G20 Demo

Es geht auch anders – Gewaltlose Aktionen gegen den G20 Gipfel

10. August 2017

Es geht auch anders – Gewaltlose Aktionen gegen den G20 Gipfel

Am 07. und 08. Juli herrschte in Hamburg Aus­nahmezustand.

Gesehen, gelesen und gehört hat man seitdem viel, aber um brennende Autos oder geplünderte Läden soll es hier nicht gehen.

Dass Aktionen dergleichen absolut unberecht­igt sind und nichts mit einem Protest gegen den Gipfel zu tun haben, steht außer Frage, jedoch ist es schade, dass friedliche Aktionen dagegen zum Nebenthema geworden sind.

Letzteren wollen wir noch einmal Erwähnung schenken und haben daher eine kleine, aber feine Aus­wahl für euch zusammengestellt.

 

Ob „Lieber Tanz ich als G20“ – die große Tanz-Demonstration mit bis zu 20.000 Teil­nehmern und Auftritten von den Beginnern und Samy Deluxe – oder die Großdemon­stration für Solidarität mit ca. 76.000 Teil­nehmern – die größten und meisten Demons­trationen verliefen friedlich, waren bunt und zogen auch Normalerweise-nicht-Demo-Gäng­er auf die Straßen.

Kreative Schilder und Installationen mit klaren politischen Aussagen zogen durch die Straßen.

G20 Gegner taten ihren Protest aber nicht nur zu Fuß, sondern bei der „Colourful Mass Fahrraddemo“ (über 2000 Demonstranten) auch auf zwei bzw. über 4000 Rädern kund.

G20 Demo

Großes Staraufgebot gab es beim „Global Cit­izen Festival“, welches am 06.07. in der Barc­laycard-Arena stattfand.

Künstler wie Cold­play, Herbert Grönemeyer, Shakira oder Pharell Williams wollten in musikalischer Atmosphäre auf die Missstände in der Welt aufmerksam machen und die Politiker zum Umdenken anregen.

Als Gastredner waren u. a. Florian David Fitz und Kanadas Regierungs­chef Justin Trudeau vor Ort.

 

Am „Alternativen G20-Gipfel“ auf Kamp­nagel nahmen 3000-4000 Menschen aus aller Welt teil.

Weitere Aktionen bildeten das hedo­nistische Massencornern, Blockadeaktionen durch Block G20, ein Yoga-Gipfel auf der Kennedy-Brücke, Meditationen für den Welt­frieden in diversen Yoga-Zentren, Friedens­gebete in zahlreichen Kirchen.

Im Alternativen Medienzentrum am Millerntor sprachen Red­ner vor Journalisten, Bloggern und Medienak­tivisten aus zwei Dutzend Ländern, um ein ausgewogenes Bild zu vermitteln.

Im Gänge­viertel stellte die „Oase“ einen friedlichen Raum zum Austausch dar.

Es gab Konzerte und Kunstaktionen.

Ein Fußballturnier und Kon­zerte gab es beim vom FC St. Pauli orga­nisierten „Football against G20“.

G20 Demo

Auch Greenpeace meldete sich mit diversen, friedlichen Aktionen zum Thema „Klimawan­del“ zu Wort:

So konnte man auf der Elbe diverse Schiffe mit der Aufschrift „Planet Earth First“ bestaunen oder Protest­ballons am Fernsehturm sichten.

Damit die Demons­tranten ausreichend versorgt bleiben, fanden sich viele Freiwillige, die die Menschen vor Ort mit Wasser und Snacks versorgten.

 

Da vor allem die Schanze nach dem G20-Gipf­el einem Ort der Verwüstung glich, wur­den unter dem Motto „Hamburg räumt auf“ am 09.07. etwa 1.000 Menschen zusam­men­ge­trommelt, die sich der Heraus­forder­ung an­nahmen und das Chaos besei­tigten.

Nach ein paar Stunden erstrahlte Hamburg im neuen Glanz.

Amnesty

Amnesty International

 

OXMOX hat als Medienpartner das Get Up, Stand Up Friendensfest unterstützt.

Am 07.+08.07. Uhr trafen sich Anwohner und Interessierte im bunten Viertel St. Pauli am Spielbudenplatz, um friedlich zu de­mons­trieren.

Das Spektakel wurde dabei live von u. a. I-Fire und der Kapelle Herrenweide unterstützt.

Des Weiteren stan­den viele na­tionale und internationale Orga­nisationen, z. B. Amnesty International, mit Wortbei­trägen auf der Bühne.

Als die Organisation Gemeinwohl Ökono­mie mit ihren vier Repräsentanten die Bühne für einen Vortrag betrat, näherten sich einige Mitglieder des Schwarzen Blocks.

Leider setzte die Polizei einen Wasserwerfer ein und spritzte einmal in die Menschenmenge, ohne dass etwas vorgefallen war.

