OXMOX Exklusiv-Interview mit Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer

10. Mai 2017

OXMOX Exklusiv-Interview mit Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer

Der Bock als Gärtner & 27.000 Experten für Fake News

 

Lederbejackt, humorvoll und engagiert treten der ehemalige „Tagesschau“-Redakteur Volker Bräutigam (76) und dessen Mitstreiter, Jurist Friedhelm Klinkhammer (73), ihren Besuch in der OXMOX-Redaktion an.

Den beiden langjährigen NDR-Urgesteinen gefällt die manipulative Bericht­erstattung der Mainstre­am-Medien über­haupt nicht – daher reichen die Pensionäre Rundfunkbeschwerden ein.

Ein pa­ar hundert sind es bereits, und die norddeutschen Whistleblower werden nicht müde …

 

Volker Bräutigam (B): Ich habe zehn Jahre lang, von 1975-85, als Re­­dakteur bei der „Tagesschau“ gearbeitet.

Da­­­nach war ich für sechs Jahre freigestellter Per­sonalrat und im Anschluss beim Bildungsfernsehen auf N3 in der Redaktion tätig.

Friedhelm Klinkhammer (K): Ich bin Jurist und habe 1975 beim NDR angefangen, mit der Gründung der GEZ.

Das habe ich fünf Jahre lang gemacht, dann bin ich ebenfalls in den Personalrat gewechselt und wurde Gesamtpersonalratsvorsitzender.

Anschließend bin ich nach Hannover gegangen und wurde enger Mitarbeiter von Lea Ro­sh, der damaligen Leiterin des NDR-Lan­­desfunkhauses.

So nah an der Direktion habe ich alles minutiös mitbekommen – wie die ticken, wie unglaubwürdig und PR-geil die sind. (lacht)

 

Ist die politische Information der Öf­fentli­ch-Rechtlichen heutzutage glaubwür­dig?

K: Ich habe das lange Zeit geglaubt.

Die Darstellung von Nachrichten und Politik hört sich auf den ersten Blick seriös an.

Wenn man sich aber näher damit beschäftigt, merkt man, dass die Berichterstattung teilweise unglaubwürdig, desinformativ und manipulativ ist.

Und zwar mit allen Mitteln.

Das fängt in der Anwendung der Sprache an und hört damit auf, dass wichtige Aspekte einfach ausgeblendet werden.

An den Re­aktionen (z. B. des Rundfunkrates) auf unsere Beschwerden merken wir, dass die Verantwortlichen sehr wohl darüber Bescheid wissen und teilweise bewusst manipulative Berichterstattung betreiben.

Wir haben mehrfach festgestellt, dass eindeutig und bewusst in bestimmten Teilen Informationspolitik betrieben wird.

Das ist nicht in allen Bereichen so, sondern betrifft u. a. speziell die Außenpolitik.

Bei der Innenpolitik ist es inzwischen so, dass wir einen Trend zum Regierungsjournalismus haben.

B: Besonders die ältere Ge­neration ist gewoh­nt, sich, was politische Glaub­würdigkeit ange­ht, auf die Öffentlich-Re­chtlichen zu verlassen …

Heute beobachtet man allerdings, dass sich ARD-aktuell – wie andere Medien auch – in Konkurrenz zu den kommerziellen Anbietern von Informationen befindet.

Was eine außerordentlich abträgliche Wirkung auf die Qua­lität und Objektivität von Informationen hat.

Wir können feststellen, dass im Lau­fe der letzten Jahrzehnte An­passungsprozesse stattge­funden haben.

Die­se machen sich besonders bei geo-, innen- und sozialpolitisch­en Konfliktfeldern bemerkbar.

Ausgerechnet jetzt ist z. B. die „Tagesschau“ dabei, dem Pub­­likum mit einem groß angelegten Konzept deutlich zu machen, wie es sogenannte „Fake News“ als solche erkennen soll.

Gerade der Sender, dessen eigene Glaubwürdigkeit in Fra­­ge steht – das ist Ironie pur!

 

Was Sie öffentlich anprangern, ist u. a. die absichtliche Manipulation.

