OXMOX Interview: Just can't get enough: REMODE

OXMOX Interview: Just can’t get enough: REMODE

25. Dezember 2015

Stars wie Country-Legende Johnny Cash oder Schock-Rocker Marilyn Manson co­verten (mit dem Song „Personal Jesus“) die britische Synthie-Pop-Gruppe um Frontmann Dave Gahan (53, Ges.). Wer sonst führt die Hits in Originalversionen live auf, wenn nicht Depeche Mode selbst? Remode nennt sich eine der aktuell besten Tributebands. Kaum eine andere Gruppe reicht so nah an die Pow­er und Leidenschaft der Jungs aus Basildon heran, wie die Band aus Bielefeld.

Was macht Depeche Mode für euch so in­teressant?

Detlef: Depeche Mode war die erste Band, die synthetische Musik populär gemacht hat. Die vier jungen Typen aus Basildon klangen nach Aufbruch, einer neuen Zeit und Zukun­ft. Auch die visuelle Erscheinung der Band war in den 80ern sehr extravagant: Rasierte, blondierte Haare, Lederjacke, Nieten und schwere Stiefel.

Johannes: Für mich ist die Vielseitigkeit der über drei Jahrzehnte entstandenen Songs reiz­voll. Es gibt Lieder, die gefallen auf Anhieb und nerven nach einer gewissen Zeit. Bei der Musik von DM verhält es sich bei mir meist umgekehrt. (lacht)

Welche Depeche Mode-Songs spielt ihr live am liebsten?

Detlef: „Walking In My Shoes“, „Shake The Disease“, „Fly On The Windscreen“ und „Home“. Ich finde, dass die älteren Songs mehr Tiefgang haben, als die aktuelleren.

Heike: Für mich hat jeder Titel seine ganz ei­gene Farbe. Als Bassistin ist es besonders spannend, welche Sythie-Parts ich überneh­me, um den Songs mehr Druck zu verleihen.

Vic: Ich freue mich immer auf „Personal Je­sus“. Für mich als Drummer ist die Heraus­forderung, die Grooves möglichst nah am Original zu trommeln und Elektro- sowie Rocksongs groß klingen zu lassen.

Welche Rolle spielt die Optik?

Detlef: Die Optik ist ein Teil der Identität von Depeche Mode. Wir tragen natürlich Outfits, die in diesen Kontext passen.

Heike: In meinem Fall ist es schwierig, da DM weder einen Bassisten noch eine Frau in der Band haben. Ich musste meine Rolle sel­bst finden …

Vic: Ich denke, wir sehen uns in erster Linie als Musiker und nicht als Doubles.

Eure Basis habt ihr in Bielefeld – wo habt ihr schon überall Konzerte gegeben?

Johannes: Wir sind seit fast zehn Jahren deutschlandweit unterwegs: Highlights waren z. B. die Konzerte 2007 in der Volkswagen­halle in Braunschweig mit 4.000 Besuchern, oder die HofbräuDult in München. Krö­nend waren in diesem Jahr die Auftritte in Davos/Schweiz – eine Show gaben wir auf der Parsennhütte in 2.200 Metern Höhe! Unvergesslich war auch unsere England-Tour im Sommer …

Detlef: … besonders der Gig in Basildon! Wer kann schon von sich behaupten, dass er vor Martin Gores Mutter spielen durfte? Pa­mela Gore saß in der ersten Reihe und hatte große Freude an unserem Konzert. Das war eine Ehre!

Worauf dürfen sich die Fans freuen, wenn ihr am 19.02. auf der Markthallen-Bühne steht?

Detlef: Auf eine Mischung aus alten und neu­en Songs, die das gesamte Spektrum von De­peche Mode erklingen lässt.

Johannes: DM haben am 25. September 1981 ihr erstes Deutschlandkonzert in der Hamburger Markthalle gegeben. Für uns ist es eine Ehre, 35 Jahre später an diese legen­däre Show erinnern zu dürfen. Außerdem ha­ben wir wieder D.M.O., mit Frontmann Dean Michael Oldfield (Neffe von Martin L. Gore), als Support verpflichtet. Diese Kom­bination hat schon in Basildon gut funktionie­rt!

Was macht ihr, wenn ihr keine Musik ma­cht?

Detlef: Hauptberuflich ist ein Projekt wie Re­mode für mich mit einer Familie und Verant­wortung nur bedingt möglich. Ich arbeite seit Jahren im Maschinenbau – „Construction Ti­me Again“ ist allgegenwärtig. (lacht)

Heike: Ich arbeite als Musikerin und gebe Unterricht für Bass, Gitarre oder Geige.

Johannes: Ich bin selbständig als Musiker und Produzent.

Vic: Ich unterrichte Schlagzeug, wobei Re­mode den Hauptteil meines Schaffens ein­nimmt.

Marcus: Ich habe Jazzgesang und Klavier studiert und bin ebenfalls hauptberuflich Mu­siker.

Habt ihr bereits Mitglieder von Depeche Mode getroffen?

Detlef: Wir haben 2014 Vince Clarke (Grün­dungsmitglied von Depeche Mode) und Da­niel Miller (Gründer von MUTE Records) in Berlin getroffen. Im Oktober haben wir Andy Fletcher bei seinem DJ Engagement im Ringlokschuppen in Bielefeld kennen ge­lernt. Wir hatten Gelegenheit, Backstage mit ihm zu sprechen. Seine erste Frage an uns war: „How was Basildon?“ Er hatte tatsäch­lich von unserem Auftritt dort erfahren und viel Gutes darüber gehört.

Welche Frage würdet ihr Depeche Mode stellen?

Detlef: Wann habt ihr Zeit, gegen Remode Fussball zu spielen – Deutschland gegen Eng­land? (lacht) Es gäbe natürlich hundert ande­re Fragen, die alle mit Musik zu tun hätten …

www.remode.info

[KS]
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