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Polizei bricht öffentliches Rap-Konzert in Hamburg ab

Große Enttäuschung bei der Rap-Band Qult aus Berlin und ihren ca. 300 Zuhörern in Hamburg. Schon nach wenigen Songs untersagten Polizei und Behörden am Dienstag die weitere Durchführung eines Konzerts auf dem Hamburger Jungfernstieg. Das Konzert, das im Kontext der sogenannten UMOD (Unabhängige Montags Demonstration) stand, wurde zunächst ca. 20 Minuten von der Polizei beobachtet. Danach trat ein Polizeibeamter an den Versammlungsleiter Hans Haase heran, forderte den sofortigen Abbruch des Rap-Konzertes und drohte mit der Beschlagnahme des gesamten Equipments der Band.

“Das Vorgehen der Polizei war für mich überraschend, weil wir in keiner Stadt bisher ernsthafte Probleme hatten und auch in Hamburg mehrfach problemlos unsere Veranstaltung durchgeführt haben”, so Haase, der seit 2 Jahren die Regie über die UMOD hat. Der von Haase und Qult eingeschaltete Rechtsanwalt Bernd Roloff aus Hamburg, der mit dem einschreitenden Beamten telefonierte, gibt den Inhalt des Gesprächs wie folgt wieder: “Mir gegenüber begründete der Beamte den Abbruch des Konzertes damit, dass sich seit einer Viertelstunde alles nach Bushido anhören würde. Ich wollte mich mit ihm nicht über seinen Musikgeschmack streiten”, so Roloff und weiter: “Der politische Kontext des Konzertes war evident, ich gehe davon aus, dass den Beamten eine Bushido-Hysterie erfasst hat. Geschmackszensur findet aber in unserer Rechtsordnung nicht statt”.

Die Band Qult ist entsetzt über den Bushido-Vergleich. Dave Günther von Qult: “Die Polizei kann nicht richtig zugehört haben”. Jens Gläsker, ebenfalls Bandmitglied, findet den Vergleich “unfassbar”: “Wir sind seit Jahren mit einer Positivmission deutschlandweit unterwegs und singen von Respekt, Toleranz und Empathie”. Hans Haase (UMOD): “Wir nutzen die Musik von Qult um die Bürger und Bürgerinnen wieder für Politik zu interessieren. Die Passivität gegenüber sozialen Missständen muss aufgelöst werden”.

UMOD und Qult ziehen jetzt weiter zum Deichbrandfestival, bereiten aber eine neue Aktion für kommenden Montag, wieder am Hamburger Jungfernstieg, vor. Bis dahin hat sich die Bushido-Hysterie eventuell wieder gelegt, dies hoffen jedenfalls der Versammlungsleiter, die Band, ihre Fans und ihr Anwalt.

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