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Kaifu-Lodge gewinnt den Pokal!

STELLUNGNAHME DES VEREINS

Seit einigen Wochen veröffentlichen verschiedene Medien Einzelheiten, Namen, Fakten und Analysen aus dem von der Staatsanwaltschaft Bochum untersuchten Wettskandal um Spielmanipulationen auch im deutschen Fußball. Dabei ist verschiedentlich in der Vergangenheit auch der FC St. Pauli genannt worden, insbesondere von Personen, die die Staatsanwaltschaft als Beschuldigte vernommen hat. Hierzu hat der Verein bereits in der Vergangenheit eine Stellungnahme abgegeben und sich ganz besonders auch schützend vor den namentlich genannten Spieler Mathias Hain gestellt. Und dies völlig zu Recht, denn die ohne Prüfung und unverantwortlich geäußerten Vorwürfe gegen Matthias Hain haben sich nach unserer Auffassung als völlig haltlos erwiesen.
Weiterhin haben Medien berichtet, dass eine Reihe weiterer Spieler aus dem aktuellen Kader zusammen mit dem früher für den FC St. Pauli spielenden René Schnitzler sogenannte „Wettpaten“ getroffen haben sollen. Indes hat einer dieser Wettpaten eingeräumt, die Spieler nie gesehen und dieses nur vom „Hörensagen“ erfahren zu haben. Der FC St. Pauli legt Wert auf die Feststellung, dass sowohl der Verein als auch alle in irgendeinem Zusammenhang genannten Spieler des aktuellen Kaders voll und ganz die Arbeit der Staatsanwaltschaft unterstützen. Dazu zählt insbesondere, dass kürzlich drei Spieler der Lizenzmannschaft (Florian Bruns, Ralph Gunesch und Carsten Rothenbach) der Staatsanwaltschaft als Zeugen Rede und Antwort gestanden haben. Dies ist ein völlig normaler Vorgang, er belegt einzig, dass beim FC St. Pauli alle Kräfte gebündelt werden, um die Fakten aufzuklären.
Der Verein legt weiterhin Wert auf die Feststellung, dass gegen keinen dieser drei Spieler in irgendeiner Weise ein Verdacht der Spielmanipulation vorliegt. Ebenso wird gegen keinen von ihnen, oder weitere Spieler aus dem aktuellen Kader, ermittelt.
Die Vereinsführung und die sportliche Leitung sind zu 100% davon überzeugt, dass die von den eigentlich Beschuldigten wahllos geäußerten Vorwürfe unter Nennung von Namen sich als das herausgestellt haben, was sie tatsächlich sind, nämlich Unwahrheiten. Verbunden mit der Absicht sich selbst zu entlasten oder noch mehr zu bereichern.
Deshalb ist es aus Sicht des Vereins auch eine besondere Verantwortung der Medien, genau zu differenzieren und nicht etwa auf eine bloße Namensnennung hin einzelne Spieler auch nur in den Dunstkreis der Manipulation zu rücken.
Der Unfallzeuge ist kein Unfallbeteiligter!
Der Verein wird sich mit rechtlichen Schritten gegen Darstellungen wehren, die den Eindruck erwecken, Spieler des aktuellen Kaders hätten an Manipulationen teilgenommen.

BUNTER, LUSTIGER, FLIRRENDER
Hundert Jahre Geschichte mal kurz zu sam men zufassen, das geht nicht. 33 Jahre zurück zublicken, auf das magische Jahr also, in dem OXMOX an den Start ging, ist vergleichs wie se einfach. 1977 (im OXMOX-Geburtsjahr) schaffte der FC St. Pauli zum ersten Mal den Aufstieg in die Bundesliga. Von den Fehlern, die der Vereinsführung damals weniger aus Dumm heit, sondern mangels Erfahrung unterliefen, haben spätere Entscheidungsträger des Ver eins profitiert. Einen dauerhaften Umzug ins betonkalte Volksparkstadion, um dort Punkt spiele zu bestreiten, hat danach nie­mand mehr ernsthaft zu erwägen gewagt. Schlimm genug, dass wir in unseren vier Erstliga-Epochen stets das Heimrecht gegen den HSV herschenkten – teils von den Sicher heitsorganen dazu gedrängt, teils aus finan ziellem Eigeninteresse gewollt. Jetzt, da das Millerntorstadion Konturen annimmt, käme selbst diese Ausnahmelösung nicht mehr in Betracht.

1977 gab es noch keine originäre St.-Pauli-Fankultur. Die entstand erst ein Jahr zehnt später. Die Mannschaft stieg zum zweiten Mal in die Bundesliga auf, wurde von nun an jedoch begleitet von Zehn tau sen den von Anhängern, die mit der Unter stüt­zung dieses Vereins ein gesellschafts po li tisch es Statement abgeben wollten. Nämlich, dass es sich nicht nur auf der Sonnenseite des Systems zu leben lohnt, sondern auch dort, wo Niederlagen ebenso zum Alltag gehören wie Erfolgserlebnisse. Manche meinen sogar, in diesen Kreisen gehe es bunter, lustiger, flirrender zu.

Das kreative, selbstironische und fast ausnahmslos friedfertige Publikum hat dem FC St. Pauli ein Alleinstellungs merk mal im deutschen Profifußball beschert. Jedes Kind weiß, dass die Art, wie am Millerntor Fußball zelebriert wird, anders ist als an­ders wo, dass die komplette Szenerie eine unge wöhnlich hohe soziologische und kulturelle Strahlkraft besitzt. Es soll, habe ich läuten gehört, vereinzelt schon Nachahmer geben.

Die Tabelle lügt nicht, heißt es im Fußballjargon. Aber es gibt eben auch Tabellen, die sich nicht ausschließlich an geschossenen Toren und gesammelten Punkten orientieren.

In diesem Sinne

Helmut Schulte 

(FC St. Pauli Geschäftsleitung Sport / Sport direktor)

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