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Club-Story Nochtspeicher: Club-Oase an der Elbe

Ein kleines bisschen versteckt zwischen Wohnhäusern liegt der Nochtspeicher, frisch gekürter „Musikclub des Jahres 2020“. Wer hierher kommt, der hat es gezielt auf den Kult-Club abgesehen.

Gemütlich und urig empfängt der Nochtspeicher seine Gäste wie ein großes Wohnzimmer. Holzbalken und Backsteinsäulen tragen das geschichtsträchtige Gebäude, das vor mehr als 100 Jahren eine Schnapsbrauerei und anschließend ein Erotik-Museum beheimate. 2013 fanden hier der Nochtspeicher und die kleinere Nochtwache im Kellergewölbe ihr Zuhause und sind seither kultureller Treffpunkt an den Landungsbrücken. Konzert-Booker Constantin von Twickel, genannt Tino, hat das Projekt damals mit hochgezogen. Als es den gebürtigen Hessener vor 20 Jahren in die Elbstadt verschlug, inhalierte er geradezu alle musikalischen Offensiven, die sich ihm bereithielten. „Ich habe bei einem großen Record Label gearbeitet, einer Merchandise-Firma, im Musik-Scouting und ich habe viele Jahre selbst Band-Management gemacht, u. a. für Rhonda und Cäthe“, berichtet der 45-Jährige.

Musikalisch setzen die Nocht-Clubs auf eher (noch) unbekannte Künstler aus den Bereichen Country, Blues, Indie, Folk, wie die Singer-Songwriterin Sarah Jane Scouten (27.03.) oder die Folk-Band aus Großbritannien Eliza and the Bear (06.04.). Nur Hip-Hop, House, Dance und dergleichen haben Hausverbot. „Da gibt’s genug andere Läden und keiner von uns hätte da Lust drauf“, erklärt Hobby-Schlagzeuger Tino, der sich privat „gerne alten Soul, 60ies und 70ies und alles was ein bisschen bluesig ist“ anhört. Vor allem die Folk-Lieder des Kanadiers Colter Wall haben es ihm angetan.

In dem Zuge ein Plädoyer für Country-Musik: „Wir versuchen den Leuten mit unseren Veranstaltungen zu zeigen, dass Country nicht gleich Truck Stop und Tom Astor ist, sondern dass es Storyteller sind, die unheimlich gute, authentische Texte aus dem Leben schreiben“.

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Die Party-Reihen führen das „Alles außer Mainstream“-Motto weiter: Jeden ersten und dritten Sonntag steigt die Ü-60-Rock-Party mit dem kecken Namen „Faltenrock“ und jeden ersten Samstag öffnet die Nochtwache unter dem Motto „Our Darkness“ für New Wave und Synth-Pop. Auch OXMOX mischt mit im im bunten Tanzgelage: am 21.03. findet die Fortsetzung der erfolgreichen „Hamburg Rocks“-Party statt, bei der mitunter Metallica, The Clash, Muse, Linkin Park abgefeiert werden.

Wenn es mal ganz ruhig wird im Gemäuer, dann liegt es wahrscheinlich daran, dass Lesungen oder Poetry Slams gelauscht wird.„Wir haben einige Literaturveranstaltungen, die alle was mit Musik zutun haben. Im Mai kommt Jon Savage, der damals Joy Division begleitet hat und hier zum ersten Mal unveröffentlichtes Film-Material präsentiert. Alle vier Wochen haben wir den offenen Poetry Slam, den Tina [Tina Uebel = Mitbegründerin des Nochtspeichers] damals im Molotow ins Leben gerufen hat und mitnahm als sie hier Inhaberin wurde“.

Die Auszeichnung zum „Musikclub des Jahres 2020“ spiegelt den Erfolg des Nochtspeichers wider. Dieser lässt sich für Tino auch auf ein spezielles Merkmal zurückführen: „Wir sind mitten auf dem Kiez und haben total unsere Ruhe. Das macht es für viele zu einer kleinen Oase“.

nochtspeicher.de

Bernhard-Nocht-Straße 69a

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