gearbeitet. Das passt super für meine Stimme. Wenn man älter wird, dann wird die Stimme normalerweise dünner und das war bei meiner nicht so. Ich achte sehr auf meine Stimme, vielleicht liegt es daran. Vor jeder Show wärme ich meine Stimme auf.

Irgendwelche Tipps?

Nicht rauchen. Mindestens 9-10 Stunden Schlaf, denn auch das ist gut für die Stimmbänder. Spiel nie eine Show ohne ein Stimm-Warm-Up und auch keine Aufnahme Session. Was für eine riesen Veränderung das macht! Das mache ich so seitdem ich Theater spiele.

Wie lange dauert es, dich aufzuwärmen?

20 Minuten. Während du das tust, kannst du spüren, wie sich dein Kehle öffnet, das ist richtig gut.

Du bist geboren und aufgewachsen in Detroit. Welche Detroiter Musiker haben dich inspiriert?

Man kann nicht wirklich „Inspiration“ sagen, weil all die Detroit Acts gemeinsam groß geworden sind. Wir spielten dieselben Gigs und gehörten derselben Ära an. Ich habe mit Alice Cooper, Bob Seeker und so weiter gespielt. Also das waren meine Kollegen. Nach uns kamen Kid Rock, Eminem, The White Stripes. Das Feeling von Detroit ist fantastisch. Motown hat mich definitiv hauptsächlich beeinflusst. Seit ich Teenager bin, bin ich ein großer Motown Fan.

MC5 waren zu der Zeit einer der besten Live-Acts in Detroit, aber sie haben es nie geschafft, diese Spannung in ihren Alben einzufangen, das hat nicht geklappt. Wahrscheinlich waren sie wirklich ein Live Act.

Wenn du dir mein Bass-Spiel anhörst, dann bemerkst du den Motown-Einfluss. Und die Backing Vocals gehören zu meinem Steckenpferd und das kommt daher, dass ich ein Motwon-Girl bin. Denn wenn du Motown hörst, achtest du meinstens mehr auf die Backing als die Lead Vocals. Die haben da wirklich eine Kunstform draus gemacht und ich kann das auch sehr gut.

Du singst auch gegen den „Lockdown Blues“. Welchen Hintergrund haben die Songs „Isolation Blues“ und „Get out of jail“?

Zu „Get out of jail“: Das war ganz lustig. Mein Sohn hatte den Riff und den Titel. Und er erzählte mir von der Idee, für eine letzte Show aus dem Gefängnis auszubrechen. Und dann kam der Lockdown und ich hatte einen richtigen Grund, den Text zu schreiben und mir eine Melodie auszudenken.

Wir haben uns dann den Chant am Anfang ausgedacht als wir gerade aufnahmen. Das klingt sehr nach den Südstaaten. Ich trieb die anderen damit in den Wahnsinn, dass ich unaufhörlich sang „Oh looooooord“ und sie sagten „Halt die Klappe“ und ich „Nein, ich muss weitermachen“.

Bei „Isolation Blues“ sagte Richard: „Der soll von dem Lockdown handeln“ und ich sagte „Das sollte er, weil er nach Lockdown klingt“. Da sagte er „Was hältst du von ‚Lockdown Blues‘?“ und ich so „Nein! ‚Isolation Blues‘“. Und dann saß ich da und schrieb den Text und die Melodie. Ich schrieb genau das auf, was ich fühlte – Wort für Wort. Und jeder, der denn Song hörte, sagte „Oh Boy, oh boy, das ist genau das, was ich fühle“.

Warst du denn schon mal im Knast?

Nein, aber ich bin gerade gefangen, so wie wir alle. Niemand weiß, wie das hier mal ausgeht. Ich weigere mich, über etwas deprimiert zu sein, was ich nicht kontrollieren kann. Alles was man tun kann, ist es auszusitzen und zu versuchen, zu überleben. Es ist für niemanden einfach. Schau mal: 95 meiner Shows mussten letztes Jahr gecancelt werden. 95 Shows … Ich brauche das Geld nicht, aber ich liebe, was ich tue.

Was ist dein Lieblingslied auf der Platte?


Die Fortsetzung lest ihr im April-OXMOX!

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