Metal Frenzy

OXMOX Interview: AMORPHIS – „Wir bringen den Chinesen das Headbangen bei!“

30. Oktober 2015

Zum 25. Bandjubiläum haben die Finnen To­mi Joutsen (Ges., 40), Tomi Koivusaari (Git., 42), Esa Holopainen (Git., 42), Niclas Etelävuori (B., 43), Santeri Kallio (Key., 41) und Jan „Snoopy“ Rechberger (Dr., 41) ihr neues Album „Under The Red Cloud“ veröffentlicht. Im November gehen Amor­phis als Support von Nightwish auf große Europa-Tour (u. a. präsentiert von OXMOX am 18.11. in der Barclaycard Arena). Wir trafen Sänger Tomi vor seinem Auftritt in Wacken

Erzähl etwas über die neue Platte …

Wir haben bereits im Frühjahr 2014 ange­fangen Material zu sammeln, knapp ein Jahr später starteten die Aufnahmen. Als ich er­fuhr, dass Jens Bogren (z. B. Opeth, Para­dise Lost) das Album produziert, ging für mich ein Traum in Erfüllung – ich liebe seine Arbeit! Wir schickten ihm und unserem Vo­cal-Produzenten Jonas Øssen 20 Demos; sie wählten daraus ihre Lieblingssongs – die An­zahl wurde halbiert. (lacht) Anfangs bestand die Platte überwiegend aus klarem Gesang, nachdem wir mit Jonas und Jens zusammen­saßen, gibt es jetzt fast nur noch Gegrowle …

White Night“ singst du mit Aleah Stan­bridge von Trees Of Eternity.

Wir waren der Meinung, dass dieses Lied auf jeden Fall einen weiblichen Part braucht! Da Aleah inzwischen wieder in Finnland wohnt, war es kein Problem für sie, uns im Studio zu besuchen.

Eure letzten Platten wurden von Peter Tägtgren (z. B. Dimmu Borgir, Amon Am­arth) produziert – warum habt ihr ge­wechselt?

Peter wollte bei den Alben keinerlei Vorbe­reitungen treffen und sich nicht einmal die Demos anhören, um eventuell noch das ein oder andere zu ändern – wir starteten immer direkt mit der Produktion. Ich weiß, dass er ein viel beschäftigter Mensch ist, aber trotz­dem hat uns diese Arbeitsweise gestört. Mit Jens ist der gesamte Ablauf viel sorgfältiger.

Dieses Jahr feierst du dein 10-jähriges Ju­biläum bei Amorphis – welche Zukunfts­pläne hast du mit der Band?

Wir haben uns vorgenommen, die ganze Welt zu bespielen. Bis jetzt haben wir es über Eu­ropa nach Australien und China geschafft. Man merkt den Chinesen übrigens deutlich an, dass Heavy-Metal dort noch nicht wirkli­ch angekommen ist – beim Headbangen sind sie kläglich gescheitert. Das müssen wir ih­nen noch beibringen! (lacht)

Wie beschreibst du die finnische Musik­welt?

Man assoziiert Finnland häufig mit Metal – zu Recht! Mindestens jeder zweite Einhei­mische hört diese Musikrichtung. Die Radio-Sender (u. a. Radio Rock) spielen allerdings auch kaum etwas anderes; man wird quasi gezwungen ein Metal-Head zu werden. (la­cht)

Wir sind hier in Wacken – wie beschreibst du das Festival aus deiner Sicht?

Das Wacken Open Air ist definitiv eines meiner Lieblings-Festivals! Trotz der hohen Besucherzahl läuft´s friedlich ab und die Or­ganisatoren haben alles super im Griff. Für uns ist es ein fantastisches Gefühl, vor so vie­len Menschen zu spielen. 2015 sind wir zum ersten Mal auf einer Headliner-Bühne (Black Stage) dabei, 2013 hatten wir es gerade mal um 0:30 Uhr auf die Party-Stage geschafft! (lacht)

Justine Stock

[KS]
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