B: Wenn wir solche Fälle von Berichterstattung finden, dann zitieren wir diese und versuchen anhand von Quellenmaterial zu belegen, an welchen Stellen hier falsch informie­rt wur­de – und wie es richtig sein müsste.

K: Vieles ist unlogisch, aber darüber machen sich die meisten Menschen keine Gedanken.

Die Nachrichten gehen einfach so in den Ko­pf rein.

 

Wo kommen diese Nachrichten her?

K: Das Studio Kairo hat z. B. ein Institut in Ost-Aleppo gehabt.

Jeder wusste, in Ost-Aleppo herrschte die Al-Qaida und wer sich gegen sie wendet wird brutal umgebracht.

Von dort aus wurden Filme oder Video-Schnipsel nach Kairo geschickt, kurz angeschaut, für richtig befunden und u. a. über die „Tagesschau“ dem Publikum zugeleitet.

Die Ak­­tivis­ten in Ost-Aleppo wurden sogar aus Ru­nd­funkgebühren dafür bezahlt.

Ob diese Quel­len glaubwürdig sind oder nicht, darüber wurden sich keine Gedanken gemacht.

Dasselbe mit der „Syrischen Beobachtungsstel­le für Menschenrechte“ in England.

Da wird ebenfalls immer fleißig übernommen, mit dem Satz darunter:

„Wir können es ni­cht beweisen, aber es ist davon auszugehen, dass es glaubwürdig ist“.

 

Dabei gibt es viele internationale Quel­­­len, wie z. B. SouthFront oder Al-Mas­dar News …

B: Zentraler Kritikansatzpunkt ist die Quellenverweigerung, die in der Nachrichtenzen­trale von ARD-aktuell vorgenommen wird.

Uns liegen mehrere Schreiben des Chefredak­­teurs vor, in denen er bestimmte Quellen glattweg für die Verwendu­ng bei der Nachrichtengestaltung ausschlie­ßt.

Dies ist eine Selektion, die einem qualifizierten Nachrichtenmenschen nicht zusteht.

Denn die tatsächlich verwendeten Nachrichtenagenturen, das sind nur ganz wenige, auf die sich ARD-aktuell stützt, sind ebenfalls nicht zwingend die Quelle der Seriosität oder Objektivität.

Die Quellen, die sie benennen, si­nd die Deutsche Presse-agentur (dpa) und As­sociated Press (AP) – die beiden arbeiten zusammen.

Dann gibt´s noch Agence France-Presse (AFP), das ist eine fast rein staatliche Institution, und Reuters.

Wenn also der Chefredakteur beispielsweise erklärt, Russia Today oder Sputnik seien deshalb unglaubwürdig, weil sie von Staats wegen her finanziert si­nd, dann müsste man fragen:

Was bitte ist mit Agence France-Presse?

Im Grunde wird auf die­se Art ei­ne Denkschablone vorgegeben, die die Welt in richtige und falsche Nachrichten einteilt.

 

Wer sind die „Täter“ in den Chefpositionen?

B: Die Chefpositionen in solchen Instituten si­nd keine Karrierefunktionen, in die man aufgru­­nd von persönlicher Leistung hineinwä­ch­st.

Nehmen wir zum Beispiel Tom Buhrow, Chef­intendant des Westdeutschen Rundfun­ks (WDR).

Wenn es ausreicht „Tagesthemen“-Mo­­derationen und eine journalistische Korrespondentenstelle in Washington als Qualifikationsnachweis für einen Intendantenjob vorzulegen, dann ist er qualifiziert.

Das ist ein transatlantischer Auswahlprozess.

 

Sind die alle Mitglied in der „transatlantischen Brücke“ oder ähnlichen Institutionen?

K: Klar ist, dass z. B. auch Ingo Zamperoni („Ta­­gesthemen“) dabei ist, dass Tom Buh­row dabei ist, dass Jörg Schönenborn (WDR) dabei ist, usw.

Es ist im Grunde ein Klüngel.

 

Und Anne Will?

B: Die ist Unternehmerin, genau wie Günther Jauch.

Der hatte seinerzeit einen Vertrag mit der ARD über 39 Sendungen, für die er rund 11 Millionen Euro bekam – das macht pro Sendeminute etwas mehr als 4.000 €.