Die restlichen Stunden der zwei Tage ver­liefen sehr positiv.

Es herrschte eine tolle Atmosphäre und die Reeperbahn war ziem­lich gut gefüllt.

Kapelle Herrenweide

Kapelle Herrenweide

Get Up, Stand up FriedensdemoGet Up, Stand up Friedensdemo

I-Fire

G20 Demo

 

– Lieber Tanz ich als G20 – Demonstration am Dienstag, bis zu 20.000 Teilnehmer, Auftritt von den Beginnern und Samy Deluxe

– Alternativer G20-Gipfel im Kampnagel – 3000 – 4000Teilnehmer/ Vertreter aus aller Welt

– Großdemonstration für Solidarität – Samstag, 75.000 – 150.000 (die größte Demo, die ich je gesehen habe)

– Gay20 – Gipfel und Party-Demo – mehrere Tausend?

– Sanitäter – ehrenamtliche Sanitäter in den Demos, Kirchen, Zentren – ein paar Hundert!

– Blockadeaktionen durch Block G20 – zwischen 2.000 und 15.000 je nach Schätzung

– Friedensgebete in zig Kirchen – Freitag, keine Ahnung wie viele da waren

– Constructive Disobedience – University Conference on the future of EU and the future generations – 1000

– Demonstration „Hamburg zeigt Haltung“ – 4.000

– Gängeviertel „Oase“ – Friedlicher Ort zum diskutieren und „Auftanken“, Konzerte, Kunstaktionen, Küche – keine Ahnung wie groß

– Arrivati Park – „Deeskalationszone“ – Ein Forum zum Thema benachteiligte Menschen und Flüchtlinge auf St. Pauli, der beste DJ der Welt – eine Menge Menschen, die am grünen Jäger vorbeikamen und Ruhe verbreiteten

– Hedonistisches Massencornern – Dienstag, vielleicht Tausend?

– Herumstehende Personen, an Bürgersteigen in der Innenstadt, mit Schildern oder ohne, die einfach Präsenz zeigten – viele Hundert

– Bridges to Humanity – Yoga am Mittwochmorgen auf der Kennedy-Brücken – 600!

– Colourful Mass – friedliche Fahrradtour, machte Krankenwagen und nett reagierenden Polizisten Platz, blockierte Gipfelteilnehmer im Mercedes, die ausstiegen und nett winkten: 4000-7000

– Alternatives Medienzentrum – Zentrum für Medien, Recherche und Blogger, um ein ausgewogenes Bild zu vermitteln – 1200 Journalisten und viele Helfer

– Spontane Sitzblockaden – noch einmal 1-3.000? Keine Ahnung. Z.T. liefen die Gipfelteilnehmer ohne Polizeischutz da durch und machten Fotos

– Football against G20 – Küchen, Fußballturnier und Konzerte auf dem Geländes des FC St. Pauli – mehrere Tausend kamen zwischendurch vorbei

– „Alle an einem Tisch“ – St. Pauli Kirche lädt ein, insbesondere Nachbarn, Obdachlose und wer den Austausch mag zum gemeinsamen Abendessen. – Jeden Abend 100?

– Samba-Gruppen – Mindestens 4, die mit Trommeln Stimmung verbreiteten

– Spektakuläre Greenpeace-Aktionen zum Klimawandel auf der Elbe (Abseilen von Brücken, Projektionen auf Schiffen) – 100 Aktivisten? Keine Ahnung, wie viele man braucht.

– Theatergruppen – Gruppen die mit Schauspiel auf der Straße an verschiedenen Orten auf die Probleme in der Welt aufmerksam machten – 10 Gruppen?

– Verteiler von kostenlosem Essen und Wasser mit Cargo-Bikes – 20-40 Räder sicherlich

– “1000 Gestalten” – Artist happening of grey people walking like zombies through town. – 1000

– Kneipen, die kostenlos Wasser verteilten, Toiletten zur Verfügung stellten – 100 (grob geschätzt)

– Plakataktionen einer Limonadenmarke – viele kritische Motive zu Trump, Erdogan und anderen – 1 Werber (mindestens)

– Positive Vibes gegen G20 – DJs und Anwohner saßen auf einem Platz

– Spontane Sitz- und Tanzblockade am Sonnabend, die den schwarzen Block am Schulterblatt keinen Raum geben will – 500-1000?

– Meditationen für den Weltfrieden – in verschiedenen Yoga-Zentren. keine Ahnung, was da passierte

– Hamburg räumt auf – Hamburger machen die Schanze wieder sauber – ein paar hundert bis 1000

– Plakate aus Fenstern, von Balkonen – manche lustig, viele inhaltlich („UN statt G20“) – viele hundert

– Rentner im Kanu auf der Alster mit dem Banner „Arbeitet für Frieden in der Welt!“ – 2 (persönlich gezählt)

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