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Der Asta zum LOCKDOWN

Die Studierenden hat es von Anfang an besonders hart getroffen, viele haben ihre Nebenjobs verloren und fallen gleichzeitig durch die sozialen Sicherungssysteme. Viele wissen nun nicht mehr, wovon sie ihren Lebensunterhalt bezahlen sollen. BAföG hilft da leider nur sehr wenigen, da nur ca. 20 Prozent der Studierenden es überhaupt beziehen. Die Pandemie legt also die großen sozialen Ungleichheiten in unserem Bildungssystem offen: Studieren kann nur, wer es sich auch leisten kann und die entsprechenden Mittel auf der hohen Kante hat. Diese Ungerechtigkeit verschärft sich in solchen Krisen. In Hamburg hat die Politik recht schnell auf unsere Forderungen zum Schutz und zur Hilfe der Studierenden reagiert und ein Notdarlehen für Studierende eingerichtet. Diese Hilfe als Darlehen zu vergeben reicht aber leider nicht, da Studierende, die sowieso oftmals in prekären Lebenssituationen stecken, auf diese Weise noch weiter in einen Schuldenstrudel gelangen. Das Problem wird also nur verschleppt. Wir fordern daher einen Vollzuschuss für in Not geratene Studierende.

Die Unis stellen ihr Lehrangebot gerade auf digitale Lehre um. Für viele bedeutet das einen völlig veränderten Uni-Alltag. Erstis können nur schwer Kontakte zur Fachschaft und zu anderen Kommilitonen finden; der persönliche Austausch in der Mensa und zwischen den Vorlesungen fällt völlig weg. Obwohl die meisten Dozenten sicherlich gerade sehr hart daran arbeiten, normale Lehre in digitale Formate umzuwandeln, wissen wir alle noch nicht, wie gut das Online-Angebot am Ende funktionieren wird. Man muss das jetzt erstmal anfangen und dann sehen, wie es sich zurechtruckelt. Ich kann mir vorstellen, dass vermehrt auf Lern- und Lesetagebücher gesetzt wird, um den Lernfortschritt der Studierenden nachvollziehbar zu machen. Das bedeutet natürlich einen erheblichen Mehraufwand für die Studierenden, zumal Telefon- oder Videokonferenzen ein erhöhtes Maß an Konzentration fordern. Aus all den Unsicherheiten ergibt sich natürlich, dass dieses doch eher experimentelle Semester keinesfalls verpflichtend sein kann. Von der Politik wurde dies auch schon zugesichert, sodass die Studierenden trotz allen Ärgers zumindest entspannt mit den Problemen umgehen können.

Karim Kuropka | Erster Vorsitzender des AStA Uni Hamburg

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