Der FC St. Pauli steckt tief in der Krise

11. November 2016

In der vergangenen Saison kratzte der FC St. Pauli noch am Aufstieg in die 1. Bundesliga und nur wenige Monate später stecken die Kiezkicker mitten im Abstiegskampf. Die Hamburger sind momentan das Schlusslicht in der 2. Liga und müssen aufpassen, vor der Winterpause nicht den Anschluss an das rettende Ufer zu verlieren.

Ein Sieg, drei Unentschieden und acht Niederlagen: Die bisherige Saisonbilanz des FC St. Pauli ist alles andere als berauschend. Mit sechs Punkten liegt man derzeit auf dem letzten Tabellenplatz in der 2. Liga und hat bereits fünf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer. Hinzu kommt die Tatsache, dass man vor kurzem „unglücklich“ im DFB-Pokal gegen Hertha BSC Berlin ausgeschieden ist und das, obwohl man sich in dem Spiel als gleichwertige Mannschaft präsentiert hat. Das Weiterkommen im Pokal wäre vielleicht jener Wendepunkt gewesen, auf den die Fans und Verantwortlichen in Hamburg bereits seit Wochen hoffen und warten.

Pauli kämpft mit zahlreichen Ausfällen

Wenn man sich auf die Suche nach den Gründen für den verkorksten Saisonstart macht, wird man nicht an dem Thema verletzungsbedingte Ausfälle vorbeikommen. Es ist statistisch bewiesen, dass Mannschaften mit vielen Verletzten früher oder später in Probleme geraten, und Pauli ist das „beste Beispiel“ dafür. Noch vor wenigen Monaten konnte Trainer Ewald Lienen fast regelmäßig mit der gleichen Elf auflaufen, die Automatismen haben sich aufgebaut und plötzlich stand man ganz oben. Auch wenn Fußball-Wetten auf den FC St. Pauli derzeit mit Vorsicht zu genießen sind, wird auch diese Krise früher oder später zu Ende gehen.

Dennoch, der Zusammenhang zwischen einem hohen Verletzten- und Krankheitsstand beunruhigt auch Lienen, der bei der 0:1-Pleite gegen die Würzburger Kickers am vergangenen Montag auf sechs Leistungsträger verzichten mussten. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass Pauli nur knapp an einem Punktgewinn vorbeischrammte.

Die Verantwortlichen haben bereits auf die sportliche Misere reagiert und mit Olaf Janßen einen Co-Trainer verpflichtet. Dieser arbeitete vor wenigen Wochen noch beim Ligakonkurrenten aus Stuttgart und soll Cheftrainer Ewald Lienen helfen, den Karren aus dem Sumpf zu ziehen. Anders als bei vielen Klubs wurde nicht Lienen entlassen bzw. ausgetauscht. Denn die Führungsriege am Millerntor hat noch Vertrauen in den erfahrenen Trainer und wird diesem sicherlich noch das eine oder andere Spiel Zeit geben, um Pauli wieder auf Kurs zu bringen.

Punkte sammeln bis zur Winterpause

Die Länderspielpause kommt für St. Pauli zum einem günstigen Zeitpunkt. Zum einen können sich die vielen verletzten Spieler regenerieren und zum anderen erhalten Lienen und Janßen ein wenig mehr Zeit, um auch das taktische Mannschaftsgefüge neu zu sortieren. Bis zur Winterpause sind es noch fünf Spieltage in der zweiten Liga. Unmittelbar nach der WM-Qualifikation trifft St. Pauli zu Hause auf Fortuna Düsseldorf. Mit Heidenheim, Kaiserslautern, Fürth und Union Berlin haben die Hamburger für 2016 definitiv kein leichtes Restprogramm vor sich. Und Ewald Lienen & Co. Werden aufpassen müssen, dass der Abstand zu einem Nicht-Abstiegsplatz nicht noch größer wird. Das Thema Aufstieg, was im Sommer hin und wieder in Hamburg durch die Presse ging, ist längst abgehakt. Wie schnell es in der 2. Liga gehen kann, hat Paderborn in der letzten Saison gezeigt: Die Ostwestfalen wurden direkt aus der 1. Liga in die 3. Liga weitergereicht.

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