ALL U-NEED IS MICHI

ALL U-NEED IS MICHI

10. Oktober 2012

Eine pinke Couch in die Garderobe von Katy Perry, ein schwarzes Klo bei Marilyn Manson und weiße Lilien für Jennifer LopezMichael („Michi“) Molt kennt alle Sonderwünsche der Stars.  Seit nunmehr zehn Jahren stehen er und sein Partner Joachim Hipp mit ihrer Firma  „U-Need GmbH“  für beste Konzeption und Durchführung von Konzerten, Festivals und anderen Großveranstaltungen.

Vom Grünspan bis zur O’-Arena, vom Eishockey-Match bis zum Hurricane Festival: keine Herausforderung kann die Profis schocken. Ein Grund mehr für uns, auch mal den Backstage  Bereich der Productionsmanager zu erkunden und ihren kreativen Kopf Michi ausfiihrlich über zehn Jahre “U-Need” zu befragen…

„Ich bin kein  Veranstalter – wie man viele Tickets verkauft,  muss ich nur für die Planung wissen! Ein Statement mit dem Michi  vergibt,  wo seine Stärken liegen: in der perfekten Organisation und Durchführung von Veranstaltungen jeglicher Art. Angefangen als Schlagzeuger in einer Rockband, arbeitete er sich über die Beschallung der Münchener Theaterfabrik und die Begleitung von Touren kleinerer Bands hoch zu einem der größten Komplettanbieter für Veranstaltungsservice in der Musikbranche. Mit mittlerweile bis zu fünf Events täglich, rund zehn Festivals und   unzähligen großen und kleinen Konzerten kann er zum lO-jährigen Jubiläum seiner Firma auf eine erfolgreiche  Laufbahn  zurückblicken.  Neben den wechselnden Locations betreut er sowohl  in Hamburg als auch in Berlin die O2-World bei allen dort stattfindenden Veranstaltungen. Das Erfolgskonzept ist ein Rundum-Sorglos-Paket  für jeden  Event:  Technische Planung und Durchführung, Technikauf- und abbau, Equipment und Security: alles bleibt in einer Hand. Dank seiner jahrelangen Erfahrung kennt das U-Need-Team alle Tücken, Kniffe und Tricks hinter jeder Bühne.

„Der Anfang aller Veranstaltungen ob groß oder klein, drinnen oder draußen ist ihre sorgfältige Planung. Denn jeder Event, bringt besondere Vorraussetzungen und Umstände mit sich. All diese, gepaart mit Sonderwünschen der Stars und örtlichen Gegebenheiten unter einen Hut zubekommen, ist unsere Aufgabe,  so Michi, der uns seine Strategie verrät: „Es gibt nichts, was es nicht gibt. Nichts, was nicht doch passieren kann. Bei der Planung berücksichtigen wir deswegen immer alle Fakten – wie Location, Technik, Sicherheit und benötigtes Equipment und erstellen  anschließend mit unserem Kunden ein ausführliches Konzept. Danach übernehmen wir die gesamte Umsetzung und bis zur Nachbereitung der Veranstaltung. ”

Ein  wichtiger  Bestandteil für den richtigen Aufbau ist dabei das Booklet mit den Bühnenanweisungen. In diesem stehen auch die Sonderwünsche der Stars, die es zu berücksichtigen gilt. Und die können ausgefallern sein! Vom Essen bis zur Garderobeneinrichtung, von der Blumendekoration bis zum Bühnengang die Sonderwünsche kennen selten Grenzen. Doch so manche Extrawurst hat auch eine simple Erklärung:  „Für einen großen deutschen Künstler mussten wir immer die Stoffsofas in der Garderobe gegen eine Ledercouch eintauschen. Der einfache Hintergrund ist, dass er unter einer Stauballergie litt“, plaudert Michi aus seinen Backstage-Erfahrungen.

Ein besonders dickes Anweisungsheft für die Bühnenbauer gab es beim Take That Konzert im letzten Jahr in der Hamburger lmtech Arena. „Das war eine tolle Veranstaltung, aber mit  einem sehr hohen  technischen Aufwand . Der Wasserfall als Show-Element auf der Bühne war nur eine der Herausforderungen, mit denen wir konfrontiert wurden.“ Herausforderungen für die auch immer wieder Mitarbeiter und Praktikanten benötigt werden. „Wir suchen aktuell Studenten oder junge Leute, die beim Aufbau, oder auch beim Sicherheits- und Ordnungsdienst helfen“,  verrät  uns der 49-jährige  „Natürlich garantieren wir auch gesetzliche vorgeschriebenen Mindestlohn Löhne und zahlen auch mal mehr“, ergänzt er schmunzelnd scherzend.

Eine ganz besondere Unterstützung bekam er dieses Jahr im Mai beim David Guetta Konzert in der O2-World Hamburg. Sein erst elfiähriger Sohn Paul wurde Backstage kurzerhand vom Licht-Techniker engagiert und steuerte während des kompletten Gigs eine der Lichtanlagen „So was habe ich in den letzten 20 Jahren noch nicht erlebt. Die Techniker für Licht und Ton sind ja selber kleine Stars und lassen sich nur ungern in die Tasten greifen“, erzählt der stolze Vater. Scheint wohl so, als ob er das Talent für die Backstage-Regie bereits erfolgreich weiter gegeben hat. An  ihre Grenzen stießen die Musikprofis beim Kartenvorverkauf zum Robbie Williams Großevent vor fünf Jahren in Hamburg. Für  den nächtlichen Verkaufsmarathon hatten sie sich mit zwölf Kassierern und einer Geldzählmaschine  gewappnet. Statt der erwarteten 4.000 Kunden stürmten jedoch über  10.000 Robbie-Fans die Kassen. Anstatt verkaufte Tickets und eingenommenes Geld sorgfältig zu zählen und abzulegen, wurden die Scheine in der Not kurzerhand in Plastiktüten und Schuhkartons gestopft. Die Massen ließen keine Chance für eine geordnete Aufbewahrung. Und der anwesende Veranstalter nahm es gelassen, schenkte sich einen großen Glühwein ein und begann seine Scheine tütenweise zu zählen.

Auf die Frage nach weiteren Konzert-Highlights aus diesem Jahr bekommen wir eine sehr überraschende Antwort:  „Unser größter Event war natürlich das Hurricane-Festival. Aber mein persönliches Jahres-Highlight war das Frühlingsfest der Volksmusik und das Konzert von Helene Fischer“, verrät er uns und erklärt: „Die Gäste waren glücklich, denn sie bekamen das geboten,  was sie erwartet haben. Der Veranstalter war glücklich, weil der Aufwand und die Kosten für die Veranstaltung gering waren. Und wir sind glücklich, weil alle Anderen es auch waren.Mehr geht nicht.“ So war der zweifache Familienvater von einigen Stars, die er zuvor jahrelang verehrte, nach einem Konzert auch schon einmal schwer enttäuscht: „Zu laut, zu uninspiriert und dafür zu aufwändig. Wenn das einzige Highlight auf einem Konzert der pausenlose Kostümwechsel der Sänger ist, können die Besucher nur frustriert sein.  Und dafür haben sie dann viel Geld für den Eintritt hingeblättert. So etwas enttäuscht mich nicht nur als Organisator sondern auch persönlich als Fan.“

Keine Enttäuschungen, sondern viele weitere spannende Events will  U-Need auch in Zukunft auf die Beine stellen. Umso passender Michis Worte zum Abschied: „Wir freuen uns auf die nächsten zehn Jahre!“

Text: Hanna Katrin Stephan


 

[KS]
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