Hamburg! Handelt! Fair! – Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam für den Fairen Handel

16. Januar 2018

Preisverleihung beim 3ten Hamburger Fair Trade Hochschulwettbewerb

Frischer Wind für den Fairen Handel – auf diese Kurzformel
lässt sich das Ziel des Hochschulwettbewerbs „Hamburg!
Handelt! Fair! – Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam für
den Fairen Handel“ bringen. Wie schon in den zwei
vorangegangenen Jahren sind in diesem Wintersemester
Studierendenteams von Hamburger Hochschulen angetreten,
um die besten Marketing- und Kommunikationskonzepte für
Hersteller und Händler fair produzierter Waren zu entwickeln
– dieses Jahr erstmals für den B2B-Bereich. Gestern Abend
fand der Hamburger Fair Trade Hochschulwett-bewerb mit der
Preisverleihung im Hamburger Rathaus seinen Höhepunkt.

Den ersten Platz hat in diesem Wintersemester das
Studierendenteam der EBC Hochschule gemacht. Mit ihrer
strategischen Ausrichtung, sowie kreativen und umsetzbaren
Ideen für FairMail, die einzigen Fair Trade-Grußkarten
weltweit, haben sie die Jury überzeugt. Nicht mehr die
typischen Handelsvertreter, sondern studentische Aushilfen
sollen künftig den Vertrieb der Postkarten für den
Hamburger Goldbek Verlag übernehmen und mit Glaubwürdigkeit
und Engagement bei den zumeist kleinen Läden punkten, die
die Karten an die Frau und an den Mann bringen – so eine
der Kernideen. Der Hintergrund: Die Postkarten werden von
Jugendlichen gestaltet, die teilweise in Slums leben und
sich durch die guten Fotografien ihren Lebensunterhalt
verdienen und ihre Ausbildung finanzieren können. Im
ähnlichen Alter sind die Studierenden, die das Projekt
voranbringen sollen.

„Ich bin begeistert zu sehen, wie hoch das Niveau der
Studierenden ist, sowohl was die kreativen Ideen als auch
die Analyse angeht“, sagt Jurymitglied Ole Keding,
Direktor Strategie & Innovation bei pilot, der
zweitgrößten inhabergeführten Mediaagentur Deutschlands.
Vor allem das Siegerteam habe die besondere Herausforderung
in diesem Jahr hervorragend gemeistert, ein Konzept für den
Business-to-Business-Bereich zu entwickeln. „Studierende
kennen die Bedürfnisse von Firmenkunden in der Regel ja
noch nicht aus eigener Erfahrung. Das macht die Analyse
schwieriger. Und es macht es schwieriger, den wirkungsvollsten
Hebel für die Umsetzung zu finden.“

Den zweiten Platz belegen die Studierenden der Hochschule
für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW), die mit NUSWEET
kooperiert haben, einem Startup, das Lebensmittel mit
Fairtrade-zertifiziertem Kokosblütenzucker entwickelt und
vertreibt, darunter eine Trinkschokolade und eine Nuss-Nougat
-Creme. Die Kernidee der Studierenden, die sich überlegen
sollten, wie NUSWEET -Produkte eine Listung in EDEKA-Märkte
bekommen können: Ein süßes Frühstück im Markt, das den
Blutzuckerspiegel kaum ansteigen lässt und zuerst die
Marktleiter und später ihre Kunden überzeugt. Eine
Platzierung auf der EDEKA-Foodstarter Plattform lobte
die Jury als besonders starke Idee und vielversprechende,
digitale Lösung.

Der dritte Platz geht an die Studierenden der University
of Applied Sciences Europe/BiTS, die Ideen für den regionalen
Großhändler Grell Naturkost entwickelt haben, der fair und
ökologisch gehandelte Produkte vertreibt und das Bewusstsein
dafür stärken will, dass faire, auskömmliche Produktions-
bedingungen nicht nur in fremden Ländern wichtig sind,
sondern auch direkt vor Ort im geografischen Umfeld von
Hamburg.