Obwohl Talk das billigste Format ist!

Allerdings wird Politik damit gemacht.

Das kann man sehr gut an der Zu­sammensetzung solcher Talkrunden erkennen.

Es gibt aktuelle Statistiken die belegen, dass das Format von Regierungspolitikern dominiert wird – vor allen Dingen von der CDU, in zweiter Linie von der SPD und sehr viel seltener von Gesprächsteilnehmern, die der Lin­ks­partei oder den GRÜNEN angehören.

Daran sieht man, dass die Institution Talkrunde nichts mehr mit wirklichem Informationsanspruch zu tun hat, sondern Meinungsmache betreibt.

Es geht in erster Linie nicht mehr um Information, sondern es geht um Verfestigung von Meinungen, Vorstellungen und Weltbildern die nach Möglichkeit nicht korrigiert werden sollen.

Zum Beispiel wissen wir alle, dass der vormalige US-Präsident Obama gewohnheitsmäßig am Dienstag die Listen abgezeichnet hat, auf denen die Namen von Menschen stan­den die man per Drohnen abschießen lassen wollte.

Das waren, wenn man so will, Todesurteile vom Schreibtisch aus.

Und die USA waren zugleich die Ankläger, die Richter und die Henker.

Etwas Unmenschlicheres kann man sich kaum vorstellen.

Das ist rechtlicher Nihilismus der übelsten Form, die sich hier in Politik formuliert.

Und das wurde mit großer Selbst­verständlichkeit nie problematisiert, au­ch nicht von unseren Nachrichten.

Vor kurzer Zeit ist es passiert, dass der neue Präsident Tru­mp seinen Geheim­dienst CIA, der für die­se Drohnen-Geschichten zuständig ist, bevollmächtigt hat, das aus eigenem Ermessen zu mach­en, weil er solche Listen offenkundig ni­cht mehr selbst unterschreiben will.

Das bedeutet eine Herrschaftsübertretung an einen nicht mehr demokratisch überprüfbaren und kontrollierbaren Geheimdienst erfolgt, der die Befähigung bekommt, andere Menschen auf der Welt nach eigenem Gusto umzubringen.

Und darüber berichtet die „Tagesschau“ kein Wort.

Das ist eine Art von Nachrichtenverweigerung und gleichzeitig ein Ausdruck von transatlantischer Hörigkeit, wie man ihn sich schlimmer kaum vorstellen mag.

Wenn man aber weiß, dass solche Dinge keine Einzelfälle sind, sondern, dass sie System haben, dann wissen Sie warum wir alte Rentner noch meinen, uns an die Öffentlichkeit wenden zu müssen.

Und wenn man vergleicht, wie heute über Russland und Putin geredet wird, merkt man das ist nicht etwa durch irgendwelche Ereignisse begründet – Russland hat nicht einen einzigen aggressiven Akt begangen in all den Jahren – sondern das ist offenkundig geschürt und betrieben wor­den von westlicher Seite.

K: Im Studio Moskau sitzt das russophobe Spit­­zenpersonal: Udo Lielischkies, Golineh Atai, Birgit Virnich und Studioleiter Her­ma­nn Krause.

Nawalny wird von oben bis unten gebracht – das ist ein korrupter Rechtsradikaler, der sich als Gegenmann/Bürgerrechtler zu Pu­tin darstellt.

In Moskau kennt den kaum einer.

Bei ARD-aktuell heißt es zum Beispiel „Mas­sen­demonstration gegen Putin unter Nawalny“.

Und das wird nicht einmal gebracht, sondern fünf­mal.

Sie können das unter tagesschau.de genau abzählen.

So wird die Russophobie ge­steu­ert, und die Leute werden gezielt eingesetzt.

Frau Atai berichtet beispielsweise von der Krim – bis Syrien hat sie´s noch nicht geschafft.

Das macht dann Herr Schwenck aus dem Studio Kairo.

 

Eigentlich ist das ja gar keine journalistische Arbeit mehr, sondern Propaganda …

K: Ich habe lange darüber nachgedacht, was da abläuft.

Ist das Methode, oder ist das eine Rei­he von Zufälligkeiten und Ungenauigkeiten?

