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OXMOX Story: Mit Zylinder, E-Gitarre und E-Herz

SLASH entert am 16.06. zusammen mit Myles Kennedy und The Conspirators für ein von OXMOX präsentiertes Konzert die Bühne der Hamburger Sporthalle. Zur Ein­stimmung gibt’s ein paar Facts aus dem Leben einer Ikone …

Am 23. Juli 1965 wird Saul Hudson als Sohn eines Engländers und einer Amerikanerin in London geboren. (Ja, richtig gerechnet – Slash feiert in diesem Jahr seinen 50. Ge­burtstag!) Im Alter von 11 zieht er mit seiner Mutter nach LosAngeles, sein Vater folgt kur­ze Zeit später. Hier besucht Slash die High­school (Seine Mitschüler: u. a. Lenny Kra­vitz und Nicolas Cage). Mit seinen langen Haaren und dem eigenwilligen Kleidungsstil eckt er oft an, richtig wohl fühlt er sich nur zu Hause. Der Vater designt Albumcover, seine Mutter, Ola Hudson, ist Kostümschneiderin für namhafte Künstler wie u. a. David Bowie. Musik-Größen gehen bei den Hudsons ein und aus.

Mit 15 bekommt Saul von seiner Großmutter (bei der er nach der Trennung seiner Eltern lebt) seine erste Gitarre geschenkt, das Spielen bringt er sich durch bloßes Zuhören selbst bei. (Idole sind u. a. Jimi Hendrix und Eric Clap­ton.) Schließlich bricht Slash die Schule ab und konzentriert sich nur noch auf die Musik (nach einer kurzen, erfolgreichen Zeit als BMX-Fahrer). Durch Zufall trifft er auf Axl Rose, Duff McKagan, IzzyStradlin und Steven AdlerGuns’n’Roses! 1987 er­scheint das legendäre Album „Appetite For Destruction“, damit stürmen sie den Rock-Olymp. Die Schattenseiten: Einige Bandmit­glieder sind den Drogen zugetan, auch Slash wird Heroin-Junkie, er raucht und trinkt. (Jahre später rächt sich dieses Verhalten – 2001 bekommt der damals 35-jährige einen Herzschrittmacher eingesetzt, der ihm immer dann einen kleinen Schlag versetzten soll, wenn seine Herzfrequenz ungewöhnliche Aus­maße annimmt. Kurze Zeit später bei einem Konzert wird der Guitar Hero von Strom­schlägen geschüttelt – er hatte vergessen, dass sein Herz auf der Bühne immer wie wild anfängt zu schlagen!) Der Band zuliebe wird Slash clean, zumindest so clean, dass es für Auftritte reicht. 1996 zerfallen Guns’n’Roses. Slash will weiterhin Rock spielen, Axl will eine Neuausrichtung hin zum Industrial. Das Zerwürfnis steigert sich so weit, dass Axl nicht zur Feier der Aufnahme von Guns’n’Roses in die „Rock’n’Roll Hall of Fame“ erscheint, weil er seinen ehemaligen Band-Kollegen nicht über den Weg laufen will.

Seitdem widmet sich Slash anderen Projekten, neben Bands wie Slash’s Snakepit und Velvet Revolver war er an unzähligen Kooperationen beteiligt. Jeder will mit ihm arbeiten – er spielt Gitarre bei Michael Jacksons „Black or White“, Iggy Pops „My Baby Wants To Rock’n’Roll“, Rihannas „Rockstar 101“ … die Liste ist lang. Trotzdem bleibt Slash im­mer bescheiden. Seine vielen Auszeichnungen und Goldenen Schallplatten hängen nicht et­wa im Wohnzimmer, sondern an der Keller­treppe, und dort auch nur, weil seine Frau Perla Ferrar, mit der Slash zwei Söhne hat (und von der er angeblich seit Ende letzten Jahres getrennt lebt), darauf bestanden hatte.

Bei der Arbeit an seinem ersten Soloalbum „Slash“ (auf dem die Leadvocals von Su­perstars wie Ozzy Osbourne, Lemmy Kil­mister oder Fergie eingesungen wurden) trifft Slash auf Myles Kennedy. Die beiden Musiker (Kennedy ist Leadsänger bei Alter Bridge) verbindet vom ersten Moment an eine „musikalische Seelenverwandtschaft“. Mit zwei weiteren Alben („Apocalyptic Love“ und dem aktuellen Werk „World on Fire“) touren sie um die Welt. Todd Kerns (Bass) und Brent Fitz (Drums)sind dabei als The Conspirators mit von der Partie. Inzwischen nimmt Slash keine Drogen mehr, hat Trinken und Rauchen ebenfalls aufgegeben (Letzteres erst kürzlich – nach­dem seine Mutter 2009 an Lungenkrebs starb) und engagiert sich sozial. Er unter­stützt bspw. die Organisation Little Kids Rock, die Kindern kostenlosen Musikunter­richt ermöglicht, die sich diesen sonst nicht leisten könnten.

Bei einer Südafrika-Tour werden Slash und Myles auf das Unrecht aufmerksam, das wilden Elefanten täglich widerfährt – für Elfenbein werden sie gejagt und grausam umgebracht, sie sind bereits fast ausgestor­ben. Ein Song des neuen Albums, „Beneath The Savage Sun“, erzählt die Geschichte eines dieser Tiere, das dem Tod um sich herum machtlos gegenübersteht. Slash, be­wegt vom Schicksal der Dickhäuter, über­nimmt kurzerhand die Patenschaft für einen Elefanten, unterstützt seitdem den Inter­national Fund for Animal Welfare (IFAW), gestaltet seine Website dement­sprechend um und verkündet, dass er nie­mals Instrumente verwendet, in denen El­fenbein verarbeitet ist.

Das ist auch nicht nötig – Slash benutzt seit jeher am liebsten die Gibson Les Paul, als Tribut widmen die Gitarrenbauer der Firma ihm mehrere Signaturmodelle. Außerdem bekommt er (als erster Künstler der Welt) 1996 eine ihm gewidmete Verstärker-Serie der Firma Marshall. 2010 folgt sogar die zweite. Viele der Instrumente, die Slash im Laufe seiner Karriere besitzt, verkauft er allerdings für seine damalige Drogensucht.

2013 versucht sich der Vollblut-Rocker erst­mals als Film-Produzent – das Ergebnis ist der Slasher-Film „Nothing Left To Fear“, für den er sich u. a. vom Streifen „Die Nacht der lebenden Toten“ inspirieren lässt, den er als Kind zusammen mit seiner Mutter gesehen hat. Den Soundtrack zum Film spielt er natürlich selbst ein – die Musik ist und bleibt sein Hauptgeschäft.

und die Karriere dieses Ausnahme-Musi­kers ist noch lange nicht vorbei. Unlängst ließ Slash verlauten, dass er eine Reunion der Original-Besetzung von Guns’n’Roses nicht ausschließt …

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