Den Fairen Handel aus der Nische weiter in den
konventionellen Markt bringen

„Ich bin wieder fasziniert vom Ideenreichtum der
Studierenden. Da ist vieles dabei, was hilft, den Fairen
Handel aus der Nische weiter in den konventionellen Markt
zu bringen“, freut sich Christine Priessner,
Projektkoordinatorin der „Fair Trade Stadt Hamburg“ und
Fachpromoterin für den Fairen Handel. Priessner ist
überzeugt: „Letztlich profitieren alle davon, wenn die
Arbeitsbedingungen bei den Produzenten im globalen Süden
als auch hier in Europa sozialverträglicher sind. Es ist
überlegenswert, den Fairen Handel nicht mehr nur allein
auf Billiglohnländer anzuwenden. Wir brauchen auch hier
vor Ort sozialverträgliche Strukturen und vor allem das
Bewusstsein dafür, dass jede und jeder ein
existenzsicherndes Einkommen erhält.“  Fair Trade Stadt
Hamburg und Innovations Kontakt Stelle (IKS) Hamburg
haben den Hochschulwettbewerb gemeinsam vor drei
Jahren ins Leben gerufen, um den Fairen Handel in
Hamburg zu stärken und Kooperationen zwischen Hochschulen
und Unternehmen zu initiieren.

Die gemeinsame Arbeit von Wissenschaft und
Wirtschaft kommt an

Die IKS Hamburg hat die Kooperationen zwischen
Wirtschaft und Wissenschaft vermittelt. Die Idee der
gemeinsamen, transdisziplinären Arbeit für den Fairen
Handel kommt an. Prof. Sandra Meister beispielsweise,
die den Hochschulwettbewerb an der Akademie Mode und
Design (AMD) bereits im dritten Jahr betreut, hebt
hervor: „Der Wettbewerb spiegelt sehr gut die realen
Bedingungen im Berufsleben wieder. Dies betrifft die
Arbeit in Teams, genauso wie die Bearbeitung eines
Auftrags durch einen realen Auftraggeber. Darüber
hinaus fördert er das Bewusstsein für den Fairen
Handel – bzw. für den in weiten Teilen unfairen
Umgang mit Menschen und Umweltressourcen und die
kritische Auseinander-setzung mit diesem Themenfeld,
das ja gerade für die Textilindustrie ein sehr
kritisches ist.“ Aus Unternehmersicht ist der
Wettbewerb u.a. interessant wegen der hohen Motivation
der Studierenden. „Uns war besonders wichtig,
Vorschläge von der Zielgruppe für die Zielgruppe zu
bekommen. Unsere Erwartungen wurden sogar übertroffen.
Es gibt im praktischen Teil sehr konkrete Maßnahmen,
die auch umsetzbar sind“, sagt Manuel Rodriguez Eicke,
Leiter Zentrales Marketing bei Darboven, und ergänzt:
„Wie haben jederzeit weiteres Interesse an einer
Zusammenarbeit.“

Mehrere Hochschulen und Unternehmen haben bereits
ihr Interesse an einer Fortführung des Projekts
bekundet. Und auch Heike Frank, Jurorin des Wettbewerbs
und Projektmanagerin Hamburg Marketing GmbH, betont:
„Ich finde es gut, dass dieser Wettbewerb Wissenschaft
und Wirtschaft an einen Tisch holt und in einem kurzen
Zeitraum so kreative Ansätze erarbeitet wurden.“

Die beteiligten Hochschulen und Unternehmen

•          Akademie Mode und Design (AMD) – recolution GmbH & Co. KG
(Kleidung)
•          Brand Academy – Hochschule für Design und Kommunikation – J.J.
Darboven GmbH & Co. KG (Café Intención)
•          EBC Hochschule – Goldbek Verlag GmbH (FairMail-Grußkarten)
•          Hochschule Fresenius – Süd-Nord Kontor GmbH (Lebensmittel und
(Kunst-)Handwerk)
•          Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg – NUSWEET GmbH
(Lebensmittel aus Kokosblütenzucker)
•          University of Applied Sciences Europe/BiTS – C.F. Grell Nachf.
Naturkost GmbH & Co. KG (faire Bio-Lebensmittel)

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