Ergebnis ist: Das ist systematisch, das hat Methode.

Wir haben bisher rund 200 Programmbeschwerden eingereicht.

 

Was passiert nach diesen Beschwerden? Gi­bt´s z. B. eine Entschuldigung, wie „wir haben uns geirrt“?

K: Normalerweise nicht.

Nur einmal kam was vom Rundfunkrat.

Damals ist ein ukrainisch­er Journalist umgebra­cht worden, woraufhin es eine „Tagesthemen“-Moderation gab, bei der nicht mal der Name des Opfers genannt wurde.

Sie haben nur von pro-russischen seperatistischen Journalisten geredet, obwohl es ein Ukrai­ner war.

Daraufhin haben sie zurückgeschrieben, sie hätten der Redaktion empfohlen in Zukunft die Namen der Ermordeten Journalisten zu nennen.

Dies ist das einzige Mal, dass sie nachgegeben haben.

Sonst haben sie immer „Recht gehabt“.

 

B: Die anti-russische Tendenz der Nachricht wurde nicht zugegeben.

Es ging nur um die Namensnennung.

Das war nur ein formales Zugeständnis, um das man eigentlich gar nicht herumkam.

 

Es gibt eine Studie von Swiss Propaganda Re­­search, die sich damit beschäftigt hat, wie­­viele Leute für das Pentagon solche Propa­ganda schreiben.

B: Es sind 27.000, die offiziell für das Pentagon arbeiten.

Das sind Beschäftigte, die Public Relations betreiben, die also fertige Informationen aus Sicht des Pentagon in die Öffentlichkeit blasen.

27.000 Experten für „Fake News“!

Dem Chefredakteur der Associated Press, ein privates Unternehmen und in den USA die größ­­te Nachrichtenagentur, wurden die Einfluss­nahmeversuche von Regierung und Pentagon zu viel, und als man ihm androhte seine Agentur unter Druck zu setzen, durch gesteuerte Nachrichtengebung, hat er seinen Hut genommen.

Das zeigt, welchen Einfluss Regierungsstellen inzwischen auf die Nachrichten neh­men.

Regierung ist letzten Endes auch nur der Handlanger von Eliten und keine eigene Machtvollkommenheit.

Die großen Medien der Welt gehören 14 Familien.

Wieviele Informationen hat die „Tagesschau“/ARD-aktuell insgesamt geliefert zu der Tatsache, dass die Nato zurzeit am laufenden Band Trup­penver­lagerungen an die russische Gren­ze betrei­bt.

Dass tausende Eisenbahnzüge mit Waffenlieferungen und Mannschaften in die Ukraine gefahren sind.

Wieviele Informationen hat ARD-aktuell dazu geliefert, dass beispielsweise die US-Armee in Deut­schland zurzeit massiv nach Komparsen wirbt, die russischsprachig sind.

Weil sie die für Manöver benötigt?

Und zu welchem Zwe­ck?

Wo soll bitteschön eine russische Bedrohung herkommen.

Die baltischen Staaten phantasieren seit Jahrzehnten davon, dass sie von Russland bedroht sind und nichts ist passiert.

Aber es ist plötzlich der Rechtfertigungsgrund dafür, dass ein massiver Truppenaufmarsch an der Westküste Russlands von der Nato her unternommen wird.

Und dass das die Kriegsgefahr steigert, ist doch gar keine Frage!

Das Gebot der Stunde für objektive Nachrichten ist, dies permanent zu thematisieren und neue Informationen dazu zu liefern.

Was bitteschön liefert die „Tagesschau“ dazu?

NICHTS!

 

Stichwort Rammstein …

B: Jeder halbwegs qualifizierte Nachrichtenredakteur muss wissen, dass unser Grundgesetz Kriegshandlungen von deutschem Boden aus untersagt.

Es gibt sogar einen Strafrechtsparagrafen, der Friedensverrat.

Jeder weiß also, wenn von Rammstein aus beispielsweise die Drohnenangriffe der USA tech­nisch gesteuert werden, dass das nicht ohne Mitwissen der Bundesregierung geschieht.

