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Hamburgs Historische “Hexe”

Heinrich Kramer alias Henricus Institoris, verfasste 1486 sein legendäres Werk: Malleus Maleficarum – der Hexenhammer. Eine Ansammlung von Vorurteilen und Ansichten über Hexen, die deren Vernichtung fordern. Dieser stellte er die Hexenbulle vorweg, fügte noch ein gefälschtes Gutachten der theologischen Fakultät der Kölner Universität hinzu und voilá: Der Hexenhammer erschien plötzlich völlig legitim. Durch den Buchdruck konnte er sich nicht nur im ganzen Deutschen Reich verbreiten, sondern auch weit über Landesgrenzen (z.B. bis nach Amerika) hinaus und wurde bis ins 17. Jhd. immer fleißig nachgedruckt.

Und Hamburg blieb nicht verschont vom Hexenwahn. “Wenn ein christlicher Mann oder Frau, der/die ungläubig ist und mit Zauberei und Vergiftung umgeht und auf der frischen Tat ertappt wird, den/die soll man auf dem Scheiterhaufen verbrennen.” (Hamburger Stadtrecht von 1497). 101 Hexenprozesse sind dokumentiert, die meisten endeten mit dem Tod der Beklagten.

Abelke Bleken ist wunderschön, wohlhabend und unabhängig. Nach einem Unglück (wahrscheinlich die große Flut von 1570 mit Deichbruch) schafft sie es nicht, die Schäden beheben zu lassen. Ihre Pflicht als gute Bürgerin! Also muss sie ihren Hof an den Hamburger Ratsherrn Johann Huge verkaufen. Der lässt sich dieses Schnäppchen nicht entgehen. Alleinstehende Frau in Geldnöten – da kann man den Preis schon mal drücken. Streit ist vorprogrammiert. Das Unglück nimmt seinen Lauf, als es zu Vorfällen kommt, für die es keine Erklärung gibt. Da muss es ja mit dem Teufel zugehen oder mit seinen Verbündeten: Hexen. Eine Schuldige ist schnell gefunden: Abelke. Sie hat ein Motiv, niemand steht ihr bei und unter der Folter gesteht sie alles, was man von ihr hören will.

Am 18. März 1583 lodert der Scheiterhaufen für Hamburgs berühmteste Hexe: Abelke Bleken, über die wir kaum mehr wissen als ihr Geständnis.

stein1 - Hamburgs Historische "Hexe"

(Foto: Abelkes Gedenkstein auf dem Ohlsdorfer Friedhof)

Abelkes Geständnis

„Abelke Bleken aus dem Ochsenwerder […] im peinlichen Verhör Folgendes gestanden:

Erstens bekennt sie, dass sie sich […] dem Satan […] ergeben hat […]. Dass sie auch mit demselben Buhlen Gemeinschaft gehalten hat […] Sie bekennt auch, dass Geseke Schwormstedt […] und der Gefangene Peter Wenten auf dem Sandberge getanzt haben. […] Sie bekennt auch, dass sie und Geseke Schwormstedt […] verabredet hätten, dem Ratsherrn Johann Huge Schaden […] zuzufügen. Denn der Ratsherr Johann Huge hatte zuerst den Hof von Henneke Schwormstedt und dann Abelkes Hof gekauft, was sie ihm nicht gönnten. Und dass sie also Herrn Johann Hugen […] seine Ochsen und […] seine Kälber totgezaubert, was sie […] in der Weise verrichtet, dass sie mit einem Stock so viele Löcher, wie Tiere sterben sollten, in aller Teufel Namen in die Erde stachen. […] Ebenso bekennt Abelke, dass sie den […] Vogt […] verzaubert habe, weil dieser ihr bei der Besichtigung einen Kessel ausgepfändet hatte; sie habe damals zu ihm gesagt, dass er dies auf dem Bett büßen solle. Und dass also Abelke ihren Gürtel, der aus buntem Wollband gewesen, hergerichtet, und an beiden Enden Knoten in aller Teufel Namen darein geschlagen, und des Vogtes Haare und die abgeschnittenen Nägel von den Fingern der Frau darein gebunden, und diesen Gürtel in des Vogtes Pferdestall gelegt, damit also der Vogt in Krankheit bleiben sollte, so lange bis der Gürtel gefunden und die Knoten gelöst würden. Sie bekennt auch, dass sie die Hausfrau des Vogtes […] gebeten habe, ihr den gepfändeten Kessel wiederzugeben, was aber die Frau nicht hat tun wollen. Da habe Abelke im Haus des Vogtes eine Katze mit einem Stock in aller Teufel Namen totgeschlagen. Sie habe das Katzengehirn in Kohl und Warmbier gelegt, davon der Frau gegeben, die auch am dritten Tag krank geworden und bald danach gestorben sei. […] Worauf sie also leben und sterben will.“


Flugsalbe nach historischen Rezept

100g Menschenfett (am besten von ungetauften Kindern)

40g Haschisch

50g Bilsenkraut

20g Belladonna

260g Indisch Hanf

50g Knoblauch

30g Sonnenblumenkerne

250g Mohnblumen

60g Callamus

100g Weizen

Alle Zutaten mischen, trocknen und zu Pulver zermahlen. Hand- und Fußflächen damit einreiben.

(Anmerkung der Redaktion: Nicht Zuhause nachmachen!)

Der Blocksberg

= Brocken im Harz, magischer Berg auf dem die Hexen tanzen

Walpurgisnacht

= eigentlich Gedenktag der Heiligen Walburga

= seit dem 17 Jhd. Nacht der Hexen

„Zum Brocken wandeln wir in der Walpurgisnacht“

(Goethes Faust)

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