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FIVE FINGER DEATH PUNCH: Auge im Sturm

Mehr als vier Millionen verkaufte Alben weltweit, zwei Grammy-Nominierungen, vier Platin-, sechs Goldauszeichnungen, Headline-Auftritte bei den größten Festivals der Welt, eine loyale Fanbasis, die ihresgleichen sucht, drei Milliarden Streams, zwei Milliarden Videoviews, 22 Top 10-Singles, Platz Eins-Platzierung für das letzte Werk And Justice For None (2018) in den Albumcharts Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Aktuell belegt das Quintett nach Metallica und AC/DC Platz 3 der umsatzstärksten Hard-Rock-Acts weltweit (gemessen am Streaming Konsum) – und dennoch entscheiden sich Five Finger Death Punch 2020 zu einem Neuanfang. Er hört auf den Namen: „F8“.

Dieses Album ist für mich die Offenbarung“, beschreibt Ivan Moody (40), Sänger von Five Finger Death Punch die Neuerscheinung „F8“. Gemeinsam mit seinen Band-Kollegen Chris Kael (B., 45), Jason Hook (Git., 49), Zoltan Bathory (Git., 41) und Charlie Engen (Dr., 35) ist er momentan auf großer Welt-Tournee. Mit dabei sind keine Geringeren als Megadeth und OXMOX-Oktober-Titelhelden Bad Wolves. Vor dem ausverkauften Gig in der Sporthalle traf OXMOX Chris Backstage.

In Chris‘ Bart hängen lange Dreadlocks, während er auf dem Kopf kahl ist – sein Markenzeichen. Für eine andere Sache war der Amerikaner leider auch bekannt: seinen Alkohol- und Drogenmissbrauch. „Wenn fünf Typen mit sehr starken Persönlichkeiten aufeinandertreffen und dann noch Drogen im Spiel sind, kann das eine explosive Mischung sein. Bis zum Ende bin ich nie unter Einfluss irgendwelcher Substanzen auf die Bühne gegangen, aber ich habe definitiv viele Shows verkatert gespielt. Das lief nie gut“.

Du kannst keine legendäre Band werden, wenn du immer nur im Arsch bist“

Am 03. Februar 2018 setzte Chris dem Konsum berauschender Substanzen ein Ende. Das Resümee: „Ich fühle mich besser, sehe besser aus und habe wieder strahlende Augen. Einiges hat auch mit Drogen funktioniert, aber du kannst keine legendäre Band werden, wenn du immer nur im Arsch bist“. Auch Sänger Ivan Moody (40) schaffte es. „Als wir uns an das Album gemacht haben – komplett clean – hatte Ivan Zweifel, ob er durch die Abstinenz seine Kreativität verloren hatte. Waren die Drogen der Kick, den er brauchte, um kreativ zu sein? Bereits die ersten drei Songs, die wir geschrieben hatten, waren absolute Monster und vom Publikum wissen wir, dass die Konzerte viel besser geworden sind. Ivan hat seine Emotionen schon immer offen gezeigt – das macht ihn besonders und berührt viele Menschen“.

Es ist etwas im Gange, das viel mächtiger ist als wir“

Diese Verwandlung dokumentieren und verarbeiten die Metaller im Werk „F8“, das am 28.02. erschienen ist. Aufgenommen wurde das Werk im berüchtigten Studiokomplex „The Hideout“, wo schon Slash, Ozzy Osbourne und Disturbed produziert haben. Die 16 Songs inklusive Bonustracks markieren einen Neubeginn in der 5FDP-Hostorie.

Kennt ihr das Album ‚Dirt‘ von Alice In Chains? Das ist unser ‚Dirt‘, nur dass ‚F8‘ eher von dem Prozess handelt, sich von den Drogen zu lösen, während ‚Dirt‘ mehr von der Sucht an sich erzählt. Auf dem Weg gibt es viele Hochs und Tiefs und wenn man am Ende auf der anderen Seite rauskommt, fühlt sich das toll an. All das Verrückte, was wir durchgemacht haben, all der Schmerz, die zerbrochenen Beziehungen haben uns dahin gebracht, wo wir heute sind: Wir bespielen riesige Arenen auf der ganzen Welt!

Zum Song ‚Brigher Side of Grey‘ habe ich die größte Verbindung. Ivan und ich hatten beide gleichzeitig und unabhängig voneinander die Idee, einen Song aus der Perspektive eines Verstorbenen zu schreiben, der sich an seine Hinterbliebenen richtet. Es ist seltsam, wenn man so viel gemeinsam hat und das zeigt, wie nah wir uns stehen. Ich bin kein Mensch, der an Gott glaubt, aber es ist etwas im Gange, das viel mächtiger ist als wir“.

Ein Bass-Spieler, der beruflich seinen Bart schüttelt“

Die Tour kann Chris nun mit klaren Kopf genießen und erstmals auch mit dem neuen Drummer Charlie, der seinen Vorgänger Jeremy Spencer (47) ablöst und das erste Mal in Europa ist. „Es ist eine nette Erinnerung an die Zeit als ich neu in der Band war und auch so aufgeregt war, wie er es jetzt ist. Es ist toll, wie ein großer Bruder für ihn zu sein, weil ich offensichtlich einige Fehler gemacht habe. Es ist verrückt, welche Orte man besucht, wenn man in einer Band spielt. In London haben wir eine Kirche gesehen, die unter der Erde liegt und wenn ein britischer Staatsoberhaupt stirbt, kommen Adlige aus der ganzen Welt dorthin. Ich bin Bass-Spieler von 5FDP, der beruflich seinen Bart schüttelt und am exakt selben Ort ist“.

Den öffentlichen Druck kann Chris gut ausblenden, denn in der Musik und seinen Band-Kumpels findet er seinen persönlichen Ruhepol. „Diese Band ist wie das Auge im Hurricane: ruhig und geordnet im Innern und so viel um einen herum, wovon du keine Ahnung hast. Wir touren mit Megadeth und Bad Wolves und sind alle miteinander befreundet. Zoltan managed die Bad Wolves. Das sind Musik-Legenden, die ich meine Freunde nennen kann – mein Leben ist ein wahr gewordener Traum.

Deutschland fühl sich an wie ein zweites Zuhause, weil die Fans uns so feiern. Danke, dass ihr unsere Träume wahr werden lasst, wir lieben euch“.

Abseits der Bühne gibt es bei Chris u. a. Kiss auf die Ohren – deren Sänger und Bassist Gene Simmons ist sein großes Vorbild. „Als ich vier Jahre alt war habe ich Gene bei einer Show in den Staaten gesehen. Damals wusste ich noch nicht, was er da tat, aber ich wusste, was immer es war, dass ich es auch tun möchte. Wenn ich auch nur einen Teil von dem schaffe, was Gene Simmons geschafft hat, dann habe ich mein Ziel erreicht“.

Bei der Frage, was Chris privat hört, zeigt er uns seine aktuell meist gespielten Songs auf Spotify. Es fällt auf: Metal scheint nicht sein Lieblings-Genre zu sein. „Ich mag Metal, aber mein Herz schlägt für Hardcore- und Punk-Bands wie Knocked Loose, Code Orange, Misfits und Bad Religion. Ich mag den ‚Do It Yourself‘-Spirit und die Energie dahinter.

Für die meisten sind wir diese Major-Label-Band, dabei sind wir independent und machen fast alles selber: Das Album-Artwork, all unseren Merch, das Stage-Design. Zoltan macht viel, weil er sich mit Grafik-Design auskennt. Das Konzept für das Musik-Video ‚House of the rising Sun‘ hat er sich auch ausgedacht und Regie geführt. Es gibt so viele Möglichkeiten, sich kreativ auszuleben, wenn man in einer Band ist. Das trainiert die kreativen Muskeln“.

Wenn Chris während der Tourpause seine Heimat Las Vegas besucht, wartet dort jemand ganz Besonderes auf ihn. „Meine Freundin und ich haben uns einen Hund ausgesucht, eine Französische Bulldogge. Ihr Name ist Freya, wir holen sie im März ab. Dann werde ich einer dieser Typen, der einen Hund mit einer Instagram-Seite hat“. Na, dann sind wir gespannt auf die Fotos …

Das Video zu “Inside Out” von Five Finger Death Punch:

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Instagram: 5fdpchriskael

fivefingerdeathpunch.com


Diskografie:

The Way Of The Fist (2007)

War Is The Answer (2009)

American Capitalist (2011)

The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell, Volume 1 (2013)

The Wrong Side Of Heaven And The Righteous Side Of Hell, Volume 2 (2013)

Got Your Six (2015)

And Justice For None (2018)

F8 (2020)


(Foto Beitragsbild: Stephan Jensen)

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