Da muss jedem halbwegs kenntnisreichen Redakteur abverlangt werden, dass er darüber berichtet, dass die Bundesregierung Rechtsbruch duldet und sich bei jedem Drohnenangriff nicht nur zum Mitwisser son­dern auch zum Mittäter macht.

Das ist, wenn man so will, eine schweigende Komplizenschaft.

Es müsste also im Grunde bei jedem Drohnenflug eine Information auch über die „Tagesschau“ kommen.

Was aber bringt ARD-aktuell davon?

Nichts. Das ist neu, das hat sich erst in den letzten Jahren etab­liert:

Die „Tagesschau“ nimmt irgendeinen Politiker, zitiert ihn, und hinterfragt nicht mehr was er sagt.

Die Kanzlerin bringt eine Information beispielsweise zum Arbeits­markt, die offenkundig falsch ist, aber weil´s die Kanzlerin gesagt hat, ist es richtig und die „Tagesschau“ bringt es unkommentiert.

 

K: Dass das eine „Fake News“ von der Kanz­lerin war, hält die ARD nicht für korrekturbedürftig.

 

B: Es ist doch der Bruch mit jedem journalistischen Verständnis, wenn man eine ersicht­liche Falschinformation von irgendeinem Prominenten vortragen lässt und nicht einmal danach in einer Studiomeldung korrigierend erklärt, wie´s sich tatsächlich verhält.

Das heißt also hier wird absichtliche Informationsverfälschung transportiert und damit liegt eindeutig eine Absicht der „Fake News“ vor.

 

K: Das ist wirklich irre. So machen sie´s übrigens in der Syrien-Berichterstattung dauernd.

 

B: Sagen wir mal, das wird gemacht im Zusammenhang mit Arbeitsmarktdaten, dann mag man das an irgendeiner Grenze noch für erträglich halten.

Aber in dem Augenblick wo es um kriegerische Konfliktzonen geht, nur die eine Partei zu Wort kommen zu lassen und das dann quasi als Wahrheit verewigen zu wollen, das widerspricht allen journalistischen Grundsätzen.

Und das finden wir bei der Berichterstattung aus der Ukraine ebenso vor, wie aus Syrien und aus Jemen.

Es gibt keine Erklärung dafür, dass die „Tagesschau“ etwa ein Bombardement eines jemenitischen Marktes – wo 140 Menschen auf einen Schlag umgebracht wurden – überhaupt nicht bringt, mit der Erklärung es sei ein nachrichtenstarker Tag gewesen.

K: Über den Millionenmarsch im Jemen haben sie auch nichts gebracht …

B: Selbstverständlich kann man in 15 Minuten „Tagesschau“ nicht alles bringen, was an Informationen jeden Tag auf der Welt anfällt.

Es muss eine Auswahl geben und dass diese nach Wichtigkeit und Belag für den deutschen Zuschauer geht, ist auch keine Frage.

Aber so wie es hier mit der Absicht auf Fehlinformation betrieben wird, kann es nicht sein.

 

K: Zum Beispiel die russische Gefahr.

Der Ver­teidigungshaushalt der Russen ist geringer, als der von Saudi-Arabien.

Die Russen haben 3 ausländische Militärstützpunkte, die Amerikaner haben 1.000.

Trotzdem werden die Russen als Gefahr für den Frieden dargestellt.

Mit solchen „Fakten“ zu hetzen ist absurd.

 

B: Man hat den Eindruck es wird eine mediale Kampagne geführt, um die Existenzberechtigu­ng einer Nato permanent nachzuweisen.

Weil dieser die faktische Existenzberechtigung nach und nach abgeht.

Welcher halbwegs vernünftige Mensch geht von einem militärischen Konflikt in Mitteleuropa aus, wo praktisch ein Atomkraftwerk neben dem anderen steht und es schon mit einfachsten Mitteln möglich ist, etwa über einen sogenannten Cyberangriff, die Infrastruktur in sich zusammenfallen zu lassen.

Wer da noch Räuber und Gendarm spielt, mit einem Gewehr rumläuft und meint da sei nun irgendeine Schutzfunktion dahinter, die müsse man noch ganz besonders verstärken, und ein paar Panzerchen an die Grenze schicken, dem muss man doch mit Verlaub den klaren Verstand absprechen.

