Amorphis – Finnische Übersetzungskünstler

Amorphis – Finnische Übersetzungskünstler

15. Juni 2018

Die Death-Metal-Heroen aus Finnland sind zurück! Und sie kommen nicht allein – Tomi Joutsen (43, Ges.), Esa Holopainen (45, Git.), Tomi Koivusaari (45, Git.), der „neue alte“ Olli-Pekka „Oppu“ Laine (45, B.), San­teri Kallio (44, Key.) und Jan „Snoopy“­ Rechberger (43, Dr.) bringen die „Queen Of Time“ mit, die zehn spannende Stories in einem grandios-musikalischen Umfeld erzählt. Sowohl das 13. Werk, als auch Sänger Tomi und Gründungsmitglied Esa haben viel zu berichten. Im Interview mit OXMOX sprachen sie u. a. von verrückten Träumen oder „spe­ziellen“ Japanern und geben einen kleinen Aus­blick auf die kommende Tournee …

 

Das Album ist äußerst vielfältig …

Esa: Das war die Idee unseres Produzenten –Jens Bogren. Bei „The Golden Elk“ haben wir erstmals eine türkische Gitarre verwendet, die dem Song eine noch bessere, orientalische Note verleiht. „Heart Of The Giant“ wurde u. a. mit einem großen Orchester und Chor ver­sehen – ebenfalls auf Jens‘ Mist gewachsen. Während der Produktion sprachen wir darüber, neue, bis dato untypische Einflüsse zuzulassen – wir experimentierten dann ein wenig rum und wurden von dem Ergebnis umgehauen. Diese Vielfältigkeit macht Amorphis aus.

Tomi: Beim Song „Daughter Of Hate“ gibt es eine Passage, in der unser Texter Pekka Kai­nu­lainen auf Finnisch spricht. Ursprünglich sollte ich den Text auf Englisch aufsagen – da es sich aber grausam anhört, wenn ich englisch spreche, statt zu singen, haben wir das lieber gelassen … (lacht)

Wie entstehen die Lyrics?

Tomi: Pekka schreibt seit geraumer Zeit die Songtexte für uns. Das tückische ist nur, dass er diese auf Finnisch schreibt und wir die Texte dann auf Englisch übersetzen müss­en … (lacht) Das dauert einige Zeit und ist mit Sicherheit nicht die einfachste Art zu arbeiten, aber es funktioniert aktuell! Hinzu kommt, dass ich viel zu unkreativ bin, um gute und tief­gründige Texte zu schreiben. Da es nicht meine Songs sind, muss ich den Tracks ein emotio­nales Leben einhauchen – ähnlich wie Schau­spieler ihre Rollen prägen.

Was passiert mit den Songs, die es nicht auf die Platte geschafft haben?

Esa: Für „Queen Of Time“ haben wir insge­samt 13 Tracks aufgenommen: 10 normale Lieder, 2 Bonus-Tracks und einen Extra-Bon­us-Track für die japanische Edition. Die Japan­er sind sehr … „speziell“. (lacht)

Tomi: Vorher haben wir 18 Demos aufgenom­men – die Songs, die gar keine Verwendung ge­funden haben, haben wir tief im Wald ver­graben, wo sie für immer bleiben werden! (la­cht) Wir wollen bei jeder neuen Produktion ganz von vorne anfangen.

Welcher Song hat die spannendste Ge­schi­chte?

Tomi: „Daughter Of Hate“ gefällt mir mit am besten – der ist recht progressiv und hat tolle Melodien. Der Songtext ist auch interessant: Der handelt nämlich von einem Traum, den Pekkas Mutter von einiger Zeit hatte – die Geschichte fanden wir so abgefahren, dass wir diese aufgreifen mussten!

Wann geht’s auf Tour?

Tomi: Im Sommer gehen wir auf Festival-Tour, dann geht’s weiter nach Japan, Nord-Amerika und Kanada und am Ende des Jahres machen wir eine Europa-Tour – aktu­ell stellen wir noch die Daten zusammen.

Seit einem Jahr ist Olli-Pekka „Oppu“­ Laine wieder in der Band …

Esa: Niclas Etelävuori hat sich dazu ent­schlossen, die Band zu verlassen, wir hab­en das akzeptiert und sind nach wie vor gute Freunde. Daraufhin haben wir spontan Olli kontaktiert und er hatte direkt wieder Lust mitzumachen. Beim ersten Zusammen­tref­fen fühlte es sich sofort wie früher an – als wäre keine Zeit vergangen.

Wie würdet ihr Metal-Deutschland besch­r­ei­ben?

Tomi: Deutschland ist sehr wichtig für uns, insbesondere für unsere Karriere. In Deut­schland haben wir – sowie viele andere Metal-Bands aber auch – wohl die loyalsten Fans und wir freuen uns immer riesig, hier­her zurückzukehren. Wir beobachten gerne die Leute, die dann stolz ihre Metal-Kutten tragen. Deutschland ist wie unser zweites Zuhause.

Justine Stock

[KS]
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