OXMOX Newcomer-Tipp: GORDON GREY

29. August 2017

„Ich musste mich vor Aufregung übergeben …“

Der 26-Jährige kann nicht nur zahlreiche Ins­trumente spielen, sondern auch hervorragend singen – aus diesem Grund leiht er gleich zwei Gruppen seine Stimme: Zusammen mit Florian Kaninck (Git.) und Jannis Balzer (Dr.) bildet der Hamburger die Rock-Truppe Ripe & Ruin – die Jungs besuchten gemein­sam die Musikschule, wo sie u. a. Jessy Martens kennenlernten. Die Bluesrock-Sän­gerin war begeistert und engagierte das Trio als Support für ihren Gig in der Fabrik: „Zu diesem Zeitpunkt gab es uns erst drei Mo­nate, sodass wir bloß eine handvoll Songs im Gepäck hatten – das war mega aufregend! So aufregend, dass ich mich nach unserem Auf­tritt übergeben musste …“, schmunzelt der Frontmann.

 

Aktuell schreiben Ripe & Ruin an der De­büt-Platte, die voraussichtlich Ende des Jahr­es erscheinen soll. Damit das Songwriting ungestört blieb, quartierte sich die Gruppe tagelang in Dänemark in das Haus eines Freundes ein. Im Sommer geht es an die Pro­duktion – die Lieder werden dann allesamt live im Studio eingespielt.

 

Die zweite Band von Grey hört auf den Namen The Blue Poets – zusammen mit  Marcus Deml (Git.), Felix Dehmel (Dr.) und Phil Steen (B.) liefert der Hamburger ast­reinen 70‘s flavored Rock mit Heavy Blues-Elementen ab. Das Quartett spielt über das Jahr verteilt deutschlandweit Konzerte und möchte dabei viele weitere Fans in seinen Bann ziehen …

 

In den Bann von Gordons Stimme wurde einst auch Marcus Deml (u. a. Erorrhead) gezogen: „Ich habe mir damals als Straßen­musiker noch etwas Geld dazu verdient – eines Tages spazierte Markus an mir vorbei und fragte, ob ich auch Blues singen könne. So kamen wir ins Gespräch und ich erfuhr, dass er für sein geplantes Projekt noch einen Sänger suchte … Zwei Tage später fand ich mich in seinem Studio wieder und sang die ersten Demos für die Platte ein!“, erklärt der Frontmann.

 

Und auch live harmonieren The Blue Poets exzellent miteinander … „Wir haben im ausverkauften Downtown Bluesclub gespielt, als plötzlich auf der einen Seite der Bühne der Strom ausfiel – das hatte zur Folge, dass der Gitarrensound komplett weg war. Wir wechselten dann in eine spontane Jam-Ses­sion bis Markus wieder Strom hatte …“, erinnert sich Gordon.

 

Dass das Leben für die Musik auch eine Schattenseite hat, muss der Multiinstrumen­talist ebenfalls erfahren: „Ich arbeite quasi immer: Nach der Probe setze ich mich hin und schreibe an neuen Sachen – ich habe Schwierigkeiten, damit abzuschalten. Zwei bis drei mal die Woche stehe ich in der Nacht nochmal auf, weil mir irgendeine Idee durch den Kopf schießt, die festgehalten werden muss. Andererseits könnte ich mir aktuell nicht vorstellen, anders zu leben … Ich liebe, was ich tue. Für mein Umfeld ist es wohl schwieriger als für mich selbst.

 

Wenn der Sänger Zeit für sich hat, lauscht er am liebsten der Musik von Jimi Hendrix, trinkt ein paar Drinks im Yoko Mono oder träumt von einer Zusammenarbeit mit Dave Grohl

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