Aber genau das wäre eigentlich Aufgabe der Nachrichten: Informationen dazu gegenüber zu stellen.

 

Sind Sie aufgrund Ihrer Veröffentlichungen angegriffen worden?

B: Von Leuten die man ernstnehmen müsste nicht.

Das Verfahren der Rundfunkbeschwer­de ist auch so eine Sache.

Man reicht eine Beschwerde ein, nennt eine ganz konkrete Aussage aus der „Tagesschau“ die aus unserer Si­cht unzutreffend und falsch ist, belegt das mit entsprechendem Quellenmaterial und fordert den Rundfunkrat auf, das kritisch zu prüfen.

Nun passiert nicht, was man eigentlich erwarten sollte, dass sich der Rundfunkrat die fragliche Sendung anschaut, dazu unsere Anklage hernimmt und überprüft ob die Beschwerde berechtigt ist, oder nicht.

Nein, er hat sich eine Ge­schäftsordnung gegeben in der er sich selbst verpflichtet, zunächst dem Intendanten die Mög­lich­keit einzuräumen, dazu selbst Stellung zu nehmen.

Das heißt wir kriegen eine Antwort nicht vom Rundfunkrat, an den wir uns gerichtet haben, sondern wir kriegen die Antwort vom Intendanten bzw. Chefredakteur.

Das bedeutet also der Schadensverursacher wird zu seinem eigenen Richter gemacht.

Man kann auch sagen: Der Bock wird zum Gärtner.

 

K: Das Komische daran ist, wir waren lange im NDR und haben das lange Zeit selbst nicht gemerkt.

 

B: Man kann doch auch gar nichts anderes erwarten.

Propaganda über Jahre, bzw. Jahrzehn­te ist wirkungsvoll.

Das Erfolgsrezept liegt in der Wiederholung.

Bei der Ukraine-Berichterstattung kann man das ganz deutlich sehen, da wird permanent die russische Gefahr geschildert.

Russland marschiert in die Ukraine ein.

Ja wo sind sie denn, die Russen?

Mit Worten ma­cht man Propaganda.

Das Wording, die Wortwahl von ARD-aktuell ist in der Tat absichtsvoll.

 

K: Dazu gibt es eine gute Untersuchung von einem amerikanischen Soziologen, und zwar wird der Begriff „politisches framing“ geprägt.

Wie es funktioniert, Leute zu beeinflussen mit Informationen, die sozusagen in ihr Weltbild reinpassen.

 

Stichwort Wortwahl – bei dem einen Land ist es ein Diktator, bei dem anderen ein Präsident, einmal wurde jemand ermordet, einmal gab es Tote …

B: Das wird ganz bewusst gesteuert und hat immer Linie.

Bei den mit den USA kooperierenden Waffenträgern in Syrien werden Sie nie den Begriff Terrorist hören.

Das sind die Rebellen.

K: Es gab zum Beispiel eine Terroristengruppe in Syrien, die wurden in Ost-Aleppo immer die Rebellen genannt, sind aber hier vom Oberlandesgericht als „Mitglieder einer terroristischen Ver­einigung“ verurteilt worden.

Das ist doch merkwürdig, dass es da Rebellen sind und bei uns Terroristen …

Jetzt stellen Sie sich mal vor, es würde hier heißen, das Oberlandesgericht hätte syrische Rebellen verurteilt.

Da würden hier doch alle kopfstehen!

 

Oder die weißen Helme, von denen es genau­so Videos gibt, wie sie mit Maschinenpistole rumlaufen und dafür kriegen sie den alternativen Nobelpreis …

B: Ja, die andere Seite wird ganz eindeutig totgeschwiegen.

Dass das am Ende nichts anderes als Terrorpropagandisten sind.

Aufgabe der „Tagesschau“ wäre es doch korrigierende Informationen dazu zu liefern.

 

Stichwort Zukunft …

B: Einen Eindruck möchte ich gern vermeiden:

Wir betreiben das nicht als Hobby, es macht über­haupt keinen Spaß!

Es ist vielmehr das Bemühen um publizistische Gegenöffentlichkeit, so klein sie auch ist …

 

